Spam per Telefon, Fax und SMS

Teil 4: Neue Plage: Handy-Spam

Neben der Telefonwerbung spielen aber vor allem die so genannten Mehrwertdienste eine zentrale Rolle bei den Spammern. Dabei handelt es sich um hochpreisige Rufnummern, über die Dienstleistungen bezahlt werden. Diese eigentlich sinnvolle Einrichtung wird von suspekten Firmen missbraucht, indem der Kunde zu einem Rückruf über eine 0190- oder 0900-Nummer gebracht werden soll. Grundsätzlich gilt zwar für die 0900-Nummern ein maximaler Tarif von zwei Euro pro Minute bei einer maximalen Abrechnungsdauer von einer Stunde oder 30 Euro pauschal. Allerdings können diese Grenzen mit der Zustimmung des Kunden während des Telefonats überschritten werden.

Neue Plage: Handy-Spam

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Spamming ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine rechtswidrige Belästigung, die große ökonomische Schäden verursacht. Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur

Eine beliebte Masche sind so genannte Ping-Anrufe, bei denen ein Telefonanschluss angewählt und die Verbindung nach einmaligem Klingeln sofort wieder unterbrochen wird. Bei dem Angerufenen erscheint im Display die Meldung "Anruf in Abwesenheit" und die Anzeige eines Mehrwertdienstes oder einer 0137-Rufnummer. Mit der Neugierde der Angerufenen machen die Spammer offenbar gute Geschäfte. Neben den Ping-Anrufen werden vermehrt Bandansagen und Computer-Stimmen eingesetzt, die bei Rückruf hohe Gewinne in Form von Bargeld oder Reisen versprechen.

Aufgrund des anhaltenden Missbrauchs mit den Bezahl-Nummern hat der Bundestag das Telekommunikationsgesetz Ende November geändert. Neben einer Preisinformationspflicht wurden als Obergrenze für Telefondienste drei Euro pro Minute festgelegt. Die Telefonkosten können gleichwohl bis zu 180 Euro pro Telefonat betragen, bevor eine Zwangsabschaltung eintreten muss. Diese neuen Regeln werden nach Ansicht der Verbraucherschützer weitgehend wirkungslos bleiben, denn die Tarife der Abzocker liegen in der Regel unter zwei Euro pro Minute.

"Eine ganze Branche ist darauf spezialisiert, den Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen - diesem Treiben setzt die Regierungskoalition keine effektiven Schutzmechanismen entgegen", so der stellvertretende Vorstand des Bundesverbandes Verbraucherschutz, Patrick von Braunmühl. Und auch der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, plädiert für ein wirkungsvolleres Vorgehen: "Spamming ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine rechtswidrige Belästigung, die große ökonomische Schäden verursacht. Das Unterbrechen des Geldflusses zu den Spammern ist meines Erachtens der wirkungsvollste Weg, diese Form der missbräuchlichen Rufnummernnutzung wirtschaftlich unattraktiv zu machen und damit letztlich Spam einzudämmen".

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