Haifischbecken Mittelklasse

Test: LCD- und Plasma-TV

Ob für Einsteiger oder Aufsteiger - mit rund einem Meter Bilddiagonale liegt fast jeder richtig. Die neue Klasse bis 2.000 Euro bietet ausgewählte Top-Features, obwohl die Hersteller ihre Preise knallhart kalkulieren müssen, um im Haifischbecken Mittelklasse zu bestehen.

40/42-Zoll-Fernseher

© Markus Wagenseil

40/42-Zoll-Fernseher

Die 40/42-Zoll-Größenklasse hat sich mit 20 Prozent Marktanteil als zweitschwerstes Größensegment im LCD-TV-Markt etabliert. Dementsprechend beginnt sich der aus der 32-Zoll-Klasse bekannte Preiskampf zu wiederholen. Billige Geräte starten momentan bei 1.400 Euro, haben allerdings kaum nennenswerte Ausstattungs- oder Qualitätsmerkmale vorzuweisen. Deshalb haben wir uns in der preislichen Mittelklasse umgesehen und drei LCD-Fernseher für 2.000 Euro ausgewählt, die ein 500 Euro günstigerer Plasma-TV herausfordert.

Test: LCD- und Plasma-TV

© Markus Wagenseil

Der Hitachi P 42 T 01

Eine Gemeinsamkeit aller ist die Full-HD-Auflösung. Hitachis Plasma fällt hier etwas aus dem Raster, da er zwar 1080 Zeilen hat, horizontal indes nur mit 1024 statt 1920 Spalten auflöst. Das Testfeld hält noch weitere Überraschungen parat: Beispielsweise den HD-fähigen Digitalkabeltuner des Sony KDL-40 V 3000 oder das 100-Hz-Panel von Toshibas 42 Z 3030 D.

Der erste Blick offenbart den gestiegenen optischen Anspruch, den sowohl Konsumenten als auch Hersteller an die Geräte stellen. Wenn schon groß, soll der Fernseher im Wohnzimmer auch ausgeschaltet noch eine erträgliche Figur abgeben. Am deutlichsten ist der Sprung bei Toshiba: Während sich bisherige Modelle mit einer matten Kunststoffumrahmung zufrieden gaben, glänzt die neue Z-Serie im schwarzen Hochglanzlack-Look. Die silberne Metallic-Zierleiste unter dem Panel sieht nicht nur schick aus, sondern beherbergt zudem die Lautsprecher, die man in Kooperation mit Onkyo entwickelt. Auch Sony wagt erstmals den Sprung in die Klavierlackklasse. Das schwarze Gehäuse verzichtet dabei auf Schnörkel und bettet den Lautsprecher fast unsichtbar unter das Panel. Leider lässt sich der Standfuß nicht mehr drehen.

Test: LCD- und Plasma-TV

© Markus Wagenseil

Das neue Design schmückt Sonys V-Serie ganz hervorragend. Der Lautsprecher ist fast unsichtbar und klingt erfreulich ausgewogen.

Rundum glänzend hat LG die Technik des 42 LF 75 verpackt ? sogar der eigenwillig gestaltete Standfuß ist nahtlos ins Design integriert. Hitachi hat seinen Sockel sogar motorisiert - allein das Rotieren des Bildschirms per Fernbedienung und das leise Surren des Elektromotors sorgen für großes Entertainment. Noch mehr Freude kommt beim Öffnen der Frontklappe auf: Hier platziert Hitachi neben HDMI-Buchse je einen USB-Anschluss und einen SD-Kartenleser. Letztere dienen zur Anzeige von HD-Diashows, wobei man sich entscheiden muss, ob man die Kamera über USB andockt oder die Speicherkarte direkt in den Fernseher steckt - mehrere Quellen gleichzeitig kann die Software nicht verwalten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Lediglich die Anzeigegeschwindigkeit dürfte etwas flotter sein. Die HDMI-Buchse erlaubt den schnellen Anschluss von Camcorder und Konsolen. Die Kehrseite der Medaille: Auf der Rückseite des P 42 T 01 bleibt dem Nutzer nur eine zusätzliche HDMI-Buchse. Will er also beide benutzen, muss er mit einem störenden Kabel vor dem Fernseher leben.

Test: LCD- und Plasma-TV

© Markus Wagenseil

Zentrales Designelement ist der opulente aber gewöhnungsbedürftige Standfuß. Der Lautsprecher unter dem Panel ist dagegen dezent eingebettet, tönt aber etwas zu höhenlastig.

Drei HDMI-Buchsen avancieren in dieser Klasse zum Standard

Die 500 Euro teureren LCD-Fernseher kommen ausnahmslos mit drei HDMI-Buchsen. Sony und Toshiba positionieren jeweils eine auf der Geräteseite, LG alle drei hinten. Diese drei Hersteller unterstützen dann auch schon den heimischen Gerätepark durch HDM CEC, das je nach Hersteller Simplink, Regza- Link oder Bravia Theatre-Link heißt. Grundfunktionen, wie das gemeinsame Ein- und Ausschalten funktionieren dabei herstellerunabhängig, erweiterte Funktionen wie das Routing der Tonausgabe zum AV-Receiver nur unter Geräten desselben Herstellers.

Test: LCD- und Plasma-TV

© Markus Wagenseil

Wer noch einen Park analoger Zuspieler sein Eigen nennt, darf sich freuen. Drei Scartbuchsen verbaut kaum mehr ein anderer Hersteller.

Alle Testgeräte sind mit einem DVBT-Tuner ausgerüstet

Selbst in der Mittelklasse ist der zusätzliche Digitaltuner inzwischen obligat. Kein Wunder, neuesten Marktzahlen zufolge wird jeder dritte Flat-TV mit einem Empfänger für digitales Fernsehen ausgeliefert. In über 90 Prozent ? und im Falle der vier Testkandidaten ? empfängt dieser DVB-T. Da die Qualität von DVB-T teilweise sogar schlechter ist als die des analogen Fernsehens und HDTV via DVB-T noch in ferner Zukunft liegt, spendiert Sony seinem V 3000 nun erstmals einen zusätzlichen DVBC( HD)-Tuner. Für den Empfang der Privatsender bedarf es in den meisten Fällen allerdings einer Smartcard, da DVB-C im Großteil von Deutschland grundverschlüsselt ist.

Test: LCD- und Plasma-TV

© Markus Wagenseil

Üppige Vielfalt verbirgt sich unter der Frontklappe des Hitachis. Neben einer HDMI-Buchse ebnen SD-Kartenleser und USB-Buchse Digitalfotos den Weg für HD-Diashows.

Leider hat Sony die Bedienoberfläche des Kabeltuners genauso wenig in das eigene Menü integriert, wie die anderen Probanden. Für den Nutzer bleiben die Digitaltuner so als Gerät im Gerät sichtbar. Zudem teilen sich zwei, bei Sony sogar drei Tuner immer nur einen Antenneneingang. Schade, denn oft weicht das Angebot empfangbarer Sender bei den verschiedenen Ausstrahlungen voneinander ab.

Meist ist der Digitaltuner aber allein schon wegen des elektronischen Programmführers die bessere Wahl. Zudem haben die Analogtuner des Testfeldes alle mit Problemen zu kämpfen. Toshibas Z 3030 zeigt zwar das klarste und schärfste Bild, verschleift dabei jedoch Bilddetails. Sonys Bravia kippt zu reichlich Farbe ins Bild, was sich auch über das Menü nicht beheben lässt. Zudem störten Farbartefakte, die neben dem starken Rauschen auch zu LGs Problemen zählten. Und Hitachis analoges TV-Bild ist von Blässe, Störungen und einer Überschärfung so stark gezeichnet, dassman es kaum anschauen mag.

Mehr zum Thema

Netflix
Streaming

Preise, kompatible Geräte, Datenrate, Serien- und Filmangebot von Netflix: Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um den Streaming-Dienst.
Amazon Blitzangebote
Technik-Deals

Die Highlights der Amazon Blitzangebote - heute mit Synology-NAS, TomTom-Navis, Medion-Notebook, 27-Zoll-Monitor und mehr.
Tipps zum leisen PC
Tipps und Tricks

Die Komponenten eines PCs erzeugen Hitze. Lüfter sorgen meist für eine lästige Geräuschkulisse. Mit unseren Tricks wird Ihr PC flüsterleise.
SSD Mythen Tipps
Solid State Disk

SSD-Tuning - was ist wahr, was ist falsch? Wir verraten, welche SSD-Mythen Sie vergessen können und welche Tipps wirklich helfen.
Urlaubsbilder
Fotografieren im Sommer

Von Sommerlicht bis Sonnernuntergang: Unsere 7 Tipps verraten, wie Sie Urlaubsfotos richtig machen und schöne Bilder mit nachhause bringen.