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Die Streife im Netz

Teil 3: SoKo Internet

Neben den Netzfahndern gibt es ein paar Meldestellen bei den Landeskriminalämtern. Die LKAs aller Bundesländer sind im Internet mit eigenen Webseiten präsent, darüber hinaus finden sich noch viele Polizeistellen. Doch nur Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg haben bislang Meldestellen für Internet-User, die eine Anzeige erstatten möchten oder eine illegale Webseite entdeckt haben. Das erste Angebot dieser Art war Kommissar Edi auf den Seiten des LKA Baden-Württemberg.

SoKo Internet

© Archiv

Die Internetwache des LKA Brandenburg finden Sie wie alle anderen LKAs über die Seite www.polizei.de.

Seit 1997 ist der virtuelle Beamte online und registriert seither eine stetig steigende Zahl von Meldungen und Anzeigen. Im vergangenen Jahr waren es laut Horst Haug, Pressesprecher des LKA in Stuttgart, rund 2.000 Meldungen. Auch hier bezogen sich die Hälfte auf Kinderpornografie und gleichfalls müssen die Beamten meistens die Erfahrung machen, dass ihre Ermittlungen sehr häufig und sehr rasch eingestellt werden, weil die Betreiber der strafbaren Webseiten im Ausland sitzen.

In der "Internetwache" des LKA Brandenburg können im Bereich "Online Service" eine Anzeige erstattet, eine Meldung gemacht oder eine Versammlung angemeldet werden. Unter den "Informationen zu Lebenslagen" finden sich zum Beispiel praktische Tipps zur Frage: "Was ist, wenn ich im Internet betrogen wurde". Beim LKA in Nordrhein-Westfalen findet sich auf der Startseite immerhin noch ein Link unter der missverständlichen Bezeichnung "eGovernment- Portal", der zu einem Formular für Anzeigen führt. Sucht man dagegen in Hessen, Sachsen oder Schleswig-Holstein bei den jeweiligen Landeskriminalämtern nach Informationen zu strafbaren Webseiten und was man dagegen tun kann, lautet das Ergebnis im wahren Sinn des Wortes "Fehlanzeige".

Auch wenn die Organisation der Polizei in der Bundesrepublik grundsätzlich Ländersache ist, wäre ein gemeinsames Informationsportal zu kriminellen Aktivitäten im Netz sehr hilfreich. Zu Fragen der Computersicherheit verlinkt das BKA beispielsweise auf die Seiten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik. Dort finden sich viele nützliche Hinweise von den Browser-Einstellungen bis zum "Einkaufen im Internet". Nach diesem Modell wäre eine zentrale Seite wünschenswert, auf die alle involvierten Institutionen hinweisen könnten.

SoKo Internet

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Kommissar Edi war der Pionier unter den virtuellen Kriminalbeamten.

Innerhalb der EU wird ein derartiges Verfahren offenbar angestrebt. Die Staatengemeinschaft will in den Jahren 2005 bis 2008 insgesamt 45 Millionen Euro für den Jugendschutz im Netz ausgeben. Dabei geht es darum, illegale und schädliche Inhalte, einschließlich Spam zu bekämpfen, indem Techniken gefördert werden, die unerwünschte Inhalte wirksamer als bisher filtern. Außerdem sollen Informationsangebote für Eltern, Lehrer und Kinder realisiert werden. Und schließlich geht es darum, zentrale Meldestellen einzurichten - auch spezielle Meldestellen für Kinder und Jugendliche - die eingehende Meldungen an die richtigen Stellen weiterleiten. Schließlich kann es nicht genügen, zwei faschistische Seiten für die Nutzer in NRW zu sperren. Der Kampf gegen illegale Seiten im Internet hat vermutlich erst begonnen.

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