KATZ UND MAUS

Teil 3: Musik sicher tauschen

Zur Napster-Blütezeit im Jahre 1999 machten Dateitauscher einen Wettbewerb daraus, wer die meisten Songs anbot. Napster- und auch WinMX-Nutzer, die Zehntausende von Musikstücken freigaben, waren keine Seltenheit. So etwas ist heute nahezu unmöglich.

Musik sicher tauschen

© Archiv

Raubkopierer sind Verbrecher - so sieht es die Industrie und vergisst dabei, dass File- Sharer keine urheberrechtlich geschützten Inhalte zum Zweck der Bereicherung verkaufen.

Je mehr Dateien ein Anwender zum Tausch freigibt, desto größer die Gefahr, in das Visier der Strafverfolgungsbehörden zu geraten. Allgemein gültige Aussagen oder gar Gerichtsurteile gibt es zwar keine, allerdings lässt eine Direktive der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe einen Trend erkennen. In einem Ende 2005 versandten Rundschreiben an die badischen Staatsanwaltschaften wies die Karlsruher Generalstaatsanwältin Dr. Christine Hügel darauf hin, erst dann Hausdurchsuchungen einzuleiten, wenn die Beschuldigten mehr als 500 Dateien zum Tausch freigegeben haben. Personen, die zwischen 100 und 500 Dateien sharen, sollten zumindest zu einer Vernehmung vorgeladen werden. Und Verfahren gegen Nutzer, die weniger als 100 Dateien zum Tausch freigegeben haben, sollten grundsätzlich eingestellt werden. Zivilrechtliche Forderungen bleiben davon allerdings unberührt. Die betroffenen Unternehmen können nach wie vor bereits bei einer einzigen Datei Schadenersatz fordern.

Hauptgrund für diesen, im Übrigen nicht bindenden Vorschlag, ist die Überlastung der Justizbehörden. Allein im zweiten Halbjahr 2005 mussten die Beamten rund 40 000 Anzeigen wegen illegaler Kopien von Musik, Software und Computerspielen bearbeiten. Der Großteil der Anzeigen wurden von der in Karlsruhe ansässigen Anwaltskanzlei Schutt und Waetke ins Rollen gebracht. Die entsprechenden Daten, sprich die IP-Adressen, erhält die Kanzlei von Logistep, einem Unternehmen, das sich um "Urheberrechte und Produktschutz" kümmert, dem Auftraggeber verspricht, sowohl "die erste Ur-Quelle zu lokalisieren, als auch alle User eindeutig zu identifizieren" und ihm darüber hinaus "effektive Lösungen zur Eindämmung wirtschaftlicher Schäden, bis hin zur Rückführung liquider Betriebsmittel" zu bieten. Diesen Service nutzen unter anderem der PC-Spielehersteller Zuxxez und das Musiklabel 3p.

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