Raubvorspulers Liebling

Teil 3: Festplattenrekorder VDR 1.6

Jetzt zeigt Ihnen das OSD an, dass eine neue Fernbedienung gefunden wurde und dass VDR jetzt die Tasten anlernen möchte. Befolgen Sie die Anweisungen auf dem Bildschirm, bis Sie wieder zum Live-TV-Bild kommen. Sind Sie mit den Einstellungen nicht zufrieden, öffnen Sie die Datei /var/lib/vdr/remote.conf und entfernen Sie entsprechende Einträge - beim nächsten Start werden die Tasten neu angelernt. Anwendern, die LIRC verwenden wollen, erleichtert sidux die Arbeit. In unserem Fall mussten wir unseren Streamzap-USB-Infrarot Empfänger nur einstecken, die passende lircd.conf von der LIRC-Website herunterladen und in /etc bzw. /etc/lirc kopieren.

Festplattenrekorder VDR 1.6

© Archiv

Bei aktuellen Rechnern dauert die Installation auf Festplatte weniger als 5 Minuten - in unserem Fall waren es nur 3 Minuten.

Anschließend war nur noch als Root in die /etc/vdr/plugins/plugin.remote.conf der Eintrag -l/dev/lircd einzufügen, und schon wurden beim nächsten Neustart von VDR die Tasten angelernt. Sollte es bei Ihnen Probleme geben, tragen Sie Ihren Treiber mal direkt in die /etc/lirc/hardware.conf ein. Haben Sie mehrere Karten in den Rechner eingebaut, kann es passieren, dass bei jedem Start die Infrarot Empfänger an einer anderen Geräte-Adresse stehen. Das vermeiden Sie durch Verwendung von udev-Regeln. Informationen zu udev im Allgemeinen finden Sie im Artikelarchiv auf der Heft-DVD. In unserem Fall müssen Sie über cat/proc/bus/input/devices herausfinden, wie der IR-Empfänger heißt, und dessen Namen wie im VDR-Board angegeben in eine neue Datei Namens local.rules eintragen, die unter /etc/udev abgelegt wird. Die weiteren Schritte entnehmen Sie bitte oben genanntem Link.

Detailkonfiguration

Beim Start des Rechners wird der VDR automatisch über das File /etc/init.d/vdr gestartet. Möchten Sie den VDR beenden, geben Sie in einer Shell ein /etc/init.d/vdr stop, möchten Sie ihn starten, benutzen Sie das Keyword start, die Kombination daraus wird mit /etc/init.d/vdr restart erreicht. Eine der wichtigsten Einstellungsdateien für den Start ist /etc/default/vdr. Darüber können Sie u.a. das Aufnahmeverzeichnis verändern. Tragen Sie am Ende des Files die Zeile VIDEO_DIR="/video.00" ein, werden die Aufnahmen unter /video.00 gespeichert. Legen Sie im Hauptverzeichnis diesen Ordner an und verändern Sie den Mountpoint Ihrer Videopartition in der Datei /etc/fstab entsprechend auf diesen Ordner, können Sie später weitere Festplatten für die Aufnahmen hinzufügen, indem Sie ihnen die Mountpoints /video.01 /video.02 etc. verpassen - VDR speichert seine Daten automatisch vorrangig auf der Partition, auf der am meisten Platz ist.

Wird es eng, werden schließlich Aufnahmen gelöscht, denen Sie eine niedrige "Lebensdauer" beim Anlegen der Timer verpasst haben - Aufnahmen mit einem Wert von 99 bleiben erhalten. Weitere mögliche Parameter für /etc/default/vdr finden Sie u.a. in der Datei /usr/lib/vdr/config-loader.sh. Andere essenzielle Settings finden Sie unter /var