Sicher surfen

Tracking Cookies entfernen und blocken

Fast alle Webseiten sammeln Daten über ihre Besucher. Betreiber von Webseiten rüsten sich mit immer besseren technischen Tricks, um das Verhalten der Anwender zu analysieren.

fenster, frau

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Wer seine Privatsphäre schützen will, sollte das Tracking gezielt verhindern. Niemand lässt sich gerne und freiwillig überwachen. Die meisten Websurfer wollen anonym bleiben. Eine ganze Reihe von Tricks und Tools helfen dabei. Aber sie müssen überlegt eingesetzt werden!

Wer sich mit zu vielen Tools und zu komplizierten Browser-Einstellungen belastet, wird schnell die Freude am Surfen verlieren. Etliche Webseiten funktionieren dann nicht mehr wie gewohnt. Die folgenden Tipps können Sie einzeln anwenden oder kombinieren, um einen guten Schutz vor Datensammlern zu erreichen. Zusätzliche Anonymisierungs-Maßnahmen sind unnötig.

Allgemeine Sicherheitsmaß-nahmen am PC nicht vernachlässigen

Ohne grundlegende Sicherheitsmaßnahmen nützen auch die besten Anti-Tracking-Tools und Tricks nichts. So gehört auf jeden Internet-PC ein aktuelles Sicherheitspaket, das vor Gefahren wie Viren, Trojanern und Spyware schützt. Achten Sie auf regelmäßige Updates der Security Suite. Nutzen Sie zudem eine Firewall, um den Datenverkehr zwischen Ihrem PC und dem Internet zu kontrollieren.

Ebenso wichtig: Halten Sie Betriebssystem und Programme immer auf dem neuesten Stand. Verwenden Sie nur die aktuellsten Versionen der Webbrowser. Nur so bleibt Ihr Browser sicherheitstechnisch auf dem neuesten Stand und lässt sich mit Add-ons um nützliche Funktionen erweitern. Achten Sie auch bei den Erweiterungen auf regelmäßige Updates.

Verzichten Sie auf Browser-Erweiterungen wie die Google Toolbar, die Yahoo Toolbar oder die Ask Toolbar, die oft bei der Installation von Free- undShareware-Programmen angeboten wird. Die Toolbars legen Statistiken über das Anwenderverhalten an.

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Achten Sie unbedingt darauf, Ihre Sicherheitssoftware regelmäßig zu aktualisieren. Im Bild: das kostenlose Microsoft Security Essentials.

Sicher surfen mit dem neuen Internet Explorer 9

Seit Version 9 verfügt der Internet Explorer von Haus aus über einen leistungsstarken Tracking-Schutz, der weitere Tools und Tricks praktisch überflüssig macht.

Höchstens der kostenlose Werbeblocker Simple Adblock bietet sich als sinnvolle Ergänzung an.

Klicken Sie auf "Sicherheit/Tracking-Schutz..." und dann auf "Liste für den Tracking-Schutz online abrufen...", um Definitionslisten für den Tracking-Schutz herunterzuladen. Die Listen legen fest, welche Datensammler erlaubt und verboten sind. Sie können mehrere Listen kombinieren, die Ihren Surfgewohnheiten am besten entsprechen. Mehr gibt es nicht zu konfigurieren - der Tracking-Schutz ist sofort aktiv.

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Verschiedene Listen definieren, welche Datensammler der Internet Explorer blockieren oder erlauben soll.

Bestimmte Skripte mit Firefox-Add-ons verhindern

Eine der wirksamsten Methoden, Tracking zu verhindern, ist das Blockieren von Skripten. Meistens wird JavaScript verwendet, um Anwenderdaten zu sammeln oder Aktionen der Nutzer zu verfolgen, etwa welche Links angeklickt wurden. Aber auch ein Zugriff auf den Browser-Verlauf ist per JavaScript möglich, sodass Webseiten-Betreiber sehen können, auf welchen anderen Webseiten der Nutzer unterwegs war.

Allerdings ist es nicht sinnvoll, JavaScript generell zu blockieren. Viele Webseiten funktionieren heute nämlich nur noch mit Skripten. Schaltet man JavaScript im Browser einfach ab, gibt es plötzlich tote Links, Menüs funktionieren nicht mehr oder die Webseite stürzt komplett ab. Besser ist daher eine gezielte Steuerung von Skripten zu erreichen.

Für Firefox gibt es das Add-on NoScript. Mit NoScript lassen sich Regeln erstellen, die festlegen, welche Skripte auf einer Website ausgeführt werden dürfen und welche nicht. So können Sie zum Beispiel Skripte wie Google Analytics gezielt ausschalten und andere Skripte, die zur Darstellung der Inhalte notwendig sind, aktiv lassen. In Google Chrome übernimmt die Erweiterung NotScripts die Aufgaben von NoScript.

