Alles knacken

Teil 4: Kopierschutz und Passwörter aushebeln

Dass Sie die gerade beschriebenen Programme nicht zum Ausspähen Dritter einsetzen dürfen, ist klar. Wie es künftig schon mit dem Besitz aussieht, ist noch offen. Alles andere als verboten sind dagegen Privatkopien von Audio-CDs und Film-DVDs – sofern das Original nicht mit einem Kopierschutz versehen ist. Was die meisten nicht wissen, weil die Industrie immer das Gegenteil suggeriert: Diese Kopien dürfen Sie in begrenztem Maß sogar an Freunde und Bekannte weitergeben.

Kopierschutz und Passwörter aushebeln

© Archiv

Alles andere als sicher: Geschützte Word-Dokumente lassen sich relativ einfach knacken.

Strenger ist das Urheberrecht bei Software und damit auch bei Spielen. Es verweist ausdrücklich auf die Lizenzbestimmungen des jeweiligen Programms, nach denen die Mehrfachnutzung praktisch immer untersagt ist. Darüber hinaus gilt das Kopierverbot bereits für die dazu benötigte Software. Deshalb passen sämtliche Brennprogramme, wenn Sie versuchen, CDs oder DVDs mit Kopierschutz zu vervielfältigen.

Trotz dieses "doppelten Verbots" kann das Kopieren von Software aber erlaubt sein! Denn zum einen dürfen Sie sich eine persönliche Sicherungskopie Ihrer gekauften Software machen – wohlgemerkt, eine Sicherungskopie, keine zweite Privatkopie für den zusätzlichen Gebrauch. Zwar ist das unter Juristen umstritten, doch gibt es bisher kein meinungsbildendes Gerichtsurteil. Die Sicherheitskopie ist auch unter dem Aspekt praxisgerecht, dass Sie ansonsten bei einem Defekt ein neues Programm vom Hersteller anfordern müssten. Haben Sie das schon einmal versucht?

Der zweite Verbotsaspekt betrifft den Kopiervorgang an sich, also das Brenn-Tool. In § 95a, Absatz 3, des Urheberrechtes steht sinngemäß: Verboten sind Herstellung, Verbreitung und Verkauf von Software, deren Hauptzweck das Umgehen eines Kopierschutzes ist.

Im Umkehrschluss heißt dies: Stellt das Umgehen eines Kopierschutzes nur eine von vielen Optionen im Programm dar, ist es erlaubt. Diese Auslegung machen sich die Hersteller der CD-Emulatoren zu Nutze, indem Sie die Kopierfunktion in ihre Tools integrieren. Der Hauptzweck dieser Programme bleibt dabei, nicht ständig mit CDs und DVDs hantieren zu müssen. Denn die Emulatoren kopieren den Inhalt der Scheiben in einer speziellen Art und Weise so auf die Festplatte, dass sie sich wie die Original-CDs oder -DVDs verhalten.

In der Tat sind solche Emulatoren sehr praktisch: Weil alles auf der Festplatte gespeichert ist, benötigen Sie die Originale nicht mehr. Sie müssen also nicht mehr danach suchen, ebenso ist Verkratzen ausgeschlossen. Bei kopiergeschützten Scheiben spielen diese Tools darüber hinaus einen besonderen Vorteil aus, indem sie den Kopierschutz mit in die virtuelle Kopie auf die Festplatte packen. Wenn Sie also ein Spiel starten, bei dem als Kopierschutzmaßnahmen die Original-Installations-CD im Laufwerk liegen muss, genügt schon die virtuelle Kopie im Rechner.

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