Von der Platte auf den Fernseher

Teil 3: HD-Media Player fürs Wohnzimmer: Darauf müssen Sie achten

Eine Frage des Formats

Die wichtigste Eigenschaft eines HD-Media-Players - neben Anschlüssen und Auflösungen - besteht allerdings darin, möglichst alle wichtigen und weit verbreiteten Videodateiformate abspielen zu können. Denn ein Film kann über verschiedene sogenannte Codecs in einer Video-Datei gespeichert sein. Ein Codec ist ein spezielles Verfahren, mit dem sich Bild- und Tonspuren eines Films komprimieren lassen. Dabei unterscheidet man diverse Video-Codecs wie zum Beispiel MPEG-2, VC-1 oder AVC (H.264) und ebenso verschiedene Audio-Codecs wie zum Beispiel AC-3 oder DTS. Um eine Filmdatei korrekt abzuspielen, muss der Media Player sowohl Video- als auch Audio-Codec unterstützen. Und noch eine dritte Komponente kommt hinzu: das Container-Format. Dieses sorgt dafür, dass Audio- und Video-Codec korrekt gespeichert und später auch wieder synchron abgespielt werden können. Einige wichtige Container-Formate für Videodateien mit den gleichnamigen Dateiendungen sind beispielsweise AVI, MPG, MKV, TS und M2TS.

Media Player fürs Wohnzimmer

© Archiv

Der WD TV HD Media Player kann - ebenso wie die beiden anderen Geräte - Auflösungen von bis zu 1080p wiedergeben.

Was steckt im Container?

Anhand der Dateiendung, zum Beispiel "Film1.avi" oder "Film2.mkv" lässt sich zwar in der Regel das Containerformat, nicht jedoch der darin befindliche Video- oder Audio- Codec ablesen. Wer feststellen möchte, aus welchen Codecs eine Videodatei zusammengesetzt ist, kann sich mit Tools wie MediaInfo behelfen. Unser Mini-Workshop oben auf der nächsten Seite zeigt, wie Sie das Tool einsetzen. So können Sie schon vorher abschätzen, ob Ihr Media Player einen Film inklusive Tonspur abspielen kann oder nicht. Doch selbst wenn der Media Player alle wichtigen Videoformate inklusive Codecs unterstützt, kann es vor allem bei günstigeren Geräten in der Tonwiedergabe zu kleinen Problemen kommen.

Die Sache mit dem Downmix

Denn nicht jeder Media Player kann jedes digitale Tonformat einer Videodatei direkt ausgeben oder für die analoge Stereo-Ausgabe am Fernseher oder Verstärker entsprechend umwandeln. Diese Umwandlung eines digitalen Tonsignals (AC-3, DTS) in ein analoges Stereosignal heißt in der Fachsprache "Downmix". Der Media Player WD TV HD von Western Digital beispielsweise kann das weit verbreitete digitale Tonformat DTS nicht downmixen. Die Konsequenz: Auf einem herkömmlichen Fernseher oder Stereo-Verstärker werden Videos mit DTS-Tonspuren als Stummfilm (sprich: ohne Ton) wiedergegeben. Um derartigen Filmen dennoch Töne zu entlocken, muss das WD-Gerät über seinen optischen Audio-Ausgang an einen DTS-fähigen Receiver angeschlossen werden.

Bei Filmen mit AC-3-Tonspur funktioniert der Stereo-Downmix hingegen einwandfrei. Andere Player wie beispielsweise der Syabas Popcorn Hour A-110 oder auch Conceptronics Full HD Media Player können digitale Mehrkanal-Tonspuren sowohl an entsprechende Mehrkanal-Receiver weiterreichen als auch bei Bedarf auf ein analoges Stereo- Signal downmixen. Wer keinen modernen AV-Receiver besitzt, sollte deshalb in jedem Fall auf die Audio-Downmix-Fähigkeit des Media Players achten. Leider macht kaum ein Hersteller von Media Playern verlässliche Angaben über die Wiedergabe digitaler Tonformate sowie die Fähigkeit zum analogen Downmix. Aus diesem Grund haben wir unten auf dieser Seite drei Geräte, die alle mit demselben hochwertigen Videosignal-Chip ausgestattet sind, miteinander verglichen.

Welche Unterschiede es bei den Geräten ist, steht auf der nächsten Seite...

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