Anonym surfen: IP -Adresse verschleiern

Die IP-Adresse ist die Hausnummer, unter der jeder Computer im Internet erreichbar ist. Probieren Sie es aus: Geben Sie die Adresse wieistmeineip.de in Ihrem Browser ein. Sie zeigt Ihre IP-Adresse an. Zwar wechselt die IP-Adresse bei den meisten Anwendern von Zeit zu Zeit - dennoch kann man an ihr nachvollziehen, wer eine Webseite aufgerufen hat.

Wer anonym surfen will, muss deshalb die eigene IP-Adresse verschleiern - besser gesagt: sich hinter einer anderen IP-Adresse verstecken. Das erledigen Programme wie CyberGhostVPN oder Steganos Internet Anonym VPN. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Anonymisierungsdienste im Web, die das Surfen mittels fremder IP-Adressen ermöglichen.

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Bild.de ohne Adblock-Erweiterung in Google Chrome.

Zusätzlich Werbeblocker als Add-on in Ihrem Browser nutzen

Noch einen Schritt weiter als die Skript-Blocker gehen die Werbeblocker. Diese Tools verhindern, dass Werbung auf Webseiten angezeigt wird. Sie sind der Feind Nummer eins aller Webseiten-Betreiber, die mit Klicks auf Werbeanzeigen Geld verdienen.

Für Anwender hat das Blockieren von Werbung gleich zwei Vorteile. Erstens: Wenn keine Werbeanzeigen aktiv sind, können diese auch keine Daten über den Nutzer sammeln. Zweitens: Viele Seiten sind ohne Reklame übersichtlicher und werden schneller geladen. In Ausnahmefällen kann das Blockieren von Online-Werbung aber auch die Optik der Webseite behindern oder zerstören.

In Google Chrome kommt das Add-on AdBlock zum Einsatz, in Firefox das lediglich namensverwandte Adblock Plus. Diese beiden kostenlosen Erweiterungen blockieren in der Standard-Konfiguration jegliche Werbung, lassen sich aber auch ganz individuell einstellen. Für den Internet Explorer gibt es das Gratis-Tool Simple Adblock. Die Erweiterung Adblock IE ist dagegen veraltet und wenig nützlich.

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Bild.de mit Adblock-Erweiterung in Google Chrome.

Privaten Modus nutzen und spezielle Cookies löschen (lassen)

Alle modernen Browser bieten einen speziellen Modus zum "privaten Surfen" an. Ist er eingeschaltet, wird kein Browser-Verlauf angelegt und keine Cookies gespeichert. In Google Chrome heißt der entsprechende Modus "Inkognito-Fenster", in Firefox ist es der sogenannte "Private Modus" und im Internet Explorer die Funktion "InPrivate-Browsen".

Wenn Sie nicht einen dieser Modi verwenden, werden viele Datensammler mittels Cookies aktiv. Durch Löschen der Surfdaten vor dem Beenden des Browsers lassen sich zwar einige Spuren verwischen, aber längst nicht alle. So werden etwa spezielle Flash-Cookies in Google Chrome und im Internet Explorer automatisch entfernt, wenn Sie den Browser-Verlauf und Cookies löschen - Silverlight-Cookies hingegen nicht.

Nur für Firefox gibt es ein Add-on, das alle Spuren sicher entfernt: BetterPrivacy. Nach der Installation sollten Sie darauf achten, dass in den Add-on-Einstellungen auf dem Reiter "Optionen & Hilfe" die Option "Flash-Cookies beim Beenden von Firefox löschen" aktiviert ist. Somit brauchen Sie sich um nichts weiter zu kümmern.

Tracking-Schutz für Firefox und Chrome mit Ghostery

Einen integrierten Tracking-Schutz wie den des Internet Explorers werden Sie in Google Chrome und Mozilla Firefox vergeblich suchen. Zum Glück lässt sich eine ähnliche Funktionalität mit der Erweiterung Ghostery für beide beliebten Browser nachrüsten. Ghostery überwacht vollautomatisch aufgerufene Webseiten und blockiert in der Standardeinstellung alle Datensammler. Ein Klick auf den Add-on-Button in der Symbolleiste zeigt die blockierten Tracker und erlaubt es, einzelne zuzulassen.

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Ein Klick auf den Ghostery-Knopf offenbart die zahlreichen Datensammler auf der Webseite Bild.de.

Keine Werbung zulassen mit dem Opt-out-Verfahren

Einige Webseiten-Besitzer haben sich verpflichtet, bei entsprechenden Browser-Einstellungen des Nutzers auf Tracking zu verzichten. Wenn vom Opt-out-Verfahren die Rede ist, geht es um das ganz offizielle Abschalten von Datensammlern.

Es funktioniert ähnlich wie der Keine-Werbung-Aufkleber auf dem Briefkasten: Die Online-Version ist ein Cookie. Eine Liste von Anbietern, die das Opt-out-Verfahren unterstützen, zeigt die Network Advertising Initiative . Dort kann man sich die entsprechenden Cookies auch gleich besorgen.

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