PC-Crash: Vorsorge tut Not

Tools gegen den PC-Crash

Das PC-Bauteil zum Speichern der Daten ist vergleichsweise preiswert, die auf der Festplatte gespeicherten Daten dagegen sind unter Umständen unersetzbar. Gehen Sie dehalb kein Risiko ein, Ihre Fotos, Musik und Dokumente zu verlieren.

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Alle neueren Rechner bieten die Festplatten-Diagnose SMART, die im BIOS aktiviert sein muss

Nicht einmal 40 Euro kostet mittlerweile eine moderne Markenfestplatte im Rechner - und diesem Bauteil vertrauen Sie äußerst sensible Daten an. Ob es nun Familienfotos, all Ihre Songs, E-Mails oder andere wichtige Dokumente sind.

Vieles von dem, für das man vor wenigen Jahren noch einen Regalplatz hatte, ist mittlerweile elektronisch gespeichert. Und zwar nur noch dort. Genau das ist das Problem: Ist die Festplatte kaputt, sind die Daten weg - unter Umständen sogar unwiderruflich.

Zum einen kann der materielle Schaden enorm sein, wenn Sie Ihre Musik online für jeweils einen Euro pro Song gekauft haben. Zum Zweiten hängen bei Bildern oder Videos häufig emotionale Erinnerungen daran.

Doch so weit sollte und muss es bei Ihnen nicht kommen! Mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen minimieren Sie das Risiko, selbst Opfer eines solchen Datenverlustes zu werden. Auf den folgenden Seiten sagen wir Ihnen zum einen, wie Sie mit minimalem Aufwand vorbeugen. Darüber hinaus erfahren Sie aber auch, wie Sie wieder an Ihre Daten kommen, sollte die Festplatte tatsächlich einmal kaputt gehen.

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Eine zweite Festplatte

Sie wissen jetzt bereits, was eine neue interne Festplatte kostet. Die gibt es mit 250 GByte Kapazität tatsächlich sogar schon ab 35 Euro. Was überlegen Sie da noch? Doch nur mit dem Kauf einer zweiten Harddisk ist es nicht getan. Damit Sie Ihre Daten bei einem Hardware-Defekt nicht verlieren, müssen diese selbstverständlich auf der zweiten Festplatte gespeichert sein. Dazu nutzen Sie entweder ein Backup-Programm, das Ihre persönlichen Dateien regelmäßig und vor allem automatisch sichert. Bei einem Desktop-PC haben Sie zudem die Möglichkeit, einen so genannten RAID-Controller zu verwenden, der zwei oder mehr Festplatten kombiniert.

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Der Controller muss mindestens den Level RAID 1 unterstützen, damit kein Totalverlust Ihrer Daten beim Ausfall eines Datenspeichers auftritt. RAID-Controller für den Anschluss von zwei Festplatten gibt es schon ab rund 20 Euro. Mittlerweile haben etliche Mainboards eine solche RAID-Unterstützung bereits eingebaut, sodass Sie gar nichts mehr dazukaufen müssen. Arbeiten Sie mit einem Notebook, sind Sie so gut wie immer auf eine externe Festplatte als zweiten Datenspeicher angewiesen. Hier beginnen die Preise bei rund 60 Euro für 300 GByte. Bei einem "großen" Rechner ist es letztlich Geschmackssache, ob Sie sich für eine interne oder für eine externe Platte entscheiden. Die eingebaute Harddisk ist etwas preiswerter, der angestöpselte Datenträger lässt sich dagegen auch mal für den Transport größerer Datenmengen verwenden.

Auf jeden Fall empfehlen wir Ihnen, Ihre wichtigen Daten regelmäßig zu sichern. Das erledigen Sie entweder mit dem in Windows XP beziehungsweise Vista integrierten Sicherungsprogramm oder mit dem Freeware-Tool TrayBackup. Beachten Sie bei der Home-Variante, dass Sie das Backup-Tool von Microsoft erst von der Setup-CD nachinstallieren müssen.

Überwinden Sie am besten gleich Ihre Hemmschwelle und richten Sie das Backup-Programm einmal ein - zukünftig läuft es vollautomatisch und sichert alles Wichtige für Sie. Dem "Das mach ich irgendwann mal" sollten Sie beim besten Willen nicht vertrauen und darauf hoffen, dass Ihrer Festplatte nichts passiert. Dann ist es unter Umständen zu spät!

Vorsicht im Porzellanladen

Das wichtigste Element gegen den Verlust persönlicher Daten haben Sie jetzt vollzogen: das permanente Backup. Darüber hinaus bieten inzwischen fast alle modernen Computer die so genannte SMART-Überwachung. Diese "Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology" überwacht ständig wichtige Parameter der Festplatte und kann somit drohende Defekte frühzeitig erkennen.

Dies bestätigt eine unabhängige Studie, die zu dem Ergebnis kommt, dass sich rund zwei Drittel der tatsächlichen Defekte an den Harddisks mit SMART vorhersagen lassen. Die Technik steckt - wie gesagt - in fast allen Computern, kostet nichts zusätzlich, sondern muss eventuell nur noch im BIOS aktiviert werden.

Um dies zu kontrollieren beziehungsweise die SMART-Funktion einzuschalten, booten Sie den Rechner neu und drücken während des Startvorgangs die auf dem Monitor angezeigte Taste, um das BIOS aufzurufen (häufig "Del", also "Entf"). Haben Sie das BIOS offen, müssen Sie nach der SMART-Funktion unter Umständen etwas suchen.

Je nach BIOS-Hersteller und -Version finden Sie sie in den "Advanced Features" oder bei den Laufwerken selbst, also unter "Main". Hier schalten Sie die SMART-Überwachung mit "Enabled" oder "Auto" ein und starten den Rechner neu.

Bei jedem Hochfahren überprüft der Rechner nun die kritischen Festplattenwerte und gibt ab einer kritischen Schwelle eine Warnung heraus. Achten Sie deshalb zumindest von Zeit zu Zeit darauf, ob sich beim Starten ein Warnhinweis zeigt. Noch komfortabler haben Sie es mit Tools, welche diese Überwachung ständig im laufenden Windows-Betrieb liefern. Dazu empfehlen wir drei Demoversionen renommierter Hersteller: SI Guardian, HDD Life Pro sowie Drive LED.

Diese Tools klinken sich rechts unten in die Taskleiste ein und melden sich sofort, wenn irgendetwas nicht stimmt oder kritisch erscheint. SI Guardian geht sogar noch einen Schritt weiter. Nach einiger Zeit im laufenden Betrieb prognostiziert es das Datum, an dem die Festplatte vermeintlich ihre Funktion aufgibt. Sie sollten sich zwar nicht auf den Tag genau berufen, einen Anhaltspunkt gibt Ihnen die Prognose aber dennoch.

Auf Seite 2: Was tun wenn der Rechner streikt...

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