Impotent durch WLAN?

Teil 8: Impotent durch Datenfunk?

Die großen Mobilfunknetze gibt es noch keine 20 Jahre, umfassende wissenschaftliche Untersuchungen sind daher rar. Doch viele kleinere Studien legen den Verdacht nahe, dass elektromagnetische Felder die Gesundheit gefährden. Kann man sich davor schützen?

Interview mit Wolfgang Maes, Sachverständiger für Baubiologie

Impotent durch Datenfunk?

© Archiv

Wolfgang Maes ist Sachverständiger für Baubiologie, Journalist und Autor des Buches "Stress durch Strom und Strahlung" (IBN-Verlag, Neubeuern).

Wir: Woher nehmen Sie die Gewissheit, dass elektromagnetische Felder Gesundheitsrisiken bergen?

Maes: Mir liegen hunderte aktueller Forschungsergebnisse vor, die unabhängig voneinander immer wieder die gleichen Risiken beschreiben: von Störungen der Hirnströme über Hormon- und Nervenprobleme bis zu Demenz, Unfruchtbarkeit und Krebs. Viele Erfahrungen bestätigen das. Letzendliche Gewissheit im streng wissenschaftlich akzeptierten Sinn gibt es noch nicht.

Wir: Wie kommt es, dass diese Risiken kaum diskutiert werden?

Maes: Die meisten Verbraucher wissen nichts über die Risiken, sie sind schlecht informiert. Obwohl Wissenschaftler, Ärzte und Verbraucherzentralen warnen und von drahtlosen Techniken abraten. Dabei geht es nicht nur um Handys. Nehmen Sie zum Beispiel die kleinen Basisstationen der schnurlosen DECT-Telefone, die nonstop im Pulsverfahren funken.

Wir: Was ist eigentlich so besonders kritisch an den gepulsten Funkverbindungen?

Maes: Wissenschaftler und Mediziner wissen, dass gepulste Reize biologisch stärker wirken als kontinuierliche - seien es Funkstrahlung, der Stroboskopblitz oder das Magnetfeld bei der Therapie von Knochenbrüchen. Ein elektromagnetisches Feld stört bei kontinuierlicher Strahlung nicht die Hirnströme, bei gepulsten Feldern der gleichen Stärke ist das massiv der Fall.

Wir: Das heißt auch bei WLAN?

Maes: WLAN ist auch ein gepulster Daueremittent. Erste Mediziner mahnen, weil der Funkstandard sich einer besonders niedrigen Frequenz von 10 Hertz bedient. Die ist menschlichen Gehirnströmen sehr ähnlich, deshalb seien biologische Probleme vorprogrammiert.

Wir: Gibt es Erkenntnisse zur Mehrfachbelastung durch die Vielzahl der Funktechniken?

Maes: Ja, in der Biologie ist eins plus eins nicht gleich zwei, sondern gleich fünf oder zehn oder noch mehr. Asbest ist gefährlich, Asbest plus Rauchen ist zigfach gefährlicher. Zuviel Elektrosmog ist riskant, kommen Schwermetalle zum Beispiel durch Amalgam in den Zähnen hinzu, wird es noch riskanter. Die einzelnen Funkarten, -frequenzen und -modulationen dürften sich, was biologische Effekte angeht, in der Wechselwirkung nicht nur summieren, sondern potenzieren.

Wir: Kann man diesen Einflüssen überhaupt noch entkommen?

Maes: Die Basisstation für den Mobilfunk zum Beispiel kann ich nicht ausschalten. Der Strahlung bin ich den ganzen Tag und während der empfindlichen Regenerationszeit im Schlaf ausgesetzt. Aber immerhin kann ich den Umgang mit Handy, DECT-Telefon, WLAN oder Bluetooth selbst regeln. Ein Handy kann ich ausschalten, hohe Strahlungen reduzieren, Erholungspausen einlegen, die Schlafphase ungestört zu halten oder wieder mehr Kabel einzusetzen.

Wir:Welche bautechnische Möglichkeiten hat man, um sich vor Strahlenbelastungen zu schützen?

Maes: Massive Bausubstanzen wie Stein oder Beton reduzieren sehr stark Mikrowellen vom Mobilfunk, die von außen kommen. Leichtbaustoffe wie Gips oder Holz lassen sie fast ungehindert passieren. Auch Wärme- und Sonnenschutzfenster halten Mobilfunkwellen zurück. Mit Abschirmmaterialien wie Metallfolien, -tapeten und -gardinen kann man Strahlen fast ganz abschirmen.

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