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Teil 7: IMAP: Grundlagen, Möglichkeiten, Probleme

Wir haben für Sie die wichtigsten Programme und Dienstanbieter auf ihre IMAPTauglichkeit getestet. Dabei haben wir uns auf populäre Freeware und deutschsprachige Programme konzentriert. Mit Ausnahme des kommerziellen Microsoft Outlook, das durch seine Popularität einen besonderen Stellenwert hat.

IMAP: Grundlagen, Möglichkeiten, Probleme

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Nicht schön, nicht einfach, aber gut: der Mulberry IMAP-Client

MulberryDas kostenlose, unter www.mulberry mail.com erhältliche Mailprogramm Mulberry gilt als der IMAP-Client schlechthin, schreckt aber mit einer altbackenen, englischen Benutzeroberfläche sowie einer komplizierten Konfiguration ab. Wer es einfach mal probieren will, wundert sich über einen hartnäckigen Anmeldedialog, der weder abzubrechen noch durch Eingabe von Daten zur Zusammenarbeit zu bewegen ist. Erst nach langem Suchen in den Tiefen der englischen Webseite erfährt man, dass über ein zusätzliches Admintool eine Konfigurationsdatei erstellt werden muss, die im Mulberry-Verzeichnis gespeichert wird. Zwar unterstützt Mulberry so ziemliche jede IMAP-Funktion, von der richtigen Ordnerverwaltung über die Handhabung von Flags bis zur Rechteverwaltung. Aber wer nicht unbedingt auf letztere angewiesen ist, ist besser beraten, mit Thunderbird zu arbeiten.

Outlook ExpressOE bietet eine halbwegs brauchbare IMAPUnterstützung. Den Expunge-Befehl für als gelöscht gekennzeichnete Mails kann man durch das auf der Hauptsymbolleiste eingeblendete Icon Entfernen auslösen. In den Eigenschaften der Konteneinstellungen findet man außerdem eine Registerlasche IMAP, über die man für die zwei Ordner Gesendete Objekte und Entwürfe einen Abgleich zur Ordnerstruktur des Servers vornehmen kann. Abonnieren bzw. ein-/ausblenden lassen sich nur solche Ordner, die nicht zur Standardstruktur von Outlook Express bzw. dem Server gehören. Mit tiefer liegenden Verzeichnisstrukturen tut sich das Programm schwer.

IMAP: Grundlagen, Möglichkeiten, Probleme

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Die wichtigste Neuerung von Outlook 2007 in Bezug auf IMAP: die Möglichkeit, als gelöscht markierte Mails auch endgültig zu löschen.

OutlookBis Version 2003 kann man von der IMAPNutzung mit Outlook nur abraten, insbesondere, weil Mails nur als gelöscht gekennzeichnet werden können, es aber keinen Expunge-Befehl zur Entfernung gibt. Als Lösung bleibt das manuelle Verschieben in den Papierkorb. Oder der Umstieg auf Outlook 2007, bei dem es den Befehl als neue Option in den erweiterten Konto- Einstellungen gibt. Dort findet man auch eine zweite Neuerung, nämlich den Ordner Gesendete Objekte mit der Serverstruktur abgleichen zu können.

Bei den restlichen Ordnern muss auch Outlook 2007 passen. Wichtig ist außerdem, dass das Nachrichtenformat auf HTML und nicht RTF eingestellt ist, weil sonst Outlook Dateianhänge auf dem Mailserver im von anderen Programmen nicht unterstützten TNEF-Format hinterlegt werden (zumeist mit dem Namen winmail.dat). Wer bereit ist, Geld auszugeben, findet unter www.couriermta. org/imap aber ein kostenpflichtiges Plug-in für Outlook, das dieses an den beliebten Open-Source-Server Courier-IMAP anbindet und damit Groupware-Lösungen wie Ordnerfreigaben, öffentliche Ordner und Terminplanungen auch ohne Microsoft Exchange realisiert.

ThunderbirdWer einen leistungsfähigen und deutschsprachigen IMAP-Client sucht, der kommt um das kostenlose Open-Source-Programm Thunderbird nicht herum. Zwar muss man zur Konfiguration so manchen Fallstrick überwinden, aber bis auf die Unterstützung einer Rechteverwaltung kann man mit Thunderbird jedes gängige IMAP-Problem lösen. Der nachfolgende Tipps-Teil zeigt Ihnen die wichtigsten Konfigurationseinstellungen. Zusätzlich ist das Programm unter www.thunderbird-mail.de (Deutsch) und kb.mozillazine.org (Englisch) gut dokumentiert.

Hat man sich erst einmal an gewisse Eigenarten gewöhnt, wie beispielsweise die von den übrigen Kontoeinstellungen getrennte Konfiguration der SMTP-Server, so arbeitet es sich mit Thunderbird ziemlich gut. Hervorzuheben sind die Möglichkeiten zum Ordnerabgleich in der Benutzeroberfläche (nur der Papierkorb braucht einen manuellen Eingriff in die Konfigurationsdatei), genaue Synchronisationseinstellungen, ein Disconnected- Mode und Einstellungen zum Löschverhalten.

Windows MailWer mit Windows Vista arbeitet, kann als brauchbare Alternative zu Thunderbird auch den dortigen Nachfolger von Outlook Express verwenden. Es ist schade, dass Microsoft hier seine Hausaufgaben bei der IMAP-Unterstützung gemacht hat, aber die Neuerungen nicht auch auf Outlook 2007 übertragen hat. Auffallend ist der Dialog zum Abgleich der Ordnerstrukturen, der auch Einträge für gelöschte Elemente und Junk-E-Mails enthält.

So einfach und übersichtlich bietet das kein Programm, auch nicht Thunderbird. Außerdem wurde die Löschfunktion mit einem Ein-Schritt-Prozess kombiniert. Das IMAP-Flag Deleted wird nicht mehr selbst unterstützt, bereits gekennzeichnete Mails werden nicht angezeigt. Wer ein einfaches IMAP-Programm mit geringem Konfigurationsaufwand und funktionierenden Basisfunktionen sucht, ist mit Windows Mail gut bedient. Thunderbird bietet zwar insgesamt mehr, ist aber auch komplizierter in der Konfiguration.

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