Mehr als nur Speicher

Test: Netzwerkfestplatten

Schluss mit Bildern, MP3s oder Dokumenten, die auf verschiedenen Rechnern verstreut sind. Eine Netzwerkfestplatte bringt Ordnung ins heimische Datenchaos, dient als Datensicherungszentrale und glänzt mit nützlichen Zusatzfunktionen.

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Eine Netzwerkfestplatte bringt Ordnung ins heimische Datenchaos

Schluss mit Bildern, MP3s oder Dokumenten, die auf verschiedenen Rechnern verstreut sind. Eine Netzwerkfestplatte bringt Ordnung ins heimische Datenchaos, dient als Datensicherungszentrale und glänzt mit nützlichen Zusatzfunktionen.

Bis vor kurzem waren externe Festplatten mit USB-Anschluss die ideale Lösung, um einen Rechner unkompliziert und ohne Schrauberei mit mehr Speicher auszustatten, beispielsweise für die Datensicherung. Der Nachteil: Eine USB-Platte muss immer direkt an den Rechner angeschlossen sein, der auf das Laufwerk zugreifen möchte. Wer mehrere PCs oder Notebooks besitzt, muss umstecken. Das mag bei kleinen handlichen 2,5-Zoll-Laufwerken noch relativ unproblematisch sein. Wer jedoch höhere Kapazitäten ab 500 GByte benötigt und dafür kein Vermögen ausgeben will, muss auf 3,5-Zoll-Laufwerke mit Netzteil zurückgreifen. Das ständige Umstecken oder Herumtransportieren des eher unhandlichen externen Speichers zwischen verschiedenen Rechnern wird dann schnell lästig.

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Eine Netzwerkfestplatte bringt Ordnung ins heimische Datenchaos

Unabhängiger Speicher

Hier ist die so genannte Netzwerkfestplatte, die auch als Network Attached Storage (kurz: NAS) bezeichnet wird, einer herkömmlichen USB-Festplatte überlegen. Denn das NAS kann seinen Speicher mit mehreren Rechnern teilen - auch ohne ständiges Umstecken. Als komplett eigenständiger Datenspeicher ist das NAS per Ethernetkabel mit dem Heimnetz-Router verbunden. So kann jeder Rechner und jedes netzwerkfähige Gerät im Heimnetz unabhängig voneinander auf die im NAS gespeicherten Daten oder bereitgestellten Dienste zugreifen.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die wichtigsten Funktionen von NAS-Geräten anhand zweier beispielhafter Modelle vor. Im Rahmen zweier Einzeltests haben wir den Geräten zudem etwas genauer auf den Zahn gefühlt. Das Qnap TS-109 kann eine interne Festplatte aufnehmen, das Zyxel NSA-220 lässt sich mit bis zu zwei internen Festplatten ausstatten. Beide Gehäuse sind für rund 200 Euro im Handel erhältlich.

Zugriff von jedem Heimnetzrechner

Moderne NAS-Geräte für den Heimbereich erfüllen in der Regel gleich mehrere Aufgaben. Die ursprünglichste Funktion einer Netzwerkfestplatte ist die bereits erwähnte Bereitstellung von Speicherplatz im Netzwerk. Dieser Speicherplatz lässt sich auf verschiedene Ordner aufteilen, die auch "Shares" genannt werden. Die Shares erscheinen als Netzwerkordner oder -laufwerk in der Netzwerkumgebung von Windows. Der Anwender kann in der Weboberfläche des NAS einstellen, ob ein Share für jeden Anwender im Heimnetz nutzbar ist oder nur bestimmte Anwender mit Passwort auf ein Share zugreifen dürfen. Hier lässt sich auch einstellen, ob die Inhalte bestimmter Shares schreibgeschützt sind oder verändert werden dürfen. Auf diese Weise lassen sich bereits alle wichtigen Dokumente, ebenso wie Fotos, MP3s und sogar Filmdateien in verschiedenen Shares oder Netzwerkordnern ablegen. Jeder berechtigte Anwender kann dann von jedem beliebigen Rechner im Heimnetz auf diese Netzwerkfreigaben zugreifen, sie kopieren, vervollständigen oder aktualisieren. Shares, deren Inhalte beispielsweise nicht für die eigenen Kinder oder den Mitbewohner bestimmt sind, lassen sich mit einem Zugangsschutz versehen.

