Jäger der verlorenen Daten

Teil 4: Datenrettung wie die Profis

Viele Besitzer einer Digicam kennen den Moment des Schreckens, wenn sie gerade eine Speicherkarte formatieren und bemerken, dass es genau die falsche ist. Oder man hat mit den fummeligen Bedienelementen der Kompaktkamera das falsche Bild gelöscht. Hat die Kamera selbst keine Undo-Funktion für den letzten Löschvorgang, sind Datenrettungs-Tools gefragt.

Zwar gibt es eine Reihe von Spezial-Tools für die Bilderrettung, diese arbeiten aber exakt wie normale Datenrettungsprogramme. Denn alle Kamerahersteller verwenden als Dateisystem für die Speicherkarten FAT16 oder FAT32. Und damit unterscheidet sich eine Speicherkarte mit gelöschten Bilddateien nicht von einer Festplatte oder einem USB-Stick.

Datenrettung wie die Profis

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Freeware: Digital Image Recovery von Art Plus besitzt eine einfache, englischsprachige Oberfläche.

Wenn Sie bereits ein Datenrettungsprogramm haben, kann es in aller Regel auch Speicherkarten im Kartenlesegerät bearbeiten. Wenn eine Digitalkamera per USB-Kabel den internen Speicher als Windows-Laufwerk zugänglich macht, ist auch hier die Datenrettung kein Problem. Der Vorteil dieser Spezialprogramme ist, dass sie allesamt die einschlägigen Bilddateiformate wie JPEG oder TIF erkennen. Im Test dreier Speicherkarten und gelöschten Einzelbildern sowie in der Kamera formatierten Karten überzeugten folgende Spezialprogramme:

  • PC Inspector Smart Recovery (www.pcinspector.de, Deutsch, Freeware)
  • Klix (www.brainworks.de, Deutsch, 35,58 Euro, auch für Mac OS X)
  • Zero Assumption Digital Image Recovery (http://www.z-a-recovery.com, Englisch, Freeware)

Ist eine Speicherkarte mechanisch oder elektrisch defekt, ist sie mit einem Kartenlesegerät nicht mehr ansprechbar. Für solche Fälle bieten die meisten Datenrettungslabors wie für Festplatten einen Notfall-Service an.

Vorsicht: Wenn Sie größere Speicherkarten auf gelöschte Bilder prüfen, sollten Sie Zeit mitbringen. Im Test dauerte der Suchvorgang bei einer SD-Card mit 1 GByte auf einem durchschnittlichen PC gut vier Stunden. Keine Bildrettungs-Software bietet die Option, die Suche zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen.

Verschwundener USB-Stick

Teilweise kommt es vor, dass ein USB-Stick nach dem Anschließen an den PC nicht im Explorer auftaucht. Das bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass er nicht lesbar wäre. Stattdessen kann eine unglückliche Verteilung der Netzwerkfreigaben die Ursache sein. Windows speichert sämtliche physisch vorhandenen Laufwerke in der Registry im Pfad HKEY_LOCAL_MACHINE/System/MountedDevices. Nicht verzeichnet sind dort jedoch Netzwerkfreigaben, die über einen festen Laufwerksbuchstaben ins System eingebunden wurden. Angenommen, auf einem Rechner gibt es die Festplatten-Partitionen C: und D:, hinzu kommen ein CD-Brenner und ein DVD-Laufwerk mit den Buchstaben E: und F:. Laufwerk G: wurde als Verbindung mit einer Freigabe im Netz definiert, was aber in der Registry nicht verzeichnet ist. Wenn Sie nun einen USB-Stick anstöpseln, bekommt er von Windows automatisch ebenfalls den Laufwerksbuchstaben G: zugewiesen. Er ist aber nicht sichtbar, da G: bereits für die Freigabe verwendet wird.

Datenrettung wie die Profis

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Abhilfe schafft in diesem Fall eine Neuverteilung der Netzwerkfreigaben. Lassen Sie ausreichend Platz zwischen den physisch vorhandenen und den virtuellen Laufwerken und geben Sie der ersten Freigabe beispielsweise den Buchstaben S:, um Konflikte zu vermeiden.

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