Die Schwarze Liste des Webs

Teil 4: Abofallen im Internet: Abzocke erkennen und vermeiden

Interview

Aboverträge, die von Minderjährigen abgeschlossen werden, sind unwirksam, wenn sie nicht von den Eltern genehmigt werden.
Petra von Rhein, Referat Recht, Verbraucherzentrale Bayern e.V.

PCgo: Vermeintliche Gratis-Angebote im Internet entpuppen sich oft als Abo-Verträge. Überraschende Rechnungen und Mahnungen sind die Folge. Wieso werden die Betreiber dieser Webseiten rechtlich nicht belangt?von Rhein: Meist liegen Verstöße gegen das "Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb UWG" vor. Da man dagegen als Privatperson nicht vorgehen kann, mahnen die Verbraucherverbände mittels einer Verbandsklage zahlreiche solcher Anbieter seit Jahren erfolgreich ab. In der vergangenen Zeit häufen sich Beschwerden zu Internet-Angeboten, bei denen Verbraucher durch Rechnungen und durch das Einschalten von Inkassounternehmen unter Druck gesetzt werden. Bei vielen dieser unseriösen Praktiken stößt die Verbandsklage an ihre Grenzen: Oftmals haben die Unternehmen ihren Geschäftssitz im Ausland, werden umbenannt oder eröffnen nach einer Abmahnung neue Seiten.

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Petra von Rhein, Referat Recht, Verbraucherzentrale Bayern e.V.

PCgo: Die Rechnungen der Online-Abzocker sind professionell aufgesetzt und scheinen keine Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Abo-Vertrags aufkommen zu lassen. Wie sollten sich geprellte Kunden verhalten?von Rhein: In vielen Fällen kann der Verbraucher die Forderung zurückweisen und den Vertrag widerrufen. Am besten per Einschreiben mit Rückschein. Außerdem sollte man dem Unternehmen eine Frist setzen, in der es ebenfalls schriftlich erklärt, dass die Angelegenheit erledigt ist und keine Forderungen mehr gestellt werden. Auf unserer Internetseite bieten wir für betroffene Verbraucher entsprechende Musterbriefe zum Herunterladen an.

PCgo: Was passiert, wenn die Anbieter nicht auf den Widerspruch reagieren?von Rhein: Auf jeden Fall abwarten. In einem Großteil der Fälle passiert nichts weiter, da sich unseriöse Unternehmen nicht trauen, Klage zu erheben. Aber Vorsicht: Spätestens, wenn man einen gerichtlichen Mahnbescheid erhält, muss man reagieren. Gegen einen Mahnbescheid kann man Widerspruch einlegen. Das entsprechende Formular ist dem Mahnbescheid beigefügt. Wichtig ist, dass der Widerspruch innerhalb von zwei Wochen beim Gericht eingegangen sein muss.

PCgo: Viele der Seiten sind so angelegt, dass vor allem Kinder und Jugendliche angesprochen werden. Lässt sich dagegen etwas unternehmen?von Rhein: Internet-Angebote, die sich gezielt an Jugendliche und Kinder richten, unterliegen strengeren Regelungen. Beschwerden kann man richten an: Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (www.fsm.de). Generell ist es ganz wichtig, dass Eltern ihre Kindern auf derartige Gefahren hinweisen. Kinder sollten wissen, dass sie nie persönliche Daten über das Internet senden dürfen. Aboverträge, die von Minderjährigen abgeschlossen werden, sind unwirksam, wenn sie nicht von den Eltern genehmigt werden.

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Kostenfalle www.opendownload.de: Allein die Anmeldung kostet 96 Euro.

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