Blackberry Storm und Co gegen iPhone

Teil 5: Touchscreen-Handys im Vergleich

HTC Touch Diamond - kompaktes Ausstattungswunder

Elegant, flach, riesige Displayauflösung - das flache Windows-Mobile-Smartphone bringt beste Voraussetzungen mit, die Herzen von Smartphone-Käufern zu erobern. Doch das hakelige Bedienkonzept dämpft die Freude.

Der HTC Touch Diamond schafft den von vielen Herstellern angestrebten Spagat: Vom Format erinnert er mehr als die meisten PDA-Phones an ein Candy-Bar-Handy, doch von der technischen Basis bietet er bestmögliche Voraussetzungen, um als Tor zum Internet und als vielseitige Messaging-Maschine zu fungieren. Das Gerät stand uns in der ohne Vertrag 480 Euro kostenden T-Mobile-Version "MDA Compact IV" zum Test zur Verfügung. Bei Vodafone und O2 wird es dagegen als Originalversion von HTC angeboten.

Auf schnellstem Weg ins Web

Ob WLAN, HSDPA, EDGE oder GPRS - der MDA Compact IV nutzt immer den schnellsten Weg ins Web. Selbst das zügige Hochladen von Daten ist dank HSUPA in rasanter Geschwindigkeit möglich; diese Vollausstattung boten bisher nur größere Geräte. Abgerundet wird das Angebot an Luftschnittstellen durch Bluetooth, das neben Essenziellem wie Headset- und Handsfree-Profil für Kopfhörer und Freisprecheinrichtung auch SIM-Access für den Einsatz im Auto und A2DP für die drahtlose Verbindung zu einem Stereohörer auf der Feature-Liste hat. Im Vergleich zu den 480 x 320 Pixeln, die das iPhone 3G auf einem 3,5-Zoll-Display verteilt, bringt der T-Mobile MDA Compact IV alias HTC Touch Diamond mit 640 x 480 Pixeln noch mehr Auflösung auf einem mit 2,8 Zoll Diagonale noch kleineren Display unter. Das verspricht auf den ersten Blick noch mehr Internet auf noch kleinerem Raum. Doch beim ersten Laden der Startseite www.t-mobile-favoriten.de nur etwas mehr als ein Viertel der Bildschirmbreite genutzt, und das in unleserlich kleiner Schrift. Über diesen Umstand könnte gnädig hinweggesehen werden, wenn sich eine besser geeignete Startseite hätte einstellen lassen. Doch diesbezügliche Versuche im dafür durchaus vorhandenen Menü ignorierte das T-Mobile-Testgerät. Immerhin: Zweimal auf den Bildschirm tippen bringt Web-Inhalte auf die nötige Größe. Doch wer seine Session unterbricht, beginnt beim erneuten Einstieg von vorn. Das Surfvergnügen könnte von kleinen Überarbeitungen also deutlich profitieren.

Mängel bei den Schnittstellen

Etwas schwach ist es zudem um physikalische Schnittstellen bestellt. Klar, das USB-Kabel zur Datensynchronisation liegt bei. Doch dass kein Speicherkarten-Sockel vorhanden ist, wird zumindest ambitionierte Fotografen ärgern. Was böte sich schließlich mehr an, als die mit der digitalen Spiegelreflexkamera geschossenen Bilder per Speicherkarte dem Compact IV zuzuführen und diese dann mit 1,45 Mbit/s über HSUPA zu verteilen? Da hilft auch der Hinweis auf die interne 3,2-Megapixel-Autofokus-Kamera ohne eingebaute Zusatzlichtquelle nicht, obwohl sie unter guten Bedingungen ordentliche Bilder liefert.

Speicherriese mit GPS-Empfänger

Wer die Speicherkarte nicht zum Datenaustausch braucht, kommt aber in aller Regel auch ohne Steckplatz aus, schließlich steckt Flash-Speicher mit 3,8 Gigabyte im Gerät. Das reicht für etliche Stunden Musik und Videos, die übliche Europakarten-Zusammenstellung für die Navigation und noch unzählige Office-Dokumente obendrauf. Apropos Navigation: GPS haben Compact IV und andere Touch-Diamond-Ausführungen auch eingebaut. Doch Kartenmaterial liefert keiner der Netzbetreiber serienmäßig mit. Stattdessen gibt es Google Maps. Das lädt die Kartendaten aus dem Netz und nutzt zur Positionsbestimmung Mobilfunkzellen- und GPS-Informationen. In der Praxis ist die Kombination von GPS mit dem Karten-Service von Google für den Besuch fremder Städte ein echter Mehrwert. Neben der bisher erwähnten Ausstattung spart HTC auch beim System nicht. Ein 528-MHz-Qualcomm-Prozessor mit 192 Megabyte RAM und 256 Megabyte ROM, von denen 118 frei verfügbar sind, sorgt für flotte Datenverarbeitung, nur das Starten aufwendiger Programme ist mitunter leicht verzögert.

Strapazierter Akku

Doch an einer Stelle haben die Erbauer auch gespart: am Akku. Der ist, wohl um Gewicht und Volumen zu senken, mit 924 Milliamperestunden der kleinste Stromspender aller Geräte in diesem Vergleichstest. Beim MDA Compact IV macht sich das in der Ausdauer deutlich bemerkbar: Mit typischen fünf Stunden im Betriebsmix, die bei UMTS-Telefonie auf knapp zweieinhalb Stunden abfallen, ist er in dieser Disziplin sehr schwach. Damit wendet sich der Touch Diamond nicht an Power-User. Im normalen Einsatz und mit einer Pause an der Steckdose kam es bei unseren Praxistests zwar nicht zu Situationen, in denen der Tester am Ende des Tages auf wichtige Telefonate verzichten musste. Ein wenig Umsicht war aber schon vonnöten.

Messtechniker sind zufrieden

Wer diese Aufmerksamkeit aufbringt, bekommt eines der kleinsten und leichtesten PDA-Phones überhaupt, das neben der Ausstattung auch bei den funktechnischen Prüfungen im Labor gute Leistung zeigte. Tonal könnte sich der MDA Compact IV zwar besonders in Senderichtung etwas ausgeglichener präsentieren. Doch unterm Strich sprechen die messtechnischen Leistungswerte dem kleinen Neuling ein gutes Zeugnis aus. Das Bedienkonzept wirkt gegenüber den Mitbewerbern aus dem Touch-Lager ein wenig konservativer, auch wünscht man sich in Teilbereichen wie der Aktivierung des Flugmodus eine einfachere Lösung. Doch dafür ist der HTC Touch Diamond ein echter Allrounder.. Fazit: Mit dem Formfaktor eines ganz normalen Handys und einer prallen Ausstattungliste inklusive VGA-Display setzt der HTC Touch Diamond neue Maßstäbe, mit der geringen Ausdauer muss der Besitzer jedoch leben können. Weitere Infos und technische Daten

Von LG kommt das KC 910 Renoir. Ein Gewinnertyp? Seite 6 gibt diesbezüglich Auskunft...

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Touchscreen-Handys im Vergleichstest
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