Die miesen Abo-Tricks

Teil 8: Abgezockt im Internet

In verschiedenen Internetforen tauschen sich Betroffene aus und berichten von der Vorgehensweise der Schmidtlein GbR im Detail, wie etwa bei www.netzwelt.de. Aus den Berichten der Forumsnutzer ergibt sich ein Bild, wie die Brüder Schmidtlein vorgehen, um an das Geld ihrer Opfer heranzukommen. Die beiden Herren verfahren demnach nach einem ganz bestimmten Muster, um die Betroffenen einzuschüchtern. Zunächst wird die Widerspruchsfrist abgewartet, dann erfolgen Mahnungen und schließlich Drohbriefe vom Anwalt. Auf E-Mails oder Briefe reagieren die Brüder nicht. Im Forum wird beispielsweise berichtet, dass auf einen Widerspruch per Einschreiben mit Rückschein grundsätzlich nicht eingegangen wird. Ein Schreiben des Anwalts Olaf Tank würde trotzdem zugesandt und zu den Zahlungen auffordern, jetzt nebst zusätzlichen Gebühren von insgesamt 123 Euro. Von ihrer Abzockmasche weichen die Schmidtleins offensichtlich nicht ab.

Abgezockt im Internet

© Archiv

Einige Nutzer berichten, dass sie zwar ihre Daten in der Maske eingegeben, die Anmelde- E-Mail aber nicht bestätigt hätten und trotzdem eine Rechnung per E-Mail erhielten und im weiteren Verlauf in die Abzock-Maschinerie nach "Schema-Schmidtlein" gerieten. In einigen Beiträgen wird geschildert, dass der Internetnutzer zwar eine gültige EMail- Adresse angegeben habe, aber keine Personendaten.

In anderen Beiträgen geht es auch um die IPAdresse, die Spur, die direkt zu dem Internetsurfer führt, der sich auf eine Schmidtlein- Seite verirrt hat. Mit der IP-Adresse und der Uhrzeit kann man an die Personendaten des Surfers gelangen - so einfach ist das aber nicht. Manche Forenuser berichten, dass die angeblich festgehaltene IP falsch sei, die die Schmidtleins ihnen mitgeteilt hätten, ebenso wie der Provider.

Hieraus schlau zu werden ist nicht ganz leicht. Zum einen können wir vermuten, dass die Schmidtleins alle User, die sich auf ihre Abzockseiten verirrt haben, pauschal ein Mahnschreiben mit Zahlungsaufforderung schicken, auch dann, wenn diese ihre Anmeldung zum Abo nicht vollständig abgeschlossen haben. Zum anderen kann man vermuten, dass die oder eine IP-Adresse eingesetzt wird als weiteres Instrument zur Einschüchterung ihrer Opfer. Beide Vermutungen bekräftigen den Verdacht, dass die Herren nie tatsächlich vorhatten oder haben, gerichtliche Schritte gegen ihre "Kunden" einzuleiten. Einziges Ziel des Trios ist es wohl, möglichst viele Bürger dazu zu bringen, die Rechnungen zu bezahlen. Selbst wenn nur ein kleiner Teil der Betroffenen die Forderungen begleicht, dann geht die Rechnung der Schmidtleins auf.

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