Großrechner- Feeling

Teil 6: Xen: Viele Linux-Instanzen auf einem PC

Auf unserem SUSE-Testrechner befand sich noch eine Kanotix-Installation, welche wir mit möglichst wenig Aufwand als domU unter openSUSE 10.1 verwenden wollten. Unsere Vorgehensweise:

Xen: Viele Linux-Instanzen auf einem PC

© Archiv

Zunächst erstellten wir eine Konfigurationsdatei /etc/xen/kanotix.cfg mit dem Inhalt:

kernel = "/boot/vmlinuz-2.6.16-8-xen" 
ramdisk = "/boot/initrd-2.6.16-8-xen" 
memory = 200 
name = "kanotix" 
vif = [ 'mac=00:16:de:ad:be:f0' ] 
disk = [ 'phy:hda5,hda5,w', 
'file:/tmp/swap.img,hda3,w' 
] 
root = "/dev/hda5 rw"

Eine 300 Megabyte große Swap-Datei konfigurierten wir mit den Befehlen

dd if=/dev/zero bs=1048576 count=300 
mkswap /tmp/swap.img

Die übergebenen Namen der Gerätedateien sollten den Einträgen der /etc/fstab des Gastsystemes entsprechen. Alle weiteren Dateisysteme entfernten wir aus der /etc/fstab beziehungsweise deaktivierten sie mit dem Schlüsselwort noauto.

Da unprivilegierte Domains nur eine virtuelle Konsole öffnen können, müssen tty2 bis tty6 in der Datei /etc/inittab des Gastes auskommentiert werden.

Ähnlich sieht es beim X-Server aus. Wir wollten zwar, dass kdm startet und über das Netzwerk erreichbar ist, aber in der Gastinstanz nicht versucht wird, einen lokalen X-Server zu starten. Dazu deaktivierten wir den X-Server indem wir in der Datei /etc/kdm/Xservers alle (!) Zeilen auskommentierten. An der Datei /etc/ kde3/kdm/kdmrc nahmen wir folgende Anpassungen vor:

[General] 
# ... 
StaticServers= 
# ReserveServers=:1,:2,:3 
# ... 
[Xdmcp] 
Enable=true

Rechner, die Zugriff auf KDM erhalten sollen, müssen in der Datei /etc/kde3/kdm /Xaccess eingetragen werden. KDM lässt nur Rechner zu, deren IP-Adresse zu einem Hostnamen aufgelöst werden kann. Passen Sie die Datei /etc/hosts entsprechend an:

192.168.1.91 xen0.test

Um nicht bei jedem Neustart die Netzwerkschnittstelle eth0 von Hand korrigieren zu müssen, trugen wir sie in der Datei /etc/network/interfaces ein:

auto lo lan0 eth0 
iface lo inet loopback 
iface lan0 inet dhcp 
iface eth0 inet static 
address 192.168.1.93 
netmask 255.255.255.0 
gateway 192.168.1.252

Bootet man Kanotix direkt und ohne Xen, kommt der Schnittstellenname lan0 und DHCP-Konfiguration zum Einsatz, als unprivilegierte Xen-Domain wird eth0 und eine statische Konfiguration verwendet.

Nach dem Start des xenU-Kanotix können Sie mit dem Befehl

X -query 192.168.1.93 :1

das grafische Login über das Netzwerk anfordern. Mit Strg+Alt+F7 respektive Strg+ Alt+F8 schalten Sie zwischen den Instanzen um.

Perfekt ist diese Konfiguration noch nicht: die TLS-Bibliotheken, die Xen ausbremsen, sollten Sie verschieben. Kopieren Sie zudem den Ordner /lib/modules/linux-2.6.x-xen der Domain 0 in die Gastdomain, damit alle Dienste sauber gestartet werden. Bei Verwendung eines exotischen Dateisystems für die Root-Partition des Gastes kann es vorkommen, dass die Xen-initrd des Hosts nicht funktioniert. In diesem Fall müssen Sie entweder eine alternative initrd erstellen oder einen Kernel mit statisch integrierten Treibern kompilieren.

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