Videos aus der Tube

Teil 7: YouTube

"Dagegen kann man nichts machen..."

YouTube

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Christian Czirnich, EDV- und Online-Rechtsanwalt, über die Folgen des Google-YouTube-Deals für die User und Urheberrechtsfragen auf Videoportalen

Cathrin Günzel: Google hat YouTube gekauft und damit auch alle Videos. Muss sich die YouTube-Gemeinde damit abfinden?

Christian Czirnich: Ja. Dies ist in den Nutzungsbedingungen eindeutig geregelt. Was darf YouTube - und damit jetzt Google - mit den Videos alles anstellen?

Was darf YouTube - und damit jetzt Google - mit den Videos alles anstellen?

Sie können bei jeder Werbekampagne für YouTube selbst oder mit der Firma verbundenen Unternehmen eingesetzt werden. Nach dem Deal bedeutet das: Auch für alle mit Google verbundenen Unternehmen. YouTube könnte auch Fernsehsendungen oder DVDs aus den Inhalten der Community produzieren und verkaufen.

Darf das auch eine Fernsehsendung sein, die sich über dilettantische Filmchen oder peinliche Inhalte lustig macht?

Ja. Denn YouTube hat sich in seinen Nutzungsbedingungen (Terms of Use) sämtliche Verwertungsrechte für Videoinhalte einräumen lassen - und das weltweit.

Haben die YouTube-Mitglieder einen Anspruch auf einen Teil der Erlöse, die mit ihren Filmen erzielt werden?

Nein.

Darf YouTube die Videos unbegrenzt nutzen?

Ja, es sei denn, das Mitglied fordert die Löschung seiner Inhalte. Nach den Nutzungsbedingungen ist das möglich. Der Nutzer muss sich aber im Klaren sein: Stellt er Inhalte bei YouTube ein, unterwirft er sich amerikanischem Recht. Prozesse müssten also in den USA geführt werden.

YouTube darf also ziemlich viel. Wie viel darf denn der Nutzer?

Er darf sich selbst aufnehmen. Die Filme dürfen aber weder obszön noch pornografisch oder rassistisch sein. Verboten sind auch abgefilmte oder kopierte Sendungen und Filme, Musikclips sowie jede Art von Videos, für die der Nutzer keine Rechte besitzt. Auch Bearbeitungen wie Remixe sind nicht erlaubt. Sind Dritte auf den Filmen zu sehen, müssen diese ihr Einverständnis geben. Am besten schriftlich, sonst gibt es Beweisprobleme.

Darf ich also keinen Film vom entgleisten Chef beim Oktoberfest ins Netz stellen?

Nein. Es sei denn, er ist absolut unkenntlich gemacht. Jeder sollte immer daran denken: YouTube ist kein privater Ort.

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