Farblaser Multis für den kleinen Geldbeutel

Test: Farblaser-Multifunktionsgeräte

Kaum ein Büro kommt heute ohne Farbdokumente aus. Laser-Multifunktionsgeräte mit Farbdrucker sind nicht mehr teuer und bieten viele Funktionen auf kleinster Stellfläche.

  1. Test: Farblaser-Multifunktionsgeräte
  2. Das MFC-9440CN
Test: Farblaser-Multifunktionsgeräte

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Test: Farblaser-Multifunktionsgeräte
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Mit Anschaffungspreisen von 2.000 Euro und mehr galten multifunktionale Farbdrucksysteme (MFGs) für das Home-Office in der Regel als unerschwinglich. Der aufgeklärte Anwender war sich durchaus bewusst, dass die Lasertechnik auch im Farbdruck die geringeren Verbrauchskosten gegenüber Tintenstrahlmodellen produziert. Aber der Anschaffungspreis machte eine hohe Auslastung notwendig, damit sich solch ein Gerät schon nach kurzer Zeit amortisiert.

Damit ist aber seit etwa einem Jahr Schluss. Die Gerätepreise purzelten unter die magische 1.000-Euro-Grenze, die Dokumentenzentralen mit Farblaserdrucker rücken nun auch mehr und mehr in den Focus nicht so finanzkräftiger Firmen oder Einzelanwender. Günstiger Anschaffungspreis gepaart mit geringen Verbrauchskosten sowie der Platzersparnis an Stellfläche gegenüber Einzelgeräten sind unschlagbare Argumente für den Einsatz eines Farblaser-MFGs.

Um Ihnen diese aufstrebende Geräteklasse und ihre Leistungsfähigkeit näher vorzustellen, haben wir 5 Modelle von 629 bis 1.299 Euro (UVP) getestet. Die Ergebnisse finden Sie auf den folgenden Seiten dieses Artikels. Die Zeit ist also reif, für den Einstieg in die Laserfraktion. Aber keine Panik: Drucken Sie ruhig Ihre Tintenpatronen erst einmal leer, denn die Preise für Farblaser-MFGs werden sicher in nächster Zeit weiter fallen und dann ist immer noch Zeit für den Umstieg.

Druckwerk und Scanner sind das Herzstück eines MFGs

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Das horizontale Single-Pass-Verfahren

Die Arbeitsweise eines MFGs wird hauptsächlich von der Qualität des Druckwerks und dem Scannermodul bestimmt. Beide sind verantwortlich für die Qualität und Schnelligkeit der Kopier- und Faxfunktion.

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Das vertikale Single-Pass-Verfahren

Bei Farblaserdruckwerken kommen in der Regel zwei Drucktechniken zum Einsatz, entweder die Single- oder die Multi-Pass-Technik. Bei Single-Pass-Druckern werden alle Farben in einem Arbeitsgang auf das Papier aufgetragen, bei der Multi-Pass-Technik durchläuft das Papier vier Farbaufträge.

Der Unterschied macht sich weniger in der Druckqualität, sondern hauptsächlich bei der Druckgeschwindigkeit bemerkbar. Single-Pass-Drucker werfen in der Regel die gleiche Anzahl von Schwarz-Weiß- oder Farbseiten in einem bestimmten Zeitraum aus.

Ein Multi-Pass-Drucker kann da je nach Modell nur beim einfarbigen Textdokument mithalten. Sobald Farbe ins Spiel kommt, reduziert sich der Seitendurchgang drastisch. Der Lexmark X502n ist dafür mit 33 Text- und nur 5 Farbseiten in der Minute ein gutes Beispiel.

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Multi-Pass-Farblaserdrucker mit Revolvertechnik

Das Single-Pass-Druckwerk vom Brother MFC-9440CN produziert hingegen 20 Text- oder 20 Farbseiten pro Minute. Die Single-Pass-Technik hat noch einen ergonomischen Vorteil: Das Druckwerk arbeitet viel leiser als eine Multipass-Maschine mit ihrer komplizierten, oft recht laut klappernden Mechanik. Multi-Pass-Geräte sind dafür preiswerter zu haben.

Scannen, Kopieren und Faxen über Flachbett oder ADF

MFGs mit integriertem Faxmodul sind fast alle mit einem ADF-Einzug (Automatic Document Feeder automatischer Dokumenteneinzug) für mehrseitige Dokumente und einem Flachbett für die manuelle Einseitenvorlage ausgestattet. Beide Möglichkeiten der Dokumentenvorlage lassen sich, neben der Digitalisierung von Papiervorlagen, sowohl für die Kopier- als auch die Faxfunktion nutzen. Das Einlesen über das ADF erfolgt über einen Einzugsmechanismus, der die Vorlage über die feststehende Scannerlampe schiebt.

Die eingestellte Scan-Qualität bestimmt hier die Geschwindigkeit des Einzugs. Je hoher die Qualität, desto langsamer schiebt sich das Blatt über den Scan-Bereich, damit der Digitalwandler des Scan-Moduls alle Informationen verarbeiten kann.

Es gibt teure Modelle, die sogar die Vorder- und Rückseite eines Dokuments in einem Arbeitsgang einlesen. Bei einer Vorlage auf dem Flachbett läuft die Scannerlampe für die Abtastung unter dem Dokument hindurch - wieder je nach Qualitätseinstellung langsam oder schneller.

Je nach Modell können bei beiden Varianten die Einlesezeiten variieren, was dann, neben der Druckgeschwindigkeit auch die Dauer eines Kopiervorgangs oder das Einlesen und die digitale Aufbereitung einer Faxnachricht beeinflusst.

