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Teil 4: Fünf Media-Center-Programme im Vergleich

WARUM DIE DIGITAL-TV-UNTERSTÜTZUNG SO SCHLECHT IST

Fünf Media-Center-Programme im Vergleich

© Archiv

Dipl.-Ing. Robert Schlabbach, freiberuflicher Software- Entwickler

Für die Unterstützung von Digital-TV-Karten stellt MS die BDA-Schnittstelle (Broadcast Driver Architecture) zur Verfügung. Welche funktionellen/technischen Einschränkungen hat sie?

Schlabbach:

  • 1. Designfehler: Die Möglichkeiten zur Signalstärken- Messung durch den Treiber sind z.B. völlig unsinnig und teilweise widersprüchlich definiert. Und Dinge wie DiSEqC (mehrere Satelliten bei DVB-s) oder Common Interface (Pay-TV) kommen in der Dokumentation gar nicht vor.
  • 2. Fehlende Implementation: Einige BDAFeatures (z.B. PID-Filter) existieren zwar in der Dokumentation, sind in den von Microsoft gelieferten BDA-Komponenten aber gar nicht implementiert. Karten wie die Nexus können nur einen gefilterten MPEG-2-Datenstrom liefern, d.h. man muss der Hardware mitteilen, welche PIDs man aus dem Gesamtstrom haben möchte. Somit sind Karten wie die Nexus für die BDA-Verwendung nicht geeignet, und werden es voraussichtlich auch nie sein können. Auch die vorgesehene Möglichkeit zur Wahl einer Satellitenposition ist nicht implementiert.
  • 3. Bugs: Der SI-Parser (BDA Transport Information Filter [TIF]; wertet übermittelte Service-Informationen über Programme, Verschlüsselung, EPG etc. aus) neigt z.B. zu Abstürzen, insbesondere bei der Verwendung mit DVB-s. Mit der Media Center Edition musste sich Microsoft "gezwungenermaßen" dazu bemühen, BDA zumindest für DVB-t einsatzreif zu machen. Nur: Die entsprechenden Updates wurden bislang nur für MCE und SP2 zur Verfügung gestellt. Das gerade erschienene DirectX- 9.0c-Update u.a. auch für Windows 98, ME und 2000 beinhaltet noch die alten, fehlerhaften BDA-Komponenten. Nicht gerade hilfreich, dass es zwei verschiedene DirectX- 9.0c-Versionen gibt.

Wie gut wird die BDA-Schnittstelle von der Treiber-Herstellern unterstützt?

Schlabbach: Die Hersteller halten sich wohl aus o.g. Gründen zurück - BDA funktioniert derzeit nur für DVB-t und nur in der Media Center Edition und XP SP2 richtig. So wird sich BDA kaum als Treibermodell durchsetzen, weil die Kartenhersteller sich ja immer noch etwas einfallen lassen müssen, um Win9x/ME/ 2000/XP, andere DVB-Varianten und ggf. auch ein Common Interface unterstützen zu können - und dafür eben zumeist auf eigene, proprietäre Treiberarten und -schnittstellen zurückgreifen.

Robert Schlabbach beschäftigt sich seit über zwei Jahren mit DVB und BDA und programmierte neben noch nicht veröffentlichten eigenen BDA-Treibern die Programme RASPPPOE und NXTEST.

Das Interview führte Jörg Knitter

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