Weg weisende Telefone

Teil 3: Grundlagen: Navigation mit dem Handy

Handy-Ausrüstung

Da die wenigsten Handys von vornherein für den Einsatz als Navigationsgerät ausgerüstet sind, benötigt der Anwender noch einen GPS-Empfänger, der laufend den Standort des Handybesitzers ermittelt. Dabei handelt es sich um kleine "Kästchen", so genannte GPSMäuse, die via Bluetooth mit dem Handy verbunden werden.

Die Handy-Navigation eignet sich besonders für Fußgänger. Während mobile Navigationsgeräte zu sperrig für einen Spaziergang durch die City einer fremden Stadt sind, bieten sich Handys für die Suche nach einem Restaurant geradezu an. Doch für Fußgänger ist der externe GPS-Empfänger lästig. Man muss ihn irgendwie in einer Jacken-, Hemd- oder Handtasche verstauen. Außerdem besitzen nicht alle Software-Lösungen einen Fußgänger- oder Fahrradmodus, der Fußgängerzonen, Sackgassen und Einbahnstraßen in der verkehrten Richtung in die Routenplanung einbezieht.

Künftige Handy-Generationen dürften den GPS-Chip an Bord haben, denn die neuen Chips sind kleiner. In Japan ist dies bereits Standard, in Deutschland kommen in diesem Monat erste Smartphones auf den Markt.

Die Anwendung eines Handy-Navigationssystems im Auto hat den Vorteil, dass der Bluetooth-GPS-Empfänger mit Strom versorgt werden kann. Ein Ladekabel für den Zigarettenanzünder liefern die Hersteller in der Regel mit. Wird der GPS-Empfänger außerhalb des Pkws benutzt, muss er mit dem beiliegenden Ladekabel aufgeladen werden und ist dann ca. vier bis sechs Stunden einsatzbereit. Um das Navigationssystem im Auto verwenden zu können, befindet sich außerdem eine Universalhalterung im Paket, die sich für viele Handymodelle flexibel einstellen lässt. Der GPS-Empfänger wird dann auf das Armaturenbrett gelegt, möglichst nah an der Windschutzscheibe und mit freier Sicht zum Himmel, um die GPS-Signale empfangen zu können. Bei Autos mit beheizbarer Windschutzscheibe oder bei Wohnmobilen mit Überbauten muss der GPS-Empfänger mit einer externen Antenne verbunden werden.

Ist bereits eine Freisprecheinrichtung im Auto montiert, kann diese verwendet werden. Das hat sogar den Vorteil, dass die Navigationsanweisungen über die Lautsprecher des Autos ausgegeben werden.

Garmin bietet eine universelle Autohalterung zur Befestigung an der Windschutzscheibe an, in der ein GPS- und ein Bluetooth- Modul untergebracht sind. Auf diese Weise sind zwei Geräte in einem integriert, der GPS-Empfänger rutscht nicht mehr auf der Konsole herum. Das Navigationssystem lässt sich damit jedoch nur im Fahrzeug anwenden.

Vor dem Start

Bevor es losgehen kann, muss die Software auf das Handy. Nicht alle Handys sind zu allen Navigationssystemen kompatibel. Die meisten Systeme verlangen ein Handy mit Symbian-Betriebssystem. Manche Lösungen funktionieren mit allen Geräten, auf denen Java installiert ist, einige Systeme arbeiten auch mit der Handyversion von Windows Mobile. Ein Blick auf die Angaben des Herstellers ist vor dem Kauf unabdingbar.

Hybrid-Navis

© Archiv

Die Software lässt sich bei jenen Onboard- Systemen am einfachsten installieren, bei denen Software und Kartenmaterial auf einer Speicherkarte vorinstalliert sind. Nach dem Einlegen ins Handy ruft der Anwender den Dateimanager auf und startet von dort aus die Installation der Navi-Software.

Wird das System wie bei Navicore und Navigon auf einer CD oder DVD geliefert, ist eine Verbindung zwischen PC und Handy notwendig, die sich per Datenkabel oder Bluetooth einrichten lässt. Kabel und Bluetooth-Adapter gehören nicht zum Lieferumfang der Navi-Systeme.

Route 66 geht einen anderen Weg und liefert ein kleines Kartenlesegerät mit. Auf diese Weise lassen sich Software sowie einzelne Karten am PC auswählen, auf einer Karte speichern und auf das Handy übertragen. Das Lesegerät von Route 66 gleicht einem USBSpeicherstick, der Speicherkarten im Format MMC Mobile lesen und beschreiben kann.

Die Software bei Offboard-Systemen wird grundlegend anders installiert. Da es sich nur um kleine Applikationen von ca. 200 KByte handelt, werden sie per GPRS-Datenfunk auf das Handy geladen und sind damit so aktuell wie möglich. Dazu bieten "Falk Activepilot" und "Wayfinder" jeweils drei Wege an:

Mobile Navigation

© Archiv

Der Anwender lässt sich mit seiner Mobilfunknummer auf der Website des Herstellers registrieren und erhält eine SMS mit dem Download-Link der Software.

Der Handybesitzer schickt eine SMS mit einem bestimmten Textelement an eine spezielle Nummer und erhält den Download- Link wiederum per SMS.

Der Nutzer ruft über den Browser des Handys eine bestimmte Webseite auf und startet damit den Download der Navigations- Software.

Voraussetzung für diesen Vorgang ist, dass die GPRS-Verbindung zum Mobilfunk-Provider bereits eingestellt ist. Für den Download fallen Gebühren beim Provider an. Die Daten landen in einem Handyverzeichnis für Anwendungen, die Installation startet meist automatisch. Nach der Installation und dem Start der Software stellt man per Bluetooth eine Verbindung zum GPS-Empfänger her. Dazu muss der Datenfunk per Bluetooth zunächst über das Handymenü aktiviert werden. Dort lassen sich aktive Bluetooth-Geräte in der nahen Umgebung suchen.

Das Ziel lässt sich auf drei Arten wählen: per Handytastatur, durch Klicken auf einen Punkt in der Karte oder über eine Liste mit bisherigen Zielen, Favoriten oder Points of Interest. Die Routen werden wie bei den mobilen Navigationsgeräten in Form von Karten, Abbiegepfeilen und gesprochenen Fahranweisungen ausgegeben. T-Mobile NaviGate zeigt in der Regel nur die Richtungspfeile an, eine Kartendarstellung kann optional für Windows- Mobile-Geräte gewählt werden. Während die Navigation läuft, lassen sich Anrufe annehmen und Nummern wählen.

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