Die Bedienung der Dokumentenzentrale

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Das Bedienfeld des Lexmark X502n

Die meisten Funktionen von Multifunktionsgeräten, so auch die unserer Testkandidaten, lassen sich sowohl direkt am Gerät als auch vom PC aus steuern. Alle Testgeräte bieten auch einen Netzwerkanschluss, über den die Ansteuerung auch von mehreren PCs aus möglich ist. Den meisten Geräten liegt eine Fax-Software bei, über die man Dokumente direkt vom PC versenden kann.

Die Bedienkonsole am Gerät bietet in der Regel drei Knöpfe für die Auswahl der Hauptfunktionen Kopieren, Scannen und Faxen sowie zwei Ausführungsknöpfe für Farb- und Schwarz-Weiß-Aufgaben. Über ein Display und, je nach Modell verschieden angeordnete Menüknöpfe kann man im Gerätemenü navigieren.

Hier lassen sich grundlegende Einstellungen festlegen, beispielsweise ob nach jedem gesendeten Fax ein Bericht gedruckt wird oder nach einer bestimmten Anzahl von Faxen ein Journalausdruck erfolgt. Weiterhin lassen sich für die anstehenden Aufgaben direkt am Gerät Qualitätseinstellungen vornehmen. Diese haben dann für Nutzer vom PC aus keine Bedeutung, hier gelten die Einstellungen, die man im Gerätetreiber am PC vornimmt.

Bei allen Bedienkonsolen nimmt der Tastenblock für Zeichen- und Ziffern einen großen Raum ein. Dieser kommt beispielsweise bei der Anwahl eines oder mehrerer Faxempfänger, zum Speichern von Kurzwahlnummern oder für die Vorwahl der Kopienanzahl zum Einsatz. Die Tasten sind in der Regel eindeutig beschriftet, das Display meldet zudem Fehler oder eine kurz vor dem Leerstand befindliche Tonerkartusche.

Zubehör und optionale Möglichkeiten

Wer sich für seine Firma ein Farblaser-MFG anschafft, sollte auch auf mögliche optionale Erweiterungen achten. Denn wenn die Firma wächst, erhöht sich in der Regel auch der Zugriff auf das MFG. Einige Geräte lassen sich bei Bedarf mit zusätzlichen Papierkassetten für eine größere oder variable Papierzufuhr erweitern.

Werden die zu verarbeitenden Dokumente umfangreicher, die Inhalte speicherintensiver, sollte man darauf achten, dass das MFG die Möglichkeit bietet, den internen Gerätespeicher zu erweitern. Auf einer internen Festplatte lassen sich vorgefertigte Formulare oder Briefköpfe speichern und bei Bedarf immer wieder abrufen oder durch neue ersetzen.

Das spart beispielsweise teures Firmenpapier aus der Druckerei. Für einige Modelle gibt es als Zubehör eine Duplexeinheit für den Zweiseitendruck.

Allerdings sind Geräte, die solche umfassenden Erweiterungen zulassen, zum jetzigen Zeitpunkt kaum unter 1.000 Euro zu haben. Außerdem ist optionales Erweiterungszubehör oft recht teuer und man ist in der Regel an das spezielle Zubehör des jeweiligen Herstellers gebunden.

In diesem Fall sollte man schon einmal einen Blick in die Zukunft werfen und sich gleich ein, zugegeben teures Gerät mit zukunftssicherer Ausstattung zu ordern. Den Einzelanwender oder kleine Büros wird aber die Standardausstattung sicher einige Jahre begleiten.

Fazit zu unserer Testreihe

Vier von fünf Testmodellen lieferten gute bis sehr gute Testergebnisse. Der Testsieger MFC-9440CN von Brother erreichte in allen Testkriterien nahezu Spitzenwerte, während die anderen Modelle mal in der Geschwindigkeit, der Ausstattung oder der Qualität der Kopier- und Druckergebnisse Punkte einbüßten.

Die genaue Beurteilung der einzelnen Geräte finden Sie auf den folgenden zwei Seiten. Durch die schlechten Ergebnisse des Canon i-Sensys MF8180C bei der Farbkopie sowie dem fehlenden Netzschalter, gelang dem Gerät der Sprung über die 70-Punkte-Grenze nicht.

Wir konnten dennoch ein "Befriedigend" vergeben, weil alle anderen Funktionen mit denen der Konkurrenz mithalten konnten. Ansonsten konnte das Testfeld die Erwartungen an eine Dokumentenzentrale erfüllen.

Alle Funktionen liefen bis auf wenige Ausnahmen fehlerfrei, die Geräte lassen sich sowohl direkt über das Bedienfeld am Gehäuse als auch über die Geräte-Software am PC ohne Probleme bedienen. Die MFGs sind schnell eingerichtet, der Tausch der Verbrauchsmaterialien ist nicht schwer und wird mit Aufklebern am Gerät sowie kurzen, gut bebilderten Anleitungen unterstützt.

Vor dem Gerätekauf sollten Sie allerdings Ihr Druckaufkommen analysieren. Ein preiswertes MFG mit Multi-Pass-Druckwerk ist für den Anspruch "viel SchwarzWeiß und wenig Farbe" die richtige Wahl. Wer einen großen Durchsatz an farbigen Dokumenten hat, sollte auf die etwas teureren Single-Pass-Modelle zurückgreifen, die neben dem schnellen Schwarz-Weiß-Druck auch hohe Geschwindigkeiten bei Farbseiten garantieren.

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