Am Pokertisch clever handeln und dabei glücklich sein

Teil 3: Hans im Glück

Eine typische Hand

Aus Sicht der Theorie liegt der Schlüssel für erfolgreiches SnG-Spiel im Tradeoff zwischen der Notwendigkeit, eine Hand zu spielen, und der aktuellen Handstärke. Zu Beginn bestimmt die Hand zu 100 Prozent, ob ich einsteige. Denn es besteht praktisch keine Notwendigkeit zu spielen. Mit steigenden Blinds und der Umverteilung der Jetons, wächst die Notwendigkeit, sich zu involvieren. Folglich muss der Handanspruch gelockert werden. Es wird also immer wahrscheinlicher, dass man seine erste Hand spielt. Die Szenarien dafür splitten sich folgendermaßen:

Hans im Glück

© Archiv

1. Man findet eine Hand, kann aber preflop noch nicht den ganzen Stack platzieren.

1.1 Alle folden. Gefühlt ist man enttäuscht, dies aber meist zu Unrecht: Hätte man denn gerne etwa ein gegnerisches All-In gehört? Oder aber, im Falle eines Calls, den Flop gesehen, um dann eventuell All-In gesetzt zu werden? Oder selbst eine haarige Contibet spielen zu müssen?

1.2 Es wird gecallt, der Flop ist gut. Man freut sich und bindet sich an den Pot. Zu Recht.

1.3 Es wird gecallt, der Flop ist nicht gut. Man ärgert sich, steigt entweder aus oder blufft. Im Falle eines gelungenen Bluffs atmet man nur kurz durch, geht er aber in die Binsen, ist der Ärger (über sich selbst) groß.

1.4 Ein Gegner commitet sich mit einem Raise.

Meist führt auch dies zu Ärger. Entweder weil man folden muss, oder weil man voll investiert, geschlagen ist (und korrekterweise verliert), oder weil man zwar vorne liegt, aber einen Suckout erleben muss. Doch suckt man selbst aus, empfindet man eher Scham oder Wut über das tragische Setup. Nur falls man investiert hat und zu Recht gewinnt, freut man sich. Und selbst auf diesem Weg zum Gewinn leidet man an der Furcht, doch noch zu verlieren.

2. Man findet eine Hand und kann alles platzieren.

2.1 Falls alle folden, ist man ähnlich enttäuscht wie bei 1.1, hier auch etwas öfter mit Recht, aber längst nicht immer.

2.2 Falls man gecallt wird und die Karten aufgehen, ist selten Freude das beherrschende Gefühl. Entweder jault man auf, weil das eigene tolle Blatt gegen ein noch Besseres gelaufen ist, oder aber man empfindet die gegnerische 20-40% Siegwahrscheinlichkeit als viel größere Gefahr als sie sie rational betrachtet darstellt. Man hält in jedem Fall gespannt den Atem an und harrt der Dinge die da kommen. Entspannung sieht jedenfalls anders aus.

3. Man platziert alles als Semibluff (Preflop gibt es keinen reinen Bluff).

Hier verhält sich die Lage bei umgedrehten Vorzeichen analog den Unterpunkten zu 2 mit dem interessanten Unterschied, dass man viel leichter Freude empfindet. Denn folden alle, freut man sich zu Recht sprichwörtlich diebisch. Wird man aber gecallt, so weiß man ja schon, dass man hinten liegt. Dem Schock über den Call, folgt also schnell das niederträchtige Hoffen, einen Suckout zu landen.

Insgesamt ist gut zu erkennen, wie schon in der Entstehung eines Spiels emotional viel investiert wird, auch wenn oftmals gar nichts Wesentliches passiert. Hat man nun irgendwie überlebt, geht es schon auf den nächsten möglichen Keypot zu. Ehe man ein Turnier als Sieger beenden darf, kommt man schon aus theoretischer Sicht nicht um ein realistisches Minimum von drei Keypots herum: Vor der Bouble, an der Bouble und im Heads-Up.

In der Praxis aber sind es wohl durchschnittlich eher doppelt so viele Spiele, die man emotional und real voll mitnimmt, ehe man den Sieg kurz abnickt und weitermacht.

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