Multimedialer Brückenschlag

Teil 7: Multimedia-Streaming in der Praxis

Um die Kluft zwischen Unterhaltungselektronik respektive Streaming-Clients und PC zu überbrücken, reicht eine einfache Netzwerkverbindung allein nicht aus. Zusätzlich bedarf es noch passender Protokolle, die eine geregelte Kommunikation zwischen Client und Server ermöglichen.

Multimedia-Streaming in der Praxis

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Die ersten Streaming-Clients setzten noch proprietäre Serversoftware und Protokolle ein, sodass für jeden im Netz vorhandenen Streaming-Client eine separate Serversoftware auf dem PC laufen musste. Inzwischen hat sich vor allem ein Standard etabliert: UPnP AV, eine auf Video und Audiostreaming spezialisierte UPnP-Variante (Universal Plug ans Play). UPnP AV unterscheidet zwischen drei Netzwerkinstanzen: Media Server stellen die Multimediadateien im Netzwerk bereit und bietet diese via Content Directory-Dienst feil. Der Dienst ermöglicht einen vorsortierten Zugriff auf Multimedia-Sammlungen: So lassen sich Musiksammlungen beispielsweise gezielt nach Künstler, Album oder Erscheinungsjahr abfragen.

Üblicherweise läuft die Media Server-Instanz auf einem PC. Inzwischen gibt es jedoch auch NAS-Lösungen (Network Attached Storage), die mit integrierten UPnP-Media-Servern aufwarten. Eine weitere UPnP-Instanz ist der Control Point, der in erster Linie eine Bedienoberfläche zur Verfügung stellt, mit deren Hilfe sich die im Netz aktiven Media Server lokalisieren, auswählen und nach Medien durchforsten lassen. Dabei muss der Control Point nicht zwangsläufig in einem Streaming-Client integriert sein, auch wenn dies meist der Fall ist.

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Prinzipiell kämen auch PDAs, Smartphones oder intelligente Fernbedienungen mit entsprechenden Displays und Benutzeroberflächen in Frage. Um die Wiedergabe der ausgewählten Dateien kümmert sich die dritte Instanz, der Media Renderer, sprich: der Streaming-Client.

Der UPnP-AV-Stack setzt auf bekannten Netzwerkprotokollen wie TCP/IP, UDP sowie HTTP auf und erweitert diese um UPnP-spezifische Schichten zur Geräteidentifikation (SSDP: Simple Service Discovery) und Steuerung (SOAP: Simple Object Access Protocol). Die Übermittlung der Dienstbeschreibungen der angeschlossenen Geräte wie auch deren Steuerung erfolgt in Form von XML-Dateien. Darüber hinaus macht der UPnP-Standard Schluss mit der manuellen Vergabe von IPPC-Adressen: Die UPnP Basic Device Architecture, obligatorischer Bestandteil jedes UPnPGeräts, implementiert nicht nur den nötigen TCP/IP-Stack, sondern sorgt dafür, dass UPnPGeräte sich per DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol) oder mittels Auto IP automatisch in Netzwerkumgebungen einfügen.

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Bei Kaufentscheidungen sehen sich Anwender mit einem bunten Logo-Reigen konfrontiert.

Ein Manko des UPnP-Standards ist unter anderem die fehlende DRM-Unterstützung. Hinzu kommt, dass UPnP AV bezüglich des Übertragungsprotokolls sowie der verwendeten Codecs grundsätzlich offen ist, was in der Praxis immer wieder zu Problemen führt. So ist eine UPnP AV-Zertifizierung für sich allein genommen noch kein Garant dafür, dass die von einem UPnP-Media-Server angebotenen Inhalte auch wiedergegeben werden können.

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PC-Ersatz: Netzwerkfestplatten (NAS) wie Buffalos LinkStation mit integriertem UPnP-AVServer helfen beim Stromsparen.

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