Die Streife im Netz

Teil 6: SoKo Internet

Neben dem BKA leistet sich auch der Freistaat Bayern eine eigene Netzwerkfahndung. Hier ermitteln zehn Beamte, die auch konkreten Hinweisen von Internetnutzern nachgehen. Wir haben um Einblick gebeten.

Interview mit Albert Bischeltsrieder

Wir: Was sind Ihre Aufgaben?

SoKo Internet

© Archiv

Albert Bischeltsrieder, Kriminaldirektor, ist Leiter des Dezernats "Fahndung" beim Bayerischen Landeskriminalamt

Bischeltsrieder: Wir fahnden nach der gesamten Bandbreite strafbarer Inhalte im Internet, von gewaltverherrlichenden Seiten über Urheberrechtsverletzungen bis zu Bedrohungen. Dabei bilden Kinderpornografie und sexueller Missbrauch von Kindern den Schwerpunkt. Wir sind überall präsent, wo diese Straftaten verübt oder verabredet werden: auf Webseiten, in Chats und Foren, in Tauschbörsen, auf FTP- und News-Servern sowie auf Auktions- und Verkaufsplattformen.

Wir: Verwenden Sie spezielle Tools für die Suche, um Passworte zu knacken oder Verdächtige zu überwachen?

Bischeltsrieder: Neben den allgemein bekannten Tools setzen wir auch spezielle Software ein, über die wir uns aus kriminaltaktischen Gründen aber nicht auslassen.

Wir:Welche Probleme haben Sie bei der Netzwerkfahndung?

Bischeltsrieder: Das größte Problem ist natürlich die unermessliche Anzahl illegaler Angebote im Netz. Nicht alle Staaten verfolgen Online- Straftaten mit der gleichen Intensität und die unterschiedliche nationale Gesetzgebung erschwert oder verhindert eine wirksame Strafverfolgung. Auf diese Weise ist zum Beispiel der deutsche Jugendschutz bezüglich pornografischer Schriften faktisch aufgehoben.

Wir: Wie identifizieren Sie anonyme Surfer im Netz?

Bischeltsrieder: Das ist ein weiteres Problem, weil es keine Speicherpflicht für Verbindungsdaten bei den Providern und Diensteanbietern gibt. Außerdem ist - im Gegensatz zu der Feststellung, welche Person hinter einem Kfz-Kennzeichen, einer Telefonnummer oder einem Bankkonto steht - ein richterlicher Beschluss erforderlich, um einen Surfer hinter der IP-Adresse zu ermitteln. Das führt zu Verzögerungen und endet gelegentlich sogar damit, dass sich die Täter nicht mehr identifizieren lassen.

Wir: Was soll ich tun, wenn ich eine illegale Seite entdecke?

Bischeltsrieder:Wenn Sie auf verdächtige Inhalte stoßen, sollten Sie dies der Polizei am besten per EMail mitteilen. Über die Seite www.polizei.de gelangen Sie zur Polizeidienststelle Ihres Bundeslandes. Versuchen Sie, sofort möglichst viele Daten wie Namen, EMail- und IP-Adressen weiterzuleiten, da illegale Angebote oftmals schnell wieder aus dem Netz verschwinden. Dazu noch ein Hinweis: Strafbar macht sich bereits, wer bewusst eine kinderpornografische Seite aufruft. Dabei ist unerheblich, ob die Dateien auf der Festplatte gespeichert werden. Die Behauptung, man habe nur Beweise sammeln wollen, geht ins Leere.

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