Websites zukunftssicher gestalten

Teil 3: Medientage: Web-Design der Zukunft

Der Paradigmenwechsel im Web

Von einem Paradigmenwechsel im Web ist Syzygy-Chef Prof. Wolfgang Henseler überzeugt und identifiziert vier Trends, die ein modernes Webdesign zukünftig berücksichtigen muss. Die Marschrichtung verläuft von der Webseite zum Web-Interface. Vom klassischen Desktop zum Webtop. Vom Paging zum Zooming. Vom Graphical User Interface, wo Computer noch mit der Maus gesteuert werden, hin zum Natural User Interface.

Prof. Wolfgang Henseler

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Syzygy-Chef Wolfgang Henseler ist von einem Paradigmenwechsel im Web überzeugt.

Von der Website zum Web-Interface: Während Nutzer heute meistens durch hierarchisch organisierte Websites navigieren, gewinnen in Zukunft Web-Interfaces an Bedeutung. Jedes Medium brauche seine Zeit, um seine adäquate Form zu entwickeln, mahnt Henseler und zieht einen vergleich mit der Entwicklung von Autos. Bis man verstanden habe, dass das Besondere an einem Fahrzeug die Aerodynamik sei, habe man Autos in Kutschenform gebaut. Eine Entwicklung, die laut Henseler nun im Internet ähnlich abläuft. Der Nutzer muss sich demanch nicht mehr durch hierarchische Seiten hangeln, um an Inhalte zu kommen. Inhalte kommen stattdessen über ein Web-Interface auf den Nutzer zu.

Als Beispiel der neuen Generation von Websites führt Henseler die Seite Oskope.com an. Diese syndiziert Inhalte von Seiten wie Amazon, Youtube oder Flickr. Oskope zeigt die Inhalte wie auf einem Schreibtisch angeordnet an, findet ein Objekt das Interesse des Nutzers und fährt mit dem Mauszeiger darüber, kommt dieses dem Betrachter in einer Vergrößerung entgegen. So lässt sich schon jetzt die Amazon-Produktwelt auf eine völlig neue Weise erfahren. Henseler spricht davon, dass die Medien zukünftig auf den Nutzer zukommen. Dieser kann die Inhalte umgruppieren, in der Größe dynamisch skalieren oder nach Verkaufsrang neu sortieren. Der Nutzer merkt, dass die Inhalte plötzlich das Wichtige sind und nicht mehr der Seitenrahmen. In Zukunft würden Webseiten einen Rahmen bilden, in dem sich Nutzungserlebnisse auftuen, prophezeit Henseler. Informationen, die für den Nutzer interessant sind, erhält dieser dann individuell zugeschnitten präsentiert.

Coole Website: oSkope.com

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Mit oSkope.com shoppen Sie visuell, zum Beispiel bei ebay.de oder amazon.de.

Vom Desktop zum Webtop: Klassischer Browser und Internet verschmelzen stärker miteinander. Erste Ansätze entstehen laut Henseler bereits mit Techniken wie Flex oder Silverlight. Diese erlauben den Nutzer, Applikationen aus dem Netz als Widget auf den Desktop oder ein mobiles Endgerät wie das iPhone zu ziehen. Im Mittelpunkt steht auch hier die Anwendung. Der Nutzer nimmt die Applikation einfach medienübergreifend mit.

Vom Paging zum Zooming: Blättern war gestern. In den neuen Nutzeroberflächen kommen die Dinge auf den Nutzer zu. Site-Besucher klicken beispielsweise ein Bild an und der Hintergrund verdunkelt sich. Das angeklickte Foto kommt auf den Anwender zu, anstatt den Besucher auf eine neue Seite zu leiten. Ausserdem würden Betriebssystem und Browser zukünftig verschmelzen, orakelt Hengelein. Ein Nutzer schreibt beispielsweise etwas auf der Nutzeroberfläche. Setzt er ein Fragezeichen, startet automatisch Google. Flächen werden Ordnerstrukturen ersetzen.

CES 2008: Microsoft Surface

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Das berührungssensitive Microsoft Surface ist Display und Eingabegerät in einem Produkt.

Vom GUI zum NUI: Wie die grafische Oberfläche (GUI) einst die Kommandozeile unter DOS abgelöst hat, wird jetzt sukzessive die Maus verschwinden. Laut Hengelein soll im Jahr 2010 Windows 7 bereits multitouch-fähig sein. Der Grund für den Wechsel: Menschen tendieren dazu, Dinge direkt zu tun und die Maus ist ein indirektes Gerät. Erste Vorboten der neuen Zeit sind das iPhone, dessen Funktionen die Nutzer mit dem Finger steuern oder Microsoft Surface.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche zwei Wege laut Prof. Hansjörg Zimmermann zu erfolgreichen Websites führen können...

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