Grundlagen

Teil 5: BIOS enträtselt

Ende 2002 landete Intel einen Durchbruch: Die neuen Pentium-4-Prozessoren knackten nicht nur die magische Taktfrequenzmarke von 3 GHz, ab diesem Zeitpunkt waren die Intel-Prozessoren hyper-threading-fähig. Diese Technologie simuliert vereinfacht gesagt eine Dual- Prozessor-Maschine. Die ausgeführten Prozesse werden auf "beide" CPUs verteilt, was dazu führt, dass die Prozessorlast sinkt.

BIOS enträtselt

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Power Management: Stellen Sie ein, ob das Betriebssystem ACPI unterstützt. Dadurch können Sie Ihren Rechner in den Modus "Suspend-to-RAM" oder "Suspend-to- Disk" schalten.

Bei einem Testdurchlauf mit PC Mark 2004 erreichte ein System ohne Hyper-Threading etwa 4000 Punkte. Einen deutlich höheren Wert mit 4600 Punkten hat das gleiche System bei eingeschalteter Hyper-Threading-Funktionalität erzielt. Das ergibt eine Leistungssteigerung von 15 %. Betriebssysteme ab Windows 2000 und Linux 2.4 unterstützen echte Dualprozessoren. Demnach sollten Sie diese Technologie auch im BIOS unter CPU Configuration und Hyper Threading Technology aktivieren - bei älteren Betriebssystemen dementsprechend deaktivieren. Diese Technologie ist leider bislang Intel vorbehalten. Aber sowohl Intel- als auch AMDProzessoren lassen sich weiter optimieren - und zwar bei der Grundeinstellung der CPU. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Hersteller die dementsprechenden Einstellungen im BIOS sperren, um die Übertaktung zu verhindern oder zumindest zu erschweren. Dadurch wollen sie den Absatz ihrer neuen Prozessoren ankurbeln.

Nichtsdestotrotz gibt es Möglichkeiten. Sie haben beispielsweise einen Prozessor mit 3 GHz, der während der Bootsequenz richtig dargestellt wird, dann ist im BIOS der Wert unter CPU Frequency auf Auto oder dementsprechend auf den Frequenztakt von 3 GHz gesetzt. Auch hier haben Sie nun die Möglichkeit, etwas zu tricksen und das System etwas zu übertakten und somit zu beschleunigen. Aber ein Warnhinweis vorweg: Wenn Sie es übertreiben, kann Ihnen die CPU durchbrennen! Um das zu verhindern sollten Sie immer ein wachsames Auge auf die CPU-Temperatur werfen.

Der Systemtakt ist abhängig vom Front Side Bus und vom Multiplikator. Beispiel: Ein FSB von 200 MHz mal den Multiplikator von 15 ergeben 3 GHz. Erhöhen Sie nun mal den Multiplikator auf 16 (vorausgesetzt, diese Funktion im BIOS ist nicht gesperrt, oder - wie es die Hersteller sagen würden - gelocked). Daraus würde eine Frequenz von 3200 MHz resultieren. Eine andere Möglichkeit wäre, den FSB zu erhöhen, also von 200 auf 210 MHz. Mal dem Multiplikator wäre das eine Frequenz von 3150 MHz.

Aber: Das heißt beide Male nicht, dass der Rechner booten muss. Eins unserer Testsysteme gab zwar hier schon den Geist auf, aber war noch zu retten. In unserem Fall mussten wir einfach nur die BIOS-Batterie entfernen, um den CMOS zu löschen. Das CMOS ist ein Speicher, in dem alle BIOS-Einstellungen gespeichert werden. Wird die Stromzufuhr unterbrochen, verliert das CMOS sein "Gedächtnis". Manche Mainboards hingegen erkennen, dass sie nicht mehr booten können und setzen automatisch alle Werte bei einem Restart zurück.

Der PC konnte nicht booten, weil das Mainboard nicht in der Lage war, die übertaktete CPU mit genügend Spannung zu versorgen. Aber auch hier können Sie etwas nachhelfen. Stellen Sie zuerst sicher, wieviel Volt im BIOS eingestellt sind und wieviel Ihre CPU tatsächlich verkraftet. Nun erhöhen Sie den Wert bei CPU Core Voltage in sehr kleinen Schritten. Optimal sind Schritte um 0,025 Volt. Achtung: Wenn Sie überhöhte Werte für die Spannung einstellen, läuft die CPU heiß und kann physischen Schaden nehmen - Schrott für die Ewigkeit.

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