Alternative Apple

Teil 9: Apple-Computer im Test

So schick die Hardware auch ist - den eigentlichen Unterschied macht das Betriebssystem aus. Was die wenigsten wissen: Das Apple-Betriebssystem OS X basiert auf Unix. Im Betrieb merkt man davon allerdings wenig. Kryptische Parameter, Kernel-Kompilierungsorgien oder das Hantieren mit Treibermodulen gibt es bei Mac OS nicht.

Apple-Computer im Test

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Wie von einem anderen Stern: Der Mac Pro sieht aus, als sei er einem Katalog für Rechenzentren entsprungen. Kabelgewirr gibt es nicht, das Innere ist klar strukturiert. Für Bastelfreaks, die sich alle sechs Monate einen neuen Prozessor einbauen wollen, ist der teure Edel-Rechner nichts - das ist aber auch nicht die Zielgruppe der Workstation.

Was man sich als Windows-Anwender vor Augen führen muss, ist eines: Macs sind darauf ausgelegt, unkompliziert zu sein. Das bedeutet nicht, dass Apple alles perfekt gelöst und den Computer neu erfunden hat. Tatsächlich war es aber oft so, dass wir erst dann Probleme mit dem Betriebssystem bekamen, wenn wir zu kompliziert an die Sache herangingen. Als Beispiel diene ein QMS-Laserdrucker, der an unser Labor-Netzwerk angeschlossen ist.

Unter Windows erfordert dessen Einrichtung einige Kenntnisse über das Netzwerk. Zunächst schlugen wir uns auch beim Mac ohne Erfolg mit IP-Adressen und Protokolldaten herum, bis wir auf die Idee kamen, es den Rechner selbstmachen zu lassen. Per Appletalk (wir wussten gar nicht, dass der Drucker das kann) fand und konfigurierte der Mac den Drucker innerhalb von Sekunden.

Die Arbeit mit dem Betriebssystem zeichnet sich auch dadurch aus, dassman alsBenutzer nur eingeschränkte Rechte besitzt. Wer weiß, was er tut, kann aber den Root-User - das Unix-Pendant zum Windows-Administrator - freischalten und dann so tief in den Eingeweiden des Systems wühlen, wie er möchte.

Apple-Computer im Test

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Ein verbreiteter Kritikpunkt, den Windows-Anwender gerne anbringen, ist das Ein-Knopf- Konzept der Maus. Dazu ist zu sagen, dass auch unter Mac OS die Mehrtastenmaus schon lange Einzug gehalten hat. Selbst die mitgelieferten Mäuse, die wir zunächst für Eintastenmodelle hielten, sind neben Scrollball und Seitentasten mit der üblichen linken und rechten Taste ausgestattet - man sieht das nur nicht sofort. In den Systemeinstellungen lässt sich das Verhalten der Knöpfe nach Belieben konfigurieren.

Wesentlich weiter als Windows XP ist Mac OS in der Zusammenarbeit mit großen Bildschirmen. Während man bei Windows wüst herumkonfigurieren muss, um auch wirklich alle Schriften bei hoch auflösenden Monitoren auf eine erkennbare Größe zu bekommen, wirkt Mac OS auf jedem Bildschirm als sei es dafür gemacht worden. Fairerweise muss man Windows XP sein betagtes Alter zu Gute halten. Vista wird hier hoffentlich besser abschneiden.

Ein weiterer Pluspunkt bei MacOS gegenüber einem frisch installierten Windows-Rechner ist die reichhaltige Software, die bereits in der Grundausstattung dabei ist. Sie alle zielen auf die Kreativität des Benutzers ab und so lassen sich mit wenig Übung Comics, Musikstücke, Diaschauen und vieles mehr zusammenstellen und per iWeb sofort in eine Webseite verpackt online stellen. Auch hier mussman aber fair bleiben: Würde Microsoft solche Anwendungen beilegen, hätte die Firma vermutlich am nächsten Tag diverse Verfahren wegen Monopolmissbrauchs am Hals.

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