Neue Browser - aus Sicht der Webentwickler

Teil 3: Internet Explorer 8 und Firefox 3

Firefox und Mikroformate

Mikroformate sind eine Technik, über vordefinierte Attributwerte bestimmte Informationen von Webseiten auszuzeichnen, damit sie maschinenlesbar sind. Ausgewählte Inhalte werden hierfür durch zusätzliche, vordefinierte Attributwerte ausgezeichnet. Weitere Mikroformate dienen zur Auszeichnung von Adress/Kontaktinfomationen (hCard), zur Auszeichnung von Terminen (hCalendar) oder von geographischen Informationen (geo). Diese drei Letzten sind nicht ohne Grund genannt, denn all diese Mikroformate wird der Firefox 3 unterstützen.

Allerdings hat sich das Firefox-Team Anfang des Jahres dafür entschieden, zwar im neuen Firefox 3 eine API zu integrieren, die die Arbeit mit Mikroformaten für Erweiterungen einfacher macht, aber für die Mikroformate keine Benutzeroberfläche zur Verfügung zu stellen. Das ist erst für die folgende Version des Firefox geplant. Bis dahin wird man weiterhin zur Erweiterung Operator greifen müssen. Wo wir gerade bei Erweiterungen sind: Kurz nach Bekanntgabe der Unterstützung von Webslices durch Microsoft wurde eine neue Erweiterung mit Namen Webchunks für den Firefox 3 vorgestellt, die ebenfalls Webslices interpretieren kann.

Weitere Neuerungen

Aber das ist noch nicht alles, hier ein paar weitere Neuerungen zusammengefasst: Firefox 3 unterstützt nun ­ "Soft Hyphens", das sind bedingte Trennstriche. So kann man bei sehr langen Wörtern mögliche Trennstellen vorgeben.

Der Internet Explorer bringt in Version 8 nützliche Tools zur Analyse von Webseiten und zur Fehlersuche direkt mit: die Entwicklertools. Sie finden sie unter Extras / Entwicklertools. Hier können Sie einzelne Elemente inspizieren. Sehr praktisch: Sie können auch den Kompatibilitätsmodus wechseln, sich also anzeigen lassen, wie eine Seite im Quirksmodus dargestellt werden würde. Im Firefox haben Sie für die Inspektion von Webseiten die überaus nützliche Erweiterung Firebug.

Verbessert ist die Unterstützung für ARIAMarkup in beiden Browsern: HTML, CSS und Javascript werden vermehrt nicht nur für klassische Webseiten, sondern auch zur Erstellung von Benutzeroberflächen verwendet. Damit diese Komponenten von Screenreadern benutzt werden können, können HTML-Elemente zusätzlich ein role-Attribut beinhalten, das die Funktion des Elements beschreibt.

Firefox 3 bietet Unterstützung für Javascript in der Version 1.8. Außerdem ist die DOM-Fähigkeit verbessert worden. Neu implementiert sind insbesondere Erweiterungen fürs DOM, die von anderen Browsern eingebracht wurden. So werden zum Beispiel folgende DOM-Erweiterungen des Internet Explorers auch im Firefox 3 interpretiert: clientTop, clientLeft, element- FromPoint(), oncut, oncopy und onpaste und außerdem die in HTML5 definierte Methode getElementsByClassName().

Im Internet Explorer 8 wurde hauptsächlich an einer verbesserten Performance bei Jscript gearbeitet. Außerdem wird er bei der DOM-Unterstützung in einigen Punkten standardkonformer sein als vorher: So wird getElementById() nur Elemente mit der passenden id finden - in Vorgängerversionen waren es auch Elemente mit einem entsprechenden name- Attribut. Zusätzlich wird dabei die Großund Kleinschreibung berücksichtigt.

Neu im Firefox 3 ist auch die Unterstützung von animierten PNG-Grafiken (APNG). Auch die Unterstützung von SVG (Scalable Vector Graphics) ist verbessert - neu hinzugekommen ist vor allem die Implementation von SVG-Filtern. Allerdings kann der Internet Explorer 8 weder mit APNG, noch mit SVG etwas anfangen.

Fallback-Lösung

An sich sollte der Internet Explorer 8 weniger Probleme bereiten, da er standardkonformer ist. Wenn aber doch, dann gibt es noch eine Fallback-Lösung: Sie können durch eine zusätzliche Metaangabe bestimmen, dass der Internet Explorer 8 die Webseite darstellt wie sein Vorgänger. Schreiben Sie in den head-Bereich:

<meta http-equiv="X-UA-Compatible"
content="IE=7" />

Diese Angabe einzufügen ist nur sinnvoll, wenn es Darstellungsprobleme mit der endgültigen Version des Internet Explorer 8 gibt.

Beta-Versionen

Natürlich muss man bei all diesen Änderungen bedenken, dass es derzeit nur Beta-Versionen von Firefox 3 und Internet Explorer 8 gibt, es kann also noch Änderungen geben oder weitere Features.

So wurde beispielsweise beim Firefox erst kürzlich entschieden, dass die Unterstützung für Mikroformate nicht in die Benutzeroberfläche integriert werden wird. Ähnlich vorläufig sind auch manche Äußerungen der Entwickler vom Internet Explorer 8. Außerdem gibt es derzeit im Internet Explorer 8 noch Bugs, die sicherlich behoben werden, wie beispielsweise die plötzlich fehlende Unterstützung der CSS-Pseudoelemente firstline oder first-letter. Diese Bugs verleiten sogar manche, wie den CSS-Experten Eric Meyer, zu der Aussage, bei der derzeitigen Beta-Version des Internet Explorer 8 handele es sich eher um eine Alpha-Version.

So erfreulich es ist, dass Internet Explorer 8 und Firefox 3 den Acid2-Test bestehen, muss aber doch angemerkt werden, dass andere Browserhersteller schon um das Bestehen des Acid3-Tests wetteifern: Die Rendering Engines von Opera und Webkit erhalten 100 von 100 Punkten beim nachfolgenden Acid3-Test. Ein solches Ziel haben sich leider weder die Macher von Firefox 3 noch vom Internet Explorer 8 gesetzt.

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