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Die im NAS angelegten Shares erscheinen als Laufwerke in der Windows-Netzwerkumgebung.

Speicher im Gehäuse

Alle externen NAS-Geräte sind mit mindestens einer internen Festplatte ausgestattet - denselben Laufwerken wie sie auch in herkömmlichen PCs verbaut sind. Bei manchen Modellen sind die Festplatten fest im Gehäuse eingebaut, der Trend geht jedoch zu NAS-Geräten, die mit einem oder zwei Wechselschächten ausgestattet sind. Hier kann der Käufer dann selbst entscheiden, mit welcher Speicherkapazität er sein NAS-Gehäuse füllen möchte. Der Einbau der internen Festplatte in den Wechselschacht ist unproblematisch. Sowohl das Zyxel- als auch das Qnap-Gerät ließen sich in wenigen Minuten mit einer 500-GByte-Festplatte füllen, zumal beide Hersteller ihren Produkten gut dokumentierte Einbauanleitungen mitlieferten. Besonders hervorzuheben ist hier der Hersteller Qnap, dessen ausführlicher deutschsprachiger Einbau-Assistent beispielhaft ist.

Doch stellt sich spätestens hier die Frage, ob man sich für ein NAS mit einem oder gleich zwei Wechselschächten entscheiden soll. Letztere haben neben der größeren Speicherkapazität in der Regel noch einen anderen Vorzug: die Datensicherheit.

Sicherheiten für den Speicher

Denn ebenso wie beim Speicher in Notebook oder PC kann es auch bei NAS-Geräten zur Katastrophe kommen, falls eine Festplatte ihren Geist aufgibt und die komplette Fotosammlung der vergangenen Jahre mit in den Abgrund reißt. NAS-Geräte ab zwei Festplatteneinschüben erlauben in der Regel eine unkomplizierte Sicherungsmethode mittels Datenspiegelung (engl.: Mirroring), im Fachjargon auch RAID-1-Modus genannt. Hierbei wird der Inhalt der einen Platte automatisch auf die zweite interne Festplatte gespiegelt. Die beiden Platten sollten hierzu gleich groß sein, viele Hersteller empfehlen zwei identische Laufwerke. Fällt eine der beiden Festplatten aus, sind alle Daten trotzdem vollständig auf der zweiten Platte gesichert.

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Sehr gut dokumentiert Hersteller Qnap den Einbau der Festplatte in das NAS-Gehäuse.

Der Nachteil dieser Methode: Bei zwei eingebauten 500-GByte-Laufwerken, also insgesamt einem TeraByte Speicher, lassen sich nur 500 GByte als effektiver Speicher nutzen, da die zweite Platte allein zur Datensicherung benötigt wird. Wer keine Datenspiegelung betreiben möchte, kann die Platten im Zweischacht-NAS in der Regel auch ähnlich wie mehrere interne Laufwerke in einem PC nutzen. Hier hätte man dann die komplette Speicherkapazität zur Verfügung - allerdings ohne Sicherung. Gibt Platte 1 ihren Geist auf, sind auch alle darauf befindlichen Daten betroffen. Dasselbe gilt für die Daten von Platte 2, wenn diese einmal crashen sollte. Von einer Nutzung des Modus RAID-0 raten wir unbedingt ab. Hierbei werden beide Festplatten im NAS zu einem einzigen Laufwerk zusammengeschaltet und alle Daten gleichmäßig auf beide Platten verteilt. Fällt unter RAID-0 eines der beiden Laufwerke aus, sind alle Daten komplett verloren.

Doch gibt es auch alternative Möglichkeiten zur Sicherung der auf dem NAS gespeicherten Daten. So lassen sich beispielsweise externe Festplatten per USB an das NAS anschließen und als Backup-Laufwerk verwenden. Das TS-109 bietet sogar eine RAID-ähnliche Datenspiegelung auf den angeschlossenen USB-Speicher an. Für den Heimanwender muss es also nicht unbedingt RAID 1 sein, allerdings sollte dann eine regelmäßige Datensicherung über ein angeschlossenes USB-Laufwerk erfolgen.

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