Doping für die Hardware

Teil 3: Mit alternativer Firmware mehr rausholen

Ist der eigene Player in der dortigen Kompatibilitätsliste aufgeführt, hat man schon gewonnen. Rockbox (www.rockbox.org) ist derart offen konzipiert, dass es im Internet von Zusätzen für das alternative Betriebssystem nur so wimmelt. Einige Links finden sich bereits auf der Rockbox-Seite, ebenfalls eine sehr gute Adresse ist die Rockbox-Lounge (www.rockbox-lounge.com).

Mit alternativer Firmware mehr rausholen

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Mit Rockbox wird aus einem alten iRiver H320 zum iPod - nicht nur was die Bildschirmdarstellung angeht.

Wer im Internet nach dem eigenen Modell und dem Begriff "Rockbox" sucht, findet auch Foren in denen es sich speziell um das eigene Gerät dreht. Für Player von iRiver ist dies zum Beispiel die Seite www.mysticriver.net. Bislang schlecht sieht es für Player aus, die mit Chips und Firmwares von Portal-Player bestückt sind. Die Verschlüsselung wurde zwar mittlerweile geknackt, allerdings sind alternative Firmwares bislang nicht bekannt. Auch Besitzer von Flash-basierten Playern schauen in die Röhre.

DVD-Player und Brenner

Eines der häufigsten Ärgernisse bei DVD-Brennern und -Laufwerken ist der so genannte Ländercode. Diese willkürliche Einteilung der Welt in verschiedene Regionen soll zum Beispiel verhindern, dass ein amerikanischer Film auf DVD herausgebracht, den späteren Kinostart in einem anderen Land vermasselt. DVD-Laufwerke können daher nur solche DVDs wiedergeben, die in der entsprechenden Region gekauft wurden. Das Laufwerk kann natürlich nicht wissen, wo es eingesetzt wird und entscheidet sozusagen nach der Masse. Wird eine DVD eingelegt, stellt sich das Laufwerk auf deren Regionalcode ein. Insgesamt kann es den Code fünf Mal ändern - danach bleibt es bei dem letzten Code.

Glücklicherweise muss man sich diesem Diktat nicht widerstandslos beugen. Auf der Seite (http://tdb.rpc1.org/) stellt eine Gruppe unter dem passenden Motto "Eine Welt, eine Region" Firmware-Versionen für eine Vielzahl von Laufwerken bereit, die den Regional-Code-Zähler des Laufwerks deaktivieren. Ob das reicht, hängt von weiteren Faktoren ab. So können auch das Betriebssystem und die Software über eine Regionskennung verfügen und die Zusammenarbeit trotz freigeschaltetem Laufwerk verweigern - etwa wenn sie merken, dass das Laufwerk keinen Zähler für die Anzahl der Regionsänderungen besitzt. Einige Firmware-Versionen bieten daher einen Auto- Reset an. Dieser deaktiviert den Laufwerkszähler nicht, sondern setzt ihn immer wieder zurück. Fällt die Software auch darauf nicht herein, hilft nur ein anderes Programm.

Auch einem zweiten Hemmschuh in Form des Rip-Locks machen die alternativen Firmwares den Garaus. Von vielen Herstellern schon längst wieder ad acta gelegt, quälen sich viele Besitzer älterer Laufwerke mit ein- oder zweifacher Geschwindigkeit herum, wenn es darum geht, Filme von DVDs auszulesen und auf die Festplatte zu speichern. Ohne Rip-Lock geht es mit normaler Auslesegeschwindigkeit. Dazu ein Tipp: Wem es zu riskant ist, deswegen gleich eine neue Firmware einzuspielen, sollte im Internet nach der Bezeichnung des Laufwerks und dem Begriff "Rip-Lock" suchen. Manche Brenner lassen sich durch Kombinationen aus Drücken der Auswurftaste und Öffnen der Lade vom Rip-Lockund manchmal sogar vom Regionalcode befreien.

Die Suche im Netz nach dem eigenen Laufwerk bleibt einem auch nicht erspart, wenn es darum geht, sonstige Verbesserungen, die offizielle Firmwares nicht bieten, zu erzielen. Gute Anlaufstellen sind in diesem Fall einschlägige Seiten wie cdfreaks.com oder www.rpc1.org (wer die "1" vergisst, landet übrigens auf der Homepage der Presbyterianischen Kirche von Irland).

Satellitenreceiver

Bei Satellitenreceivern handelt es sich im Prinzip um Computer. Manche sind so proprietär (spezielles Betriebssystem und Hardware), dass sich ohne Mitwirkung des Herstellers so gut wie nichts machen lässt. Andere wiederum sind mit einem Power-PC- oder MIPS-Prozessor ausgestattete Linux-Rechner, die aufgrund des offenen Betriebssystems für Erweiterungen geradezu prädestiniert sind. Ob der eigene Satellitenreceiver großartige Erweiterungen zulässt, kann man am besten im Internet herausfinden. Nach der Produktbezeichnung und dem Wörtchen "Image" gesucht, kommt man schnell zu den gewünschten alternativen Betriebssystemen oder Firmwares.

Mit alternativer Firmware mehr rausholen

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Für die Dreambox gibt es die meisten Images, aber auch andere Receiver lassen sich erweitern.

Spitzenreiter was Erweiterungen angeht, dürften die Receiver aus der Dreambox-Reihe sein. Von nützlichen, völlig legalen Erweiterungen und Skins bis hin zu Premiere-Knack-Images findet sich alles. Ein guter Anlaufpunkt für die gängigsten Alternativ-Images für die Dreambox ist das Dreambox Beginner Forum (www.dreambox.info).

Selbst wenn man am Knacken von Pay-TV-Sendern kein Interesse hat, lohnt sich auch die Suche mit dem Stichwort "Softcam". So führen einen die Stichworte "Humax" und "Softcam" auf die Seite der Dream-Pirates (dream-pirates.gmc.to), die trotz des verfänglichen Namens auch für zahlreiche andere Satellitenreceiver interessante Images zur Verfügung stellt. Solche Softcam-Images sind an sich nicht zwangsläufig illegal, bieten sie doch neben diesem einen, rechtlich fragwürdigen Feature meist auch legale Verbesserungen. Erst mit den entsprechenden Schlüsseln, die Foren wie das DBF normalerweise nicht anbieten, wird das illegale Knacken von Pay-TV-Sendern möglich.

Auch kann man nach prominenten Images für die Dreambox suchen - zum Beispiel "Gemini" und dazu die Bezeichnung des eigenen Players eingeben. Manche Modelle unterscheiden sich so wenig von der Dreambox, dass es unter Umständen angepasste Versionen der Images gibt.

Wer bei der Suche nach alternativen Firmwares für seinen Receiver gar nicht fündig wird, sollte dennoch nicht verzweifeln, sondern Foren, die sich mit dem Gerät an sich befassen, durchstöbern. Als Beispiel diene der Topfield TF 4000. Obwohl dem Gerät diverse Verbesserungen gut zu Gesicht stünden, kommt vom koreanischen Hersteller nichts Brauchbares in punkto Firmware-Update und auch alternative Images sucht man vergeblich.

Immerhin ist der TF 4000 aber schon mit einer frühen Form der Topfield API ausgestattet, die als Schnittstelle für Programmierer dient. So gibt es ein paar (für dieses Modell leider nicht wirklich viele) als TAPs bezeichnete Add-ons, die einige Funktionen verbessern oder hinzufügen. Bei Modellen anderer Hersteller heißen solche Programmierschnittstellen und Add-ons natürlich anders.

Fazit

Mit alternativen Firmwares kann man gerade ältere Produkte zum Teil erheblich aufwerten. Dasmuss keineswegs heißen, dass man sich dabei in illegale Gefilde begibt. Man sollte sich aber dennoch genau informieren, welche neuen Funktionen man mit der Firmware, dem BIOS oder dem Betriebssystem einspielt und gegebenenfalls die Finger davon lassen. Die Gefahr, durch das flashen etwas kaputt zu machen, ist nicht wesentlich höher als beim Aufspielen von offiziellen Updates. Sollte es aber schief gehen - und darüber muss man sich vorher im Klaren sein - hat man meist alle Garantieansprüche verloren. Dennoch: die Vorteile sind das Risiko in vielen Fällen wert.

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