Aufgespürt

Teil 7: Aufgespürt: Handy-Ortung für jedermann

Neben weiteren ortsbezogenen Diensten bietet das Münchener Unternehmen Mecomo den Dienst Friends.nextome an. Damit können Freunde geortet werden, die mit den Suchanfragen einverstanden sind.

Aufgespürt: Handy-Ortung für jedermann

© Archiv

Stefan Heimerl, Vorstandsvorsitzender der Mecomo AG

Interview mit Stefan Heimerl

Wie funktioniert Friends. nextome hinter den Kulissen?

Heimerl: Hinter der Software auf dem PC des Anwenders steckt eine Plattform für ortsbezogene Dienste, die den Datenaustausch mit den einzelnen Mobilfunkbetreibern regelt. Diese liefern Koordinaten der georteten Handys, die unsere Plattform dann in Karten darstellt. Schließlich bewältigt sie das gesamte Management der Profile und Rechte sowie die Abrechnung.

Sehen Sie Gefahren des Missbrauchs ihres Dienstes?

Heimerl: Nein. Ein Restrisiko gibt es immer, aber da muss man viel kriminelle Energie mitbringen. Die Frage spiegelt aber einen typisch deutschen Ansatz wieder. Es geht immer zuerst darum, welche Gefahren drohen und nicht darum, wo der Nutzen und der Spaß liegen.

Aber was passiert, wenn ich die Angelegenheit vergessen habe und jederzeit geortet werden kann?

Heimerl: Jede Person, die der Ortung zugestimmt hat, erhält nach 6 bis 24 Stunden eine weitere SMS, die nochmals auf die Einverständniserklärung aufmerksam macht. Das wiederholen wir an zufälligen Terminen alle vier Wochen, solange die Person als aktiv verzeichnet ist.

Eigentlich macht der Dienst doch erst Sinn, wenn er mobil genutzt werden kann?

Heimerl: Wir haben bereits einen Prototypen fertig, der mit dem Handy funktioniert. Damit kann man tatsächlich unterwegs anfragen, ob die Freunde in der Nähe sind. Voraussichtlich gehen wir bis zum Sommer damit an den Start.

Wird es bei dem Dienst Friends.nextome bleiben?

Heimerl: Wir arbeiten an drei Varianten, die alle auf unserer Plattform basieren. Im Kundenauftrag haben wir bereits ein System realisiert, das Eltern erlaubt, den Standort der eigenen Kinder abzufragen: Kids.nextome. Bis zur CeBIT wollen wir eine Lösung beispielsweise für Transportunternehmen in Kombination mit Ortung über GPS-Module in Fahrzeugen fertig stellen. Und bis zum Sommer starten wir wahrscheinlich Dienste zum ortsbezogenen Dating.

Wie wird das funktionieren?

Heimerl: Stellen Sie sich vor, Sie erstellen in einem Online-Dienst ein Profil von sich und Ihren Interessen oder geplanten Aktivitäten. Wenn Sie dann beispielsweise in die Stadt gehen, bekommen Sie eine Nachricht, wenn jemand mit den gleichen Interessen in der Nähe ist. Für diesen Service führen wir derzeit Gespräche mit den bekannten Kontaktbörsen.

Die Genauigkeit der Ortung liegt bei maximal 100 bis 150 Metern in Großstädten. Geht das nicht noch besser?

Heimerl: Eine Genauigkeit von 30 bis 50 Metern wäre technisch seitens der Netzbetreiber machbar - allerdings würde dies erhebliche Zusatzinvestitionen erfordern. Die Netzbetreiber in Deutschland schrecken davor noch zurück. Wenn wir allerdings ein größeres Marktvolumen bekommen, könnte die Genauigkeit ein Qualitätsmerkmal werden, mit dem sich die Wettbewerber unterscheiden.

Glauben Sie, dass sich Handy- Ortung bei der Masse durchsetzen wird?

Heimerl: Auf jeden Fall! Wir stehen jedoch noch am Anfang einer Marktentwicklung. Solange die passive Funkzellenortung für Personen nicht bei allen Netzbetreibern erlaubt ist, sind die Dienste in der Ausbreitung erheblich behindert. Mangels Masse ist die einzelne Funkzellenortung zudem noch relativ teuer. Schließlich sind die meisten Leute der Überzeugung, dass Surfen per Handy zu teuer sei. Hier sind die Mobilfunkbetreiber aufgefordert, Flat Fees anzubieten. Dann nutzen die Leute ihre Zeit in der SBahn und probieren einfach mal ein paar Anwendungen aus. Bei der Handy-Kosmetik mit Klingeltönen, Bildern etc. gibt es ja schon kein Halten mehr.

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