Handy-Grundlagen

Teil 4: Asse statt Masse

Die Hersteller geben sich zu allem Überfluss nicht viel Mühe, ihr Sortiment übersichtlich zu präsentieren. Die Bezeichnungen Walkman, ROKR oder RAZR (für Motorolas flaches Klapphandy) bilden löbliche Ausnahmen. In der Regel unterscheiden sich die Modelle nur durch zwei- oder dreistellige Ziffern in Kombination mit einem Buchstaben. Bei Nokia lassen sich die Geräte nur anhand vierstelliger Zahlen auseinanderhalten. Hinter dem Ziffernsalat stehen natürlich Ordnungssysteme, doch für den Kunden sind sie nicht auf einen Blick erkennbar.

Asse statt Masse

© Archiv

BenQ Mobile fügt zweistelligen Ziffern Buchstaben von A bis S hinzu. Für die Ziffern gilt wie bei fast allen Handy-Herstellern dass die Modelle je höher die Ziffer, desto teurer und umfangreicher ausgestattet sind. Bei den zusätzlichen Buchstaben steht das A für Einsteigergeräte, das C für ein mittleres Ausstattungs- und Preissegment, das M für Outdoor-Handys und der Buchstabe S für Oberklassegeräte.

Weitere Buchstaben geben bei BenQ Mobile Aufschluss über Ausstattungsmerkmale. Das L weist zum Beispiel auf einen Slider-Mechanismus hin, mit dem sich das Handy aufschieben lässt. G bedeutet, dass der Mobilfunk der dritten Generation (UMTS) unterstützt wird. Bei Sony Ericsson sind die Modelle der J-Serie als Basishandys, die Z-Modelle als Fun-, Mode- oder Designgeräte und die P-Serie als Smartphones zu erkennen.

Nokia muss eingestehen, dass hinter den vierstelligen Ziffern kein System mehr zu erkennen ist. Die ursprüngliche Ordnung ließ sich durch das gewachsene Sortiment nicht mehr fortsetzen.

Der Kunde steht ratlos vor den Bezeichnungen und kann nicht zuverlässig erkennen, welche Funktionen und Anwendungen gemeint sind. Folglich wird er sich nach Preis - vorrangig des Mobilfunkbetreibers - und Design entscheiden. Schließlich transportieren Herstellermarken und Handys auch ein Image. Stehen Nokia und Siemens eher für Business-Kunden, präsentieren sich Motorola und Sony Ericsson bunt und jugendlich.

  • MP3-Handys sollen Musikfreunde ansprechen, die statt Handy und MP3-Player nur ein Gerät in der Tasche haben wollen. Als Beispiel wurden die Walkman-Handys bereits erwähnt, die allerdings immer auch Kameras enthalten.
  • Ausgesprochene Kamerahandys sehen jedoch anders aus. Wer die Digicam im Handy regelmäßig nutzt, legt nicht nur Wert auf hohe Auflösungen, sondern auch auf eine Handhabung, die Fotoapparaten nahe kommt. Dazu gehören das Fotografieren im Querformat, ein gut erreichbarer Auslöser, viel Speicher und ein gutes Display. Hinzu kommen Bildbearbeitungsfunktionen sowie der Datentransfer mit PC und Drucker.
  • Businesshandys sollten sich dagegen eher durch eine Vielzahl von Telefonie- und Office-Anwendungen auszeichnen, alle Funkstandards unterstützen und einen bequemen Online-Zugang ermöglichen. Die Hersteller stopfen jedoch in Businesshandys gerne alles hinein, was technisch möglich ist und verlangen dafür hohe Preise.
  • Basishandys können nicht viel mehr, als man zum Telefonieren braucht. In diesem Bereich ist es den Herstellern am ehesten gelungen, einfache Geräte herzustellen, die auf überflüssige Ausstattungen verzichten und preiswert sind.
  • Daneben unterscheidet man noch zwischen Funhandys, die auch als Design- oder Modehandys bezeichnet werden, sowie zwischen Multimedia-/UMTS-Geräten und Smartphones. Bei der ersten dieser drei Gruppen reicht das Spektrum von Anwendungen wie Klingelton-Editoren und Fitness-Kalendern über austauschbare Oberschalen bis zum wasserdichten Outdoor-Gerät. Multimedia-Handys werden gerade erst durch die zunehmende Einführung von UMTS-Geräten interessant. Sie ermöglichen fast ausnahmslos Videotelefonate durch eine zweite Digitalkamera sowie Musik- und Video-Downloads. Smartphones verbinden die Telefonie mit der Funktionsvielfalt von Handhelds oder sogar Notebooks.

Neue Handys glänzen mit mehr und mit neuen Funktionen. Die Digicams bieten immer mehr Megapixel, der Digitalzoom vervielfacht sich, die Displays leuchten bunter und Innovationen wie Push to Talk oder E-Mail auf dem Handy werden beworben.


Dieser Artikel ist aus dem neuen Sonderheft mobilelife, dem modernen Magazin für Handy, PDA & Mobile Computing! mehr...

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