Was tun, wenn Blu-ray streikt

Teil 7: Blu-ray im Fokus

Michael Becker - Das Authoring-Studio

Vorstand Imagion AG

Video HomeVision: Imagion besitzt in Deutschland eine Vorreiterrolle. Sie haben Deutschlands erste Scheiben mit BonusView und BD-live entwickelt. Gab es Probleme mit Playern und wie wurden diese behoben?Michel Becker: Sowohl bei der Entwicklung der ersten europäischen Bonus View Disc mit Bild-in Bild Videokommentar ("Neues vom Wixxer"), als auch bei der ersten BD-Live Disc "CSI:New York" hielten sich die Kompatibilitätsprobleme sehr in Grenzen. Wir pflegen einen umfangreichen Erfahrungsaustausch mit den Entwicklern des Blu-ray Formats und den Key-Herstellern von Hardware und Software. Dies ermöglicht uns beim Entwickeln neuer Funktionen schon während der Produktion umfangreiche Kompatibilitätstests vorzunehmen. Sollten sich bei einzelnen Playermodellen Probleme zeigen, werden entsprechende "Workarounds" implementiert, oder - je nach Kenntnisstand - auch direkt Firmware Updates mit den Playerherstellern besprochen.

Blu-ray Fokus

© Archiv

Michael Becker, Vorstand Imagion A.

VHV: Wie sieht die Verifizierung der Lauffähigkeit aus? Auf wie vielen Playern wird getestet? Wird eine Software eingesetzt?

Becker: Alle neuen Blu-ray Titel durchlaufen bei Imagion umfangreiche Qualitäts- und Kompatibilitätstests. Hierzu stehen nahezu alle in Europa verfügbare Blu-ray Disc Player mit der aktuellsten Firmware zur Verfüfung. Die Blu-ray Disc wird im BD-R Status (gebrannte Disc) und weiterhin im Check Disc Status (Anpressung) von Technikern auf den jeweiligen Playern geprüft. Neben der audiovisuellen Prüfung nimmt im Besonderen die Prüfung der Disc Navigation bei aufwendigen BD- Java Titeln sehr viel Zeit in Anspruch. Weiterhin stehen uns diverse Verifier-Tools zur Verfügung. Diese Analysieren die Blu-ray Disc, alle Streams und die Programmierung auf Einhaltung der Disc-Spezifikation. Selbst wenn eine Disc auf nahezu allen Player problemlos funktioniert, offenbaren diese Verifier Systeme gelegentlich kleine Fehler, die sich u.U. erst in kommenden Playergenerationen auswirken.

VHV: Muss die exzessive Nutzung von BD-Java (bzw. PiP, BD-Live) eingeschränkt werden, um alle Player funktionsfähig zu halten?

Becker: Die Kompatibilitätsprobleme halten sich bei sogn. BDMV Discs (Blu-ray Disc Movie Mode) generell in Grenzen, auch dann wenn Features wie PiP eingesetzt werden. Kritischer gestaltet sich der Einsatz von BD-Java und BD-Live. BD-Java ist eine mächtige Programmiersprache, deren Flexibilität aber auch die Ursache für viele bekannte Kompatibilitätsprobleme darstellt. Selbst einfachste Funktionen (z.B. das Starten oder Pausieren eines Videos) müssen in BD-Java vom Authoring Studio programmiert werden. Dies führt dazu, dass es selbst für solch elementare Funktionen viele unterschiedliche Wege der Realisation gibt.

Auch die stark variierende Performance der Playerplattformen trägt zu Problemen bei, da z.B. Menüs nicht selten mehrmals programmiert werden - eine Version für schnelle Player, eine Version für den langsameren Player. Je nach Anforderungen an die Interaktivtät empfehlen wir unseren Kunden deshalb möglichst z.Zt.kein BD-Java einzusetzen. Stattdessen demonstrieren wir eindrucksvoll, wie viele Funktionen auch mit dem sichereren BDMV realisiert werden können. Sollten jedoch spezielle Funktionen gewünscht sein, führt u.U. kein Weg um BD-Java herum.

Auch BD-Live stellt eine große Herausforderung dar. Hier kommen neben BD-Java auch noch ständig wechselnde Serverinhalte mit hinzu. Aus diesem Grunde hat die Imagion AB mit dynamicHD ein standardisiertes BD-Live System entwickelt. Dieses wird von zahlreichen Filmstudios weltweit eingesetzt. Die Hardwarehersteller werden unsererseits parallel mit der aktuellsten dynamicHD Version versorgt, so dass diese Ihre Player umgehend damit testen und entsprechend anpassen können. Dies ermöglicht den Hardware- und Filmfirmen den Einsatz eines weltweit eingesetzten, Studioübergreifenden Standards.

VHV: Wäre es theoretisch möglich, über BD-live (also nachträglich aus dem Internet) Workarounds für bestimmte Discs nachzuladen, für die ein Hersteller keine Firmwareupdates anbieten kann?

Becker: Grundsätzlich ist dies möglich und auch bei der dynamicHD BD-Live Technologie fest vorgesehen. Dennoch sollte es um jeden Preis vermieden werden, dass zukünftig Kompatibilitäsprobleme einzelner Discs oder Player nur durch ein BD-Live update gelöst werden. Es darf auf keinen Fall eine "PC Mentalität" entstehen, so dass jede Woche zwei neue Updates zur Wiedergabe eines Films geladen werden müssen. Wichtiger ist der Einsatz von BD-Live für sinnvolle Anwendungen und der möglichst umfassende QC einer Disc und eines Players, bevor dieser im Markt angeboten wird.

Die Arbeit eines Presswerks erklärt arvatos Dieter Schlautmann auf der nächsten Seite...

Mehr zum Thema

Netflix
Streaming

Preise, kompatible Geräte, Datenrate, Serien- und Filmangebot von Netflix: Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um den Streaming-Dienst.
Amazon Blitzangebote
Technik-Deals

Die Highlights der Amazon Blitzangebote - heute mit Weihnachts-Angebote-Woche, Netgear-NAS, 57 Prozent auf Heimkino-Produkte und mehr.
Tipps zum leisen PC
Tipps und Tricks

Die Komponenten eines PCs erzeugen Hitze. Lüfter sorgen meist für eine lästige Geräuschkulisse. Mit unseren Tricks wird Ihr PC flüsterleise.
SSD Mythen Tipps
Solid State Disk

SSD-Tuning - was ist wahr, was ist falsch? Wir verraten, welche SSD-Mythen Sie vergessen können und welche Tipps wirklich helfen.
Urlaubsbilder
Fotografieren im Sommer

Von Sommerlicht bis Sonnernuntergang: Unsere 7 Tipps verraten, wie Sie Urlaubsfotos richtig machen und schöne Bilder mit nachhause bringen.