PC absichern - mit Augenmaß

Teil 3: Keine Panik bei Viren-Angiffen

Der Ernstfall tritt ein: Ein Warnfenster des Antivirenprogramms oder der Antispyware poppt mit markigen Aussagen über die Gefährlichkeit des Angreifers auf. Nehmen Sie eine solche Warnung ernst, aber geraten Sie nicht in Panik. Oft richten spontane und wenig überlegte Sofortmaßnahmen mehr Schaden an als der Virus oder Trojaner jemals verursachen könnte.

Keine Panik bei Viren-Angiffen

© Archiv

Notieren Sie sich den Inhalt der Meldung, besonders den Namen der Malware. Versuchen Sie nun herauszufinden, wo das infizierte Objekt steckt. Hat das Antivirenprogramm eine infizierte Webseite blockiert, einen Download abgebrochen, eine eingehende E-Mail bereinigt? Prüfen Sie mit dem Scanner Dateien auf einer CD oder einem USB-Stick? Ist die Malware noch nicht aktiv geworden, dann genügt es, die Datei zu löschen oder in die Quarantäne des Antivirenprogramms zu transferieren.

Ungleich gefährlicher ist eine Malware-Datei im Windows-Systemordner. Dann ist sie meistens bereits gestartet worden und hat Windows manipuliert, um etwa Tastenanschläge mitzulesen oder Passwörter auszuspähen. Wenn das Antivirenprogramm die fragliche Datei gelöscht oder in Quarantäne verschoben hat, sollten Sie zunächst Ihr System komplett durchsuchen lassen. So spüren Sie eventuell weitere Dateien auf, die zur Malware gehören.

Kein Backup vom Virus

Falls Sie wichtige Dateien auf dem PC haben, von denen Sie noch kein Backup haben, ist es eine gute Idee, jetzt mit einer Boot-CD wie Windows PE (http://nu2german.de) oder einem Live-Linux wie Knoppix (www.knoppix.org) den PC zu starten und die Daten zu kopieren. Unter Windows sollten Sie die Backup-Festplatte nicht anstecken - denn wenn tatsächlich ein Virus aktiv ist, könnte der auch noch die Backups beschädigen. Auch ein Image der Systempartition ist angebracht. Wenn Sie mit Reparaturversuchen Windows ganz zerschießen, haben Sie immer noch das Backup.

Sofortmaßnahmen

Wenn Verdacht auf eine PC-Infektion besteht, sollten Sie keine sicherheitsrelevanten Aktionen ausführen. Das betrifft:

  • Online-Banking
  • Online-Anmeldung bei eBay, Webmailer und ähnlichen Diensten
  • Kein Start von Programmen, die eine Passworteingabe erfordern

Für das Säubern eines infizierten PCs gibt es keine einfache Regel, zu unterschiedlich arbeiten die Malware-Programme.

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