Pinguin als virtueller Weltenbummler

Teil 3: Google Earth unter Linux

World Wind

Linuxer müssen mit der neu entwickelten Java-Version vorlieb nehmen. Diese ist jedoch keine 1:1-Umsetzung der alten Software, sondern stellt laut NASA lediglich eine Ergänzung des Angebots dar. Voraussetzung ist das Java SDK in Version 5 oder 6. Unter muss nun die Java-Variante gewählt und die entsprechenden Daten müssen heruntergeladen werden. Nachdem die Datei run-demo.bash ausführbar gemacht wurde, lässt sich der Client starten mit:

Google Earth mit Linux

© Archiv

./run-demo.bash worldwinddemo.BasicDemo

Marble Desktop Globe

Einen Blick sollte KDE-Nutzern das Projekt Marble Desktop Globe von wert sein. Das Programm erinnert optisch stark an Google Earth und World Wind, kommt jedoch ohne jegliche Hardwarebeschleunigung aus. Diesem Umstand verdankt die Anwendung ihren schlanken Charakter, ihre schnellen Startzeiten von unter fünf Sekunden und ihre geringen Hardwareanforderungen. Da nur wenige Karten mitgeliefert werden und der Großteil der Daten auf Streamingservern verbleibt, kommt auch die Installation mit etwa 7 MByte schlank daher.

Genau genommen ist Marble ein Framework für KDE-4-Anwendungen. Eine Integration in die neueste Version der Desktopumgebung scheint somit wahrscheinlich. Dieser Schritt ist unter den Entwicklern jedoch nicht unumstritten. Viele hegen die Befürchtung, dass die Streamingserver dem Ansturm der Anwender nicht gerecht werden könnten, sollte die Anwendung Teil der KDE-Standardinstallation werden.

Trotz alledem birgt das Projekt ein großes Potential. Die Oberfläche der Erde wurde aus verschiedenen NASA-Datensätzen generiert. Unter anderem kommen auch die Daten der NASA-Mission STS-99 zum Einsatz, welche im Jahr 2000 als Shuttle Radar Topography Mission zahlreiche Daten zur Höhenkartierung sammelte.

WW2D: Javaclient für NASA World Wind

© Archiv

WW2D ist leider nur noch auf Mirrors zu finden.

Die durch das Radarsystem gewonnenen Zahlen beschreiben die Höhe über dem Meeresspiegel auf sechs Meter genau und sind als Gittermodell frei verfügbar. So gelang es den Marble-Konstrukteuren, ein realistisch anmutendes Bild der Erde zu formen. Marble unterstützt zudem Googles KML-Format um weitere Ortsmarkierungen hinzuzufügen. Auch das freie GPX-Format wird unterstützt. Wie bei den Erdbetrachtern inzwischen üblich, ist es ohne weiteres möglich, eine andere Kartenansicht zu wählen und beliebig Layer mit Bevölkerungszahlen oder Höhenangaben hinzuzufügen. Interessant ist auch Marbles Option, die Erde bei Nacht zu betrachten. Für die nächste Version ist neben der GPS-Integration auch die Möglichkeit geplant, eine flache, zweidimensionale Kartenansicht zu wählen.

Earth3D

Einen ähnlichen Funktionsumfang wie das Marble-Projekt, bietet die javabasierte Software Earth3D (). Auch sie bedient sich des zahlreichen freien Kartenmaterials, kombiniert es mit eigenen Ideen - wie etwa der Möglichkeit, seine Überflüge in Videodateien zu bannen - und bereichert so die Linux-Welt um einen weiteren freien Globus. Allerdings bereitet die unausgereifte Oberfläche dem Nutzer kein Vergnügen.

Bildergalerie

Google Earth mit Linux
Galerie
Software

Google Earth: Mit drei Klicks zur 3D-Ansicht.

Alternativen im Browser

Neben den Einzelapplikationen gibt es noch die Möglichkeit, Satelliten und Luftbilder über den Browser abzurufen. So kann man sich durch Googles Dienst eine Installation von Google Earth ersparen, muss jedoch auch auf die 3D-Eigenschaften und sonstigen Extras verzichten. Die Seite verfügt über fast identisches Kartenmaterial wie ihr großer Softwarebruder und ist ihm auch in der Bedienung weitgehend ähnlich. Das Überfliegen der Landschaft ist in dieser Webausgabe jedoch nicht möglich. Die Onlinevariante eignet sich also perfekt, um schnell ein bestimmtes Gebiet aus der Luft zu betrachten. Der Reiz des Orginalprogramms geht jedoch durch die starre Zweidimensionalität verloren.

Nützlich ist die Möglichkeit, den gewählten Kartenausschnitt durch einen kurzen HTML-Code in fremde Seiten einzubetten. Das war vorher nur über eine umständliche API zu bewerkstelligen. So lässt sich etwa ein Impressum durch die entsprechende Anfahrtsskizze aufpolieren oder Freunden der Weg zu einer Verabredung schicken.

Unter findet sich ein Mashup der verschiedenen Kartendienste. Über die Navigation lässt sich leicht zwischen den einzelnen Satelliten wechseln, neben den üblichen Verdächtigen finden sich jedoch auch Besonderheiten wie Nachtaufnahmen oder Bilder der Tsunami-Katastrophe aus dem Jahr 2004. Auch an Overlays hat die Seite einiges zu bieten: Wetterdaten, lokale Nachrichten und Informationen zur Bevölkerung stehen ebenso auf dem Programm wie CO2-Ausstoß und sämtliche Atomkraftwerke. Realisiert wird all dies über die zahlreichen APIs und GeoRSS-Feeds der eingebundenen Dienste.

In dieselbe Kerbe schlägt auch das ansehnlich gestaltete Flash Earth (). Sie bedient sich teilweise anderer Quellen - Ask.com, Yahoo und Micosofts Globusprogramm Virtual Earth, das sonst nur Windows-Nutzern zur Verfügung steht, allerdings - ähnlich wie Google - einen Onlineableger besitzt. Dieser Service () kann jedoch ebenfalls von Linuxern nur begrenzt genutzt werden. Die interessanten Features - eine 3D-Ansicht im Browser sowie die qualitativ hochwertigen Luftbilder namens Birds Eye sind nur mit dem hauseigenen Betriebssystem zu erreichen.

Der Dienst wertet den Google Earth mit eigenen Layern auf. Momentan sind eine Reliefansicht sowie eine Übersicht der weltweiten Binnengewässer verfügbar. Weitere Anbieter von webbasierten Satellitendiensten sind GoYellow (), Map24 () und Suchen.de ().

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