Spam 2.0

Teil 6: Kampf dem Spam

Spammer treiben einen hohen Aufwand und machen sich in den meisten Ländern mit ihren Aktionen auch strafbar. Die Triebfeder ist die Aussicht, ordentlich Geld zu verdienen. Und das Geschäft scheint gut zu laufen.

Kampf dem Spam

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Im Februar 2007 hat die niederländische Regulierungsbehörde Opta gegen einen Spammer eine Geldbuße von 75 000 Euro verhängt. Mit dem Versand von rund 9 Milliarden Spam- Mails über ein Botnetz mit 600 bis 700 PCs, die vor allem für den Kauf von Erektionspillen und Sexartikeln warben, hat er nach Angaben von Opta mindestens 40 000 Euro verdient. Angesichts der enormen Zahl an E-Mails genügt es, wenn nur jeder zehntausendste Empfänger auf das Angebot reagiert und etwas bestellt. Ob jemals eine Warenlieferung erfolgt, ist eher fraglich.

Eine spezielle Sorte Spam gibt es schon länger, seit dem letzten Jahr nimmt ihr Anteil aber immer mehr zu: Aktien-Spam. Der Antivirenhersteller Sophos zählte Ende 2006 einen Anteil von 15 Prozent am gesamten Spam-Aufkommen. Getarnt als Insiderempfehlung oder Analystenprognose, preisen sie einen Penny Stock als gewinnträchtig an. Das sind Aktien, die nur wenige Cent pro Stück kosten und normalerweise ein sehr geringes Handelsvolumen haben.

Der Spammer kauft zunächst einen größeren Posten dieser Aktien. Dann versendet er die Spam-Werbung für die Aktie. Springen Anleger tatsächlich auf den Zug auf, so steigt durch deren Kauforders der Aktienkurs. Dann verkauft der Spammer seine eigenen Aktien und fährt den Gewinn ein. Dadurch sinkt der Aktienkurswieder, die geldgierigen Trittbrettfahrer bleiben auf der Strecke.

Zwei Professoren der Unis Oxford und Purdue haben 2006 gezielt Penny Stocks und Spam-Mails beobachtet. Im Schnitt stieg der Aktienkurs "bespammter" Penny Stocks um 4,9 Prozent, in einzelnen Fällen auch deutlich höher. Innerhalb weniger Tage kann ein Aktien-Spammer also mit rund 5 Prozent Gewinn rechnen. Details dazu finden Sie bei http://papers.ssrn.com/abstract=920553.

Ein konkreter Fall: Die Aktiengesellschaft Diamant Art Corporation wurde am 15. Dezember 2006 für etwa 0,08 US-Dollar gehandelt. Eine Kauforder über 11 532 726 Aktien hob den Handelspreis auf 0,11 Dollar an. Am folgenden Wochenende setzte eine Spam-Welle mit Kaufempfehlungen ein. Am Montag steig der Kurs zunächst auf 0,19 und dann auf 0,25 Dollar. Wenn der Spammer seine Aktien zu diesem Kurs verkauft hat, machte er rund 20 000 US-Dollar Gewinn. Am 20. Dezember war der Kurs bereits wieder auf 0,12 Dollar gefallen.

Aber auch andere Optionen stehen Spammern zum Geld verdienen offen. Links können aufWebseiten mitWerbebannern führen, für deren Anklicken eine Provision gezahlt wird. Phishing-Mails gehören ebenfalls in diesen Zusammenhang, auch wenn sie anders funktionieren.

Eher exotisch muten Fälle an, von denen das FBI berichtet: Ein angeblicher Auftragskiller bietet dem Opfer an, seinen Mordauftrag gegen eine entsprechende Zahlung nicht auszuführen.

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