Das neue Highspeed-Windows?

Teil 3: Vista 32-Bit gegen Vista 64-Bit

Die Versorgung mit Treibern ist bei weitem nicht so schlecht, wie es bei der Veröffentlichung von Windows XP Professional x64 der Fall war. Wie unsere Recherchen ergeben haben, stellen nahezu alle namhaften Hardware-Hersteller entsprechende Treiber bereit. Und wer Windows Vista 64-Bit zusammen mit einem neuen Komplettsystem erwirbt, muss sich überhaupt keine Sorgen um die Treiberunterstützung machen.

Vista 32-Bit gegen Vista 64-Bit

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Der Drache fliegt - und wie: Die Animation mit 81 Einzelbildern berechnet 3ds 9 rasend schnell.

Die drei wichtigsten Hersteller von Grafikchips haben frühzeitig mit der Entwicklung von 64-Bit-Treibern begonnen. Entsprechend ausgereift sind die von ATI, Matrox und nVidia bereits seit Monaten zum Download angebotenen 64-Bit-Treiber. nVidia beschränkt sich dabei nicht nur auf Grafikadapter der GeForce- und TNT-2-Serie. Auch für High-End-Karten der Quadro-Reihe stellt das Unternehmen optimierte 64-Bit-Windows-Treiber zur Verfügung. Ähnlich gut ist die Versorgung mit Treibern für die nForce-Chipsätze. Spezielle Vista-64-Bit-Treiber finden sich aber auch im Angebot von AVM (www.avm.de), Creative (http://de.europe.creative.com), Terratec (www.terratec.de) und zahlreichen anderen Hardware-Herstellern.

Kaum Treiber für ältere Hardware

Ganz gleich ob Drucker, TV-Karte oder RAID-Controller - in Usenet-Support-Foren wie microsoft.public.de.windows.vista.hardware und microsoft.public.windows.vista.hardware_devices posten zahlreiche Anwender Hilferufe. Allein die Vielzahl der Wortmeldungen zeigt, dass sich Privatanwender, die ein nicht mehr ganz aktuelles System nutzen, den Aufstieg auf Vista 64-Bit getrost verkneifen können. Denn der Aufwand, der nötig ist, um den PC mit den passenden Treibern zu versorgen, steht in keinem Verhältnis zum potenziellen Leistungsgewinn. Die Faustregel: Je mehr Komponenten im Rechner stecken oder an ihn angeschlossen sind, desto geringer die Chance, alle Geräte zum Laufen zu bringen. Probleme gibt es naturgemäß bei der Zusammenarbeit mit älteren sowie weniger verbreiteten Hardware-Komponenten.

Vista 32-Bit gegen Vista 64-Bit

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Performance-Sprung: Der Vergleich unter Photoshop CS3 zeigt einen Leistungszuwachs von 50 Prozent.

Unter anderem sind eine ganze Reihe von RAID-Controllern sowie Sound-, Netzwerk- und TV-Karten betroffen. Ähnlich schlecht ist es auch um Peripheriegeräte wie Drucker und Scanner bestellt. In der Praxis bedeutet dies, dass Sie die Hardware unter Vista 64-Bit nicht verwenden können. Wollen Sie das 64-Bit-Betriebssystem dennoch installieren, raten wir zum Parallelbetrieb von Windows XP und Windows Vista. Damit stellen Sie sicher, dass Sie einerseits mit Vista 64-Bit arbeiten können und andererseits über ein Betriebssystem verfügen, das die komplette Hardware unterstützt.

Mangelware: 64-Bit-Software

Erst das Zusammenspiel von 64-Bit-Prozessor, -Betriebssystem, -Treibern und -Software garantiert maximale Performance. Allerdings sieht es auf Seiten echter 64-Bit-Software derzeit mager aus. Lediglich eine Hand voll Hersteller haben bisher 64-Bit-Anwendungen auf den Markt gebracht.

Ebenfalls unter Vista 64-Bit nutzen lassen sich alle nativen 32-Bit-Anwendungen. Nativ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Software keinerlei 16-Bit-Komponenten verwendet. Ist dem nicht so, verweigert Vista die Installation, da das Betriebssystem nichts mit 16-Bit-Programmmodulen anfangen kann.

Vista 32-Bit gegen Vista 64-Bit

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Bisher gibt es nur wenige Programme, die - wie AutoCAD 2008 - für Vista 64-Bit konzipiert sind.

Nicht installieren lassen sich native 32-Bit-Programme, die entweder tief in das System eingreifen, eigene Services einrichten möchten oder mit speziellen Treibern ausgestattet sind. So etwas trifft auf eine Reihe von Brenn-Tools, Virenscannern und Software zur Videobearbeitung zu. Der Grund für die Verweigerungshaltung von Vista: Die im Abschnitt Hardwarebasierte Sicherheit aufgeführten Schutzfunktionen verhindern, dass sich unsignierte Treiber einspielen lassen.

Bevor Sie so eine Software unter Vista 64-Bit installieren, sollen Sie unbedingt auf der Hersteller-Homepage nach Aktualisierungen suchen. So stellen unter anderem Autodesk, Corel/Ulead und Pinnacle spezielle Vista-Updates für einige ihrer Programm kostenlos zum Download bereit. Firmen wie Canopus oder Avid entwickeln an Vista-kompatiblen Lösungen, haben aber noch kein genaues Auslieferungsdatum verraten.

Vista 32-Bit gegen Vista 64-Bit

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Gleichstand: Die Renderzeiten unter Corel VideoStudio waren praktisch identisch.

Tipp: Achten Sie darauf, dass selbst 64-Bit- Varianten von Programmen nicht automatisch bedeuten, dass die Programme auch unter Vista 64-Bit laufen. Viele Hersteller, darunter Adobe, haben ihre neue Programmgeneration nur für Vista 32-Bit zertifiziert.

Fazit

Unterm Strich läuft Vista 64-Bit sicherer, stabiler und meist schneller als sein 32-Bit-Pendant. Allerdings profitiert längst nicht jeder Nutzer davon. Zum einen muss der Anwender über ein gut ausgestattetes, mit aktueller Hardware bestücktes System verfügen. Denn nur dann ist davon auszugehen, dass für alle Geräte 64-Bit-Treiber zu finden sind. Zum anderen muss der Nutzer die aktuellsten Versionen seiner bevorzugten Software einsetzen, da nur dann garantiert ist, dass sich die Programme installieren und problemlos verwenden lassen.

Vista 32-Bit gegen Vista 64-Bit

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