Test: Top-Navigationsgeräte

Teil 4: Top-Navis im Test

Um eine Route sinnvoll berechnen zu können, sollten aktuelle Verkehrsmeldungen berücksichtigt werden. Dazu nutzen einige Navigationssysteme den Traffic Message Channel (TMC). Er ist ein kostenloser Service der öffentlich-rechtlichen Radiosender, die mit ihrem analogen Radioprogramm digitale Verkehrsinformationen übertragen (Radio Data System, RDS). Dabei handelt es sich im Wesentlichen um dieselben Informationen, die auch im Verkehrsfunk der Sender verlesen werden. Das Navigationssystem empfängt die Verkehrsinformationen und bezieht sie in die Routenberechnung ein. Wird auf der berechneten Route ein Stau gemeldet, kündigt das Gerät in der Regel eine Neuberechnung der Route an und zeigt ein Stausymbol an der betreffenden Stelle in der Karte.

Top-Navis im Test

© Archiv

Mobile Navigationsgeräte lassen sich komfortabel per Fingertipp bedienen.

Die Daten des TMC sind allerdings nicht sehr zuverlässig: Gemeldete Staus existieren zum Zeitpunkt der Meldung nicht mehr oder sind bereits deutlich kürzer. T-Systems Traffic hat daher ein neues Verkehrswarnsystem entwickelt, das auf automatisch erhobenen Daten basiert und deutlich aktueller und zuverlässiger ist. Das so genannte TMC Pro wird seit dem Frühjahr 2006 kommerziell betrieben und über private Radiosender ausgestrahlt. Der Hersteller Destinator hatte als erster den TMC Pro-Service für ca. 70 Euro in seine Navigations-Software integriert. Beim Top-Navi von Medion sind diese Lizenzgebühren bereits im Kaufpreis enthalten.

Medion hat außerdem erstmals eine Schnittstelle zur Bordelektronik integriert. Da die Automobilhersteller ihrerseits noch keine entsprechende Schnittstelle anbieten, muss eine Werkstatt mit dem Einbau beauftragt werden. Ist dies geschehen, braucht das Navi nur noch auf seinen Sockel gestellt zu werden (der sich auch vor der Mittelkonsole befinden kann, um die Sicht durch die Windschutzscheibe nicht einzuschränken) und empfängt dann die Radiosignale über die Autoantenne. Auch die Stromversorgung ist über den Sockel gewährleistet, die häßlichen und störenden Kabel sind so verschwunden. Außerdem gibt das Navi-Gerät die Fahranweisungen nun über die Lautsprecheranlage des Autos aus. Die Musikwiedergabe wird währenddessen gedämpft.

Eine äußerst komfortable Lösung für die Navigation hat Navman umgesetzt. In der neuen Geräteserie N20/40/60i sind Digitalkameras integriert. Die Fotos, die der Anwender von Sehenswürdigkeiten, Geschäften, Straßen oder Parks macht, werden zusammen mit den Geokoordinaten gespeichert. Möchte der Autofahrer später zu einem Ort zurückkehren, sucht er lediglich das entsprechende Foto auf seinem Navi- Gerät und lässt sich dorthin lotsen. Um Straßennamen oder Hausnummern muss er sich nicht mehr kümmern. Auch für Reisen in fremde Städte ist dieses Verfahren attraktiv, da Navman im Internet eine Datenbank mit geokodierten Fotos von Sehenswürdigkeiten zur Verfügung stellt. Da sich auf der Webseite eine Community entwickeln soll, sind auch Fotos von Privatanwendern aus allen Teilen der Welt zu finden.

Ein weiteres Ausstattungsmerkmal für Top-Navis sind digitale Reiseführer. Sie enthalten Adressen, kurze Beschreibungen, Kritiken, Fotos oder sogar ein paar Videoclips zu touristisch relevanten Orten. Auf dem Medion-Gerät sind beispielsweise Polyglott-Informationen zu 50 europäischen Städten gespeichert. Falk hat auf seinem Gerät n200 den Marco Polo City Guide für 16 deutsche Großstädte und 12 europäische Metropolen in die Navigations- Software integriert. Hier sind auch Hörbeiträge enthalten.

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