Großrechner- Feeling

Teil 7: Xen: Viele Linux-Instanzen auf einem PC

Xen lässt sich mit wenig Aufwand auf bestehenden Linux-Distributionen nachrüsten. Die Voraussetzungen sind moderat: Python sollte in Version 2.3 vorhanden sein, Ihre Distribution sollte auf Kernel 2.6 basieren, und als Bootloader muss Grub vorhanden sein. Quellcodes können Sie sich aus dem Mercurial-Repository (Versionsverwaltungssystem) von Xensource beschaffen oder per HTTP herunterladen.

Xen: Viele Linux-Instanzen auf einem PC

© Archiv

Entpacken Sie das Quellcode-Archiv und wechseln Sie in den entstandenen Ordner xen-3.0-testing.hg. Dort genügt

make world

um, Xen nebst Xend und den benötigten Verwaltungswerkzeugen zu kompilieren. Beim make-Lauf werden auch zwei Kernel für privilegierte und unprivilegierte Domains kompiliert.

Die Installation folgt mit

make install

Anschließend finden Sie im Verzeichnis /boot den Kernel vmlinuz-2.6.16-xen sowie den Hypervisor xen-3.0.2.gz.

Tragen Sie Xen nebst Linux-Kernel in Ihre /boot/grub/menu.lst ein:

title Kanotix (Xen 3.0.2) 
root (hd0,4) 
kernel /boot/xen-3.0.2.gz 
module /boot/vmlinuz-2.6.16-xen 
root=/dev/hda5 ro 
ramdisk_size=100000 lang=de nomce 
boot

Die Append-Parameter des Linux-Kernels haben wir vom xenlosen Kanotix übernommen. Auffällig ist: Xen ist jetzt der Kernel, Linux wird als Modul geladen. Falls eine Ramdisk benötigt wird, erstellen Sie diese wie gewöhnlich mit mkinitrd und laden sie über eine zweite module- Zeile.

Rebooten Sie den Rechner und starten Sie den Kontroll-Daemon - zunächst von Hand:

/etc/init.d/xend start

Wenn Sie Xen dauerhaft verwenden, verlinken Sie das Startscript im Ordner Ihres Standard-Runlevels (meist /etc/rc5.d oder /etc/rc3.d).

Die weitere Einrichtung unprivilegierter Domains erfolgt wie im Fließtext beschrieben.

Gelegentlich fehlen dem Standard-Kernel Treiber für Dateisysteme oder Netzwerkkomponenten.

In diesem Fall können Sie den Xen-Kernel interaktiv konfigurieren und installieren

make linux-2.6-xen-config CONFIGMODE= 
menuconfig 
make linux-2.6-xen-build 
make linux-2.6-xen-install

Statt CONFIGMODE=menuconfig kann auch das etwas übersichtlichere CONFIGMODE =xconfig verwendet werden.

Um die Erstellung einer initrd zu umgehen, integrierten wir Treiber für die unmittelbar beim Boot benötigten Controller und Dateisysteme statisch an Stelle als Modul.

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