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Teil 6: Übersicht Kopierschutzverfahren

SecuRom

Übersicht Kopierschutzverfahren

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Der Star am Schutzhimmel ist derzeit SecuRom 7, das Ubisoft, Eidos und THQ einsetzen.

Das erste SecuRom basierte auf Informationen im Subchannel der CD. Die nächste Version kombinierte die Subchannel-Informationen dann bereits mit einem digitalen Schlüssel, der nötig war, um die Startdatei zu entpacken. Mit Brennern, die RAWDAO beherrschten, war dies dann ebenfalls kein Problem mehr. Zwar wurde dasVerfahren immer weiter bis zur Version 4 verfeinert, das Ergebnis war allerdings immer das gleiche: RAW-Brenner erledigten den Kopierschutz. Mit Version 4 schließlich verzichtete Sony auf die digitale Signatur und konzentrierte sich fortab auf die physikalischen Eigenschaften der CD. Das verringerte die Zahl der möglichen Brenner wieder ein wenig, half aber letztlich auch nicht.

Version 5 schließlich führte Blacklisting ein. Der Anti-Emulation-Shield zielte auf die Daemon- Tools und Brennprogramme.

SecuRom 7 brachte die letzte große Änderung. Ein Starforce verwandter Treiber bettet sich im System ein und verhinderte Emulation. Das Blacklisting wurde weiter verschärft, um Kopie und Emulation zu verhindern. Mit dem von StarForce bekannten Laufwerkstrick ist die erste Version 7 aber leicht zu umgehen. Auch mit alten Anti-Starforce-Tools wie Starfucker war der Schutz auszuhebeln. In der letzten Version wurden allerdings die Treiberfeatures wieder entfernt. Eine Reaktion, die durchaus auf den schweren Image-Schaden durch die Sony-Rootkit-Diskussion bei Audio-CDs zurückzuführen ist.

SmarteCD

Die Idee ist nicht neu. SmarteCD arbeitet exaktwie der Fade-Kopierschutz. Nach einem festgelegten Zeitpunkt deaktiviert sich die Software und bittet um den Kauf eines Originals. Eingesetztwurde der Schutz mittlerweile bei Age of Empires 3 und Dungeon Siege LoA. Noch hat die Kopiererszene im Netz nicht herausgefunden, wie sich der Kopierschutz umgehen lässt. Ein funktionierendes Backup ist demnach derzeit nur mit einer geknackten Exe-Datei zu erzeugen.

Starforce

Übersicht Kopierschutzverfahren

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Spiele mit Starforce werden wohl nach dem Ausstieg von UbiSoft im Handel seltener werden.

Der unbeliebteste Kopierschutz auf dem Markt ist Starforce der russischen Software- Schmiede Protection Technology. Das liegt nicht daran, dass er nicht kopier- bzw. knackbar ist, sondern weil er einen Treiber im Kernel- Modus (Ring-0) installiert. Dieser Rootkit blieb bislang auch nach der Deinstallation des eigentlich geschützten Programmes zurück. Nur mit speziellen Tools kann die Software deinstalliertwerden. Eines davon bietet der Hersteller mittlerweile selbst in seinem Support-Bereich an.

Starforce basiert auf mehreren Säulen. Ein radikales Blacklisting zielt auf den Einsatz von Anti-Starforce-Software und Emulatoren. Darunter fallen aber auch angeschlossene SCSILaufwerke. Befindet sich im System ein IDEund ein SCSI-Treiber, verweigert Starforce den Dienst. Das gleiche gilt für USB-Laufwerke. Raubkopierer stört dies indes nicht, da Tools wie Starforce Nightmare oder Starfucker den Kopierschutz austricksen. Außerdem klemmen Kopierer gerne auch die optischen IDELaufwerke ab und umgehen das Emulations-Hindernis so.

Jedes mit Starforce geschützte Programm hat eine einzigartige Schlüsselnummer, die in der TOC gesichert ist. Dieser Schlüssel wird vom Starforce-Treiber abgefragt.

Umgangen wurde der Kopierschutz anfangs mit Tools, später mit Mini-Images. Nach Version 3.4 waren vorerst keine Mini-Images mehr möglich. Hatte StarForce anfangs noch den Vorteil des unbekannten Underdogs, hat sich heute ein großer Teil der Szene auf das Cracken der Starforce-Titel konzentriert.

Die größte Kritik muss sich Starforce allerdings im Umgang mit Kritik gefallen lassen. Mehreren Autoren (BoingBoing, cnet, THG) neutraler und kritischer Berichte über den Kopierschutz drohte Protection Technology mit rechtlichen Konsequenzen. Gerade die Kritik am prinzipiell gefährlichen Rootkit versuchte der Hersteller im Keim zu ersticken, ebenso die Kritik an Instabilitäten. Forenberichte sollen in diesem Zuge gelöscht oder bearbeitet worden sein. Selbst in der englischsprachigen Ausgabe von Wikipedia soll der Hersteller nach Angaben der deutschen Wiki-Autoren versucht haben zu manipulieren.

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