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Teil 3: IMAP: Grundlagen, Möglichkeiten, Probleme

Aber es gibt auch Schattenseiten. Mal abgesehen davon, dass man dem IMAP-Server- Anbieter hinsichtlich Datenschutz und Backup vertrauen muss, kann bei Kenntnis des Passwortes jeder über das Internet auf die eigenen Mails zugreifen. Man sollte dabei bedenken, dass bei vielen Mailprovidern der Benutzername gleich der Mailadresse ist. Angreifer müssen dann nur das Passwort knacken, welches man daher besonders sicher wählen und regelmäßig wechseln sollte. Sofern vom Server unterstützt, sollte man außerdem die Datenübertragung per SSL-Verschlüsselung absichern.

IMAP: Grundlagen, Möglichkeiten, Probleme

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Beim Umstieg von einem POP3- auf einen IMAP-Account muss man seine bisher lokal gespeicherten Mails auf den IMAP-Server übertragen. Das bedeutet, einmalig eventuell viele Hundert Megabyte vom lokalen PC auf den IMAP-Server zu übertragen. Die Geschwindigkeit hängt dabei von der verfügbaren Upload-Rate ab. Zum Übertragen von 100 MByte E-Mails zu einem IMAP-Server benötigt man per DSL 6000 ca. eine halbe Stunde.

Die tatsächlichen Probleme, mit denen man in der Praxis zu kämpfen hat, sind eher anderer Natur. Und sie kommen aus eher unerwarteter Ecke: Es sind Abstimmungsprobleme zwischen E-Mail-Client und IMAP-Server. Auch drei Jahre nach der Einführung von IMAP4 tun sich selbst bekannte Programme wie Outlook oder Thunderbird schwer, dem Nutzer eine sorglose IMAP-Nutzung zur Verfügung zu stellen. Wenn es um die Nutzung von IMAP-Zugriffsrechten geht, müssen unter Windows alle gängigen Mailprogramme passen. Hier istman auf den englischsprachigen IMAP-Spezialisten Mulberry angewiesen.

IMAP: Grundlagen, Möglichkeiten, Probleme

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So sollte es eigentlich in jedem Programm aussehen: Abgleichmöglichkeit der Ordnerstrukturen in Windows (Vista) Mail.

Insbesondere bei deutschsprachigen Lösungen ist das Zusammenspiel zwischen Client und Server tückisch. Denn die zumeist aus dem Englischen kommenden Programme erwarten primär englische Ordnerstrukturen auf dem Server (z.B. "Draft" statt "Entwürfe" oder "Trash" statt "Gelöschte Objekte"). Werden Umlaute verwendet, kommt hinzu, dass zur Codierung der IMAP-Ordnerstrukturen eine modifizierte Variante des Zeichensatzes UTF-7 verwendet wird. Das Wort "Gelöscht" wird daher zu "Gel&APY-scht". Im Tipp-Teil des Artikels werden Sie sehen, dass das bei der Konfiguration von Thunderbird relevant wird.

Darüber hinaus verwalten die meisten Server und Clients Spezialordner. Outlook legt beispielsweise hartnäckig auf dem Server einen Ordner Junk-E-Mail an, während der Spamfilter des Servers den Ordner Spamverdacht verwendet. Programme, die keine Funktion zum Abgleich der Ordnernamen bieten, sind daher nur bedingt IMAP-tauglich.

Ein weiteres Problem ist der richtige Umgang mit den so genannten Flags, von denen der IMAP-Standard mindestens sechs vorsieht. Es sind vom Client und Server setzbare Kennzeichnungen für Mails, beispielsweise ob ein Nutzer eine Mail gelesen hat (Seen- Flag) oder ob eine Mail als gelöscht (Deleted) gekennzeichnet ist. Unangenehm bei Letzterem: Der weitere Umgang mit als gelöscht gekennzeichneten Nachrichten ist je nach Mailprogramm unterschiedlich. Erst eine weitere Anweisung an den Server, auf Englisch "expunge" genannt, führt zu einer tatsächlichen Entfernung aus dem jeweiligen Ordner. Umgekehrt ist auch eine Wiederherstellung der Nachricht möglich. Je nach Zusammenspiel von Client und Server kann der Expunge-Schritt zur vollständigen Löschung führen oder zu einem Verschieben in den Papierkorb.

Manche Mailprogramme wie Outlook (bisVersion 2003) beherrschen den Expunge-Schritt gar nicht. Stattdessen werden solche Mails nur durchgestrichen angezeigt - andere Clients zeigen je nach Konfiguration Mails mit Deleted-Flag nicht mehr an. Von den getesteten deutschsprachigen Programmen ist nur Thunderbird in der Lage, die Art des Löschvorgangs umfassend zu konfigurieren.

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