PC absichern - mit Augenmaß

Teil 4: Keine Panik bei Viren-Angiffen

Zeigt der Virenscanner eine Warnung an, ist das kein Grund zur Panik. Es kann sich um falschen Alarm handeln, einen inaktiven Virus - oder eine echte Infektion. Wegklicken sollten Sie so eine Warnung aber auch nicht.

Keine Panik bei Viren-Angiffen

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Keine Panik: AntiVir schickt Viren und unerwünschte Dateien in Quarantäne.

Fehlalarm

Ein Fehlalarm ist gar nicht so selten. Dabei erkennt ein Antivirenprogramm eine harmlose Datei als Malware. AntiVir identifizierte Ende Juli etwa den DivX-Installer, im Juni erkannten F-Secure, Kaspersky und McAfee den Patch für World of Warcraft 2.1.2 als Trojaner oder Passwortdieb. Auch Systemdateien von Windows wie winlogon.exe waren schon betroffen. Besonders die heuristische Virenerkennung ohne Signaturen ist anfällig für Fehlalarme. Enthält die Bezeichnung der Malware die Zeichen Generic oder gen, so deutet das auf einen Fund der Heuristik hin.

Unerwünschte Programme

Manche Programme bewegen sich in der Grauzone zwischen legal und illegal. Das klassische Beispiel ist die Open-Source-Software TightVNC, ein Fernwartungsprogramm. Es lässt sich sinnvoll einsetzen, etwa um vom Arbeitsplatz aus den Heim-PC zu erreichen, kann aber auch Spionagezwecken dienen. Viele Hersteller von Antivirenprogrammen stufen es deshalb als PUP (Possibly Unwanted Program, möglicherweise unerwünschtes Programm) oder gleich als Backdoor ein.

Leider unterscheiden viele Antivirenprogramme bei der Anzeige einer Warnmeldung nicht zwischen solchen PUPs und wirklich gefährlichen Schädlingen. Erst langsam setzt sich die Überzeugung durch, dass nur gut informierte Anwender auch fundierte Entscheidungen treffen können. Das deutschsprachige Antivir zeigt sich in den neuen Versionen vorbildlich.

Natürlich sollten Sie bedenken, dass ein PUP von echter Malware infiziert sein kann. Kriminelle Hacker könnten PUPs nutzen, um ihre Kreationen unter Mithilfe der Anwender am Virenscanner vorbeizumogeln.

Um eine bündige Aussage zu erhalten, nutzen Sie einen Online-Dienst wie VirusTotal (www.virustotal.com), der hochgeladene Dateien von fast zwei Dutzend Virenscannern prüfen lässt. Oder Sie senden die Datei an den Hersteller Ihres Antivirenprogramms, die meisten Programme haben dafür eine Quarantäne-Funktion.

Kostenlose Antivirenprogramme

Wer kein Geld ausgeben will, kann auf Antivirenprogramme zugreifen, die für den privaten Einsatz kostenlos sind.

Keine Panik bei Viren-Angiffen

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Geschützte Privatsphäre: Avast bietet auch E-Mail- und einen HTTP-Scanner.

  • Avira AntiVir Personal Classic: DasTool des deutschen Herstellers bietetsehr gute Virensuchleistungen, verzichtetaber auf eine E-Mail- und Webdatenprüfung (www.free-av.de).Avast 4 Home Edition: Das englischeProgramm aus der Tschechischen Republikbietet auch eine E-Mail- und Webdatenüberprüfung,die Bedienung ist aberetwas eigenwillig (www.avast.com).AVG Anti-Virus Free Edition: Ebenfallsin englischer Sprache bietet AVG nebenScanner und Hintergrundwächter eine E-Mail-Prüfung (www.grisoft.com).

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