Blackberry Storm und Co gegen iPhone

Teil 6: Touchscreen-Handys im Vergleich

LG KC 910 Renoir - Touchscreen-Handy mit 8-Megapixel-Kamera

Als echter Künstler will sich das KC 910 Renoir vor allem mit seiner hoch auflösenden Kamera in Szene setzen. Doch auch Ausstattung und Bedienung sind gelungen. Kleine Schwächen gibt es aber auch bei diesem Kandidaten.

Ein Bild des impressionistischen Malers Pierre-Auguste Renoir, im vorletzten Jahrhundert geboren und im letzten gestorben, haben die Koreaner als Bildschirmhintergrund vorinstalliert. Ansonsten ist das ohne Vertrag für 500 Euro angebotene Kamerahandy in der Gegenwart verankert. Das beweisen etwa seine kompakten Maße und der vergleichsweise große Touchscreen. Darunter finden sich drei Tasten: zwei Telefon- und dazwischen eine Menü-Taste. Sie ruft das Favoriten-Menü auf, in dem der Renoir-Fan die für ihn wichtigsten Funktionen versammeln kann. Allerdings verzichtet das KC 910 auf eine physikalische Zurück-Taste. LG realisiert sie mit einer kleinen Schaltfläche oben im Display. Dieser Platz ist nicht gut gewählt: Bedient man das Renoir mit einer Hand, muss sich der Daumen ziemlich strecken, um ranzukommen. Eine mechanische Taste unterm Display wäre einfacher zu bedienen. Auf auf der Geräteseite beschränkt LG die Tastenausstattung auf das wirklich Nötigste. Das Renoir begnügt sich mit der üblichen Lautstärketaste, der Kamerataste sowie einem Drücker, der das Display gegen ungewollte Eingaben sperrt. Praktisch: Die Tastensperre lässt sich auch direkt durch Halten einer Schaltfläche auf dem Touchscreen lösen.

Touchscreen-Handys im Vergleichstest

© Archiv

LG hofft, mit dem KC910 Sympathien und Käufer zu gewinnen.

Touchscreen-Menü: für LG ein alter Hut

Touchscreen-Handys sind für LG ja schon fast ein alter Hut, schließlich kam das berührungsempfindliche Prada-Phone by LG noch vor Apples iPhone auf den Markt. Von Anfang an hat LG eine ganz eigene Benutzeroberfläche geschaffen, die sich die Vorteile eines Touchscreens zunutze macht: Das Hauptmenü verteilt der Hersteller auf vier Reiter, die inhaltlich so klar voneinander abgetrennt sind, dass man gesuchte Funktionen immer dort findet, wo man sie auch vermutet. Auf Eingaben per Finger reagiert das Renoir sowohl optisch und als auch auf Wunsch mit einer kurzen Vibration, deren Intensität sich im Detail einstellen lässt. Reagierten die allerersten Touchscreen-Modelle nicht immer zuverlässig, sind bei den heute aktuellen Testkandidaten nach kurzer Gewöhnung Fehleingaben eher selten. Allerdings: wenn es an das Eintippen von Text geht, ist eine mechanische Tastatur weiterhin die beste Wahl. Egal, ob beim Renoir die virtuelle Handy- oder die virtuelle Schreibmaschinen-Tastatur auf dem Display genutzt wird - so richtig überzeugen können sie nicht.

Empfindliches Display, aber WLAN an Bord

Eine echte Schwachstelle des Renoir: Bei etwas kräftigerem Druck auf die Anzeige erscheinen unschöne Flecken - hier mangelt es offensichtlich an Stabilität. Davon abgesehen ist das Renoir aber tadellos verarbeitet. Als großes Plus bietet das Gerät ein WLAN-Modul, das beispielsweise zu Hause gratis ins Internet führt. Und den integrierten GPS-Empfänger nutzt LG auch intelligent bei einem Jogging-Assistenten: Er hilft dabei, die zuvor festgelegte Distanz oder Zeit auch wirklich zu laufen. Dabei können sich Jogger gleich vom eingebauten Music-Player motivieren lassen. Allerdings kann sich das Renoir nach dem Einschalten nicht mehr an die im Gerät oder auf der MicroSD-Karte gespeicherte Musik erinnern und muss die Listen der Titel, Interpreten oder Alben jeweils neu laden - das dauert selbst bei einer kleinen Musiksammlung länger als zumutbar.

Ein Blitz bringt Licht ins Dunkel

Mit seiner 8-Megapixel-Kamera kann das Renoir aber wieder Boden gutmachen. Dass die Kameraabdeckung von Hand geöffnet werden muss, ist kein Nachteil: Das Renoir erinnert geduldig, wenn die Abdeckung geöffnet oder nach dem Fotografieren wieder geschlossen werden soll. Zudem spendiert LG dem Gerät einen echten Blitz, der die Aufnahmen zwar mit einem leichten Blaustich versieht, aber immerhin dafür sorgt, dass das Renoir auch bei schlechten Lichtverhältnissen einsatzbereit bleibt. Die Startzeit der Kamera, die Arbeitszeit des Autofokus und die Auslöseverzögerung könnten jedoch schneller sein. In turbulenten Situationen sollte der Autofokus vorab sein Werk verrichten, ansonsten wird sich das gewünschte Motiv nur schwer einfangen lassen. Der Bildkontrast wird von der Software etwas übertrieben. Folge: Die Bilder wirken zwar knackscharf, aber immer auch etwas kühl und künstlich. Dafür lässt sich festlegen, ob der GPS-Empfänger die Aufnahmen mit den Geodaten des Orts ihrer Entstehung versieht, allerdings muss die entsprechende Einstellung nach jedem Start der Kamera noch einmal vorgenommen werden. Auch der Akku des Renoir ist für ein Touchscreen-Handy knapp bemessen. Das 240 x 400 Pixel große Display ist zwar nicht ganz so stromhungrig wie bei einigen Konkurrenten in diesem Testfeld, dennoch fällt die Standby-Zeit etwas kurz aus. Die Nase vorn hat das Renoir jedoch bei der Sende- und Empfangsqualität, denen das Messlabor recht ordentliche Werte bescheinigt. Fazit: Nach einigen Anläufen hat LG sein Touchscreen-Konzept so verfeinert, dass man damit gut zurecht kommt - die Eleganz des Apple-Konkurrenten erreicht das KC 910 Renoir dennoch nicht. Dafür punktet es mit mehr Ausstattung und Funktionen. Weitere Infos und technische Daten

Nokias erstes Touchscreen-Handy ist das 5800 Xpress Music. Mehr dazu auf Seite 7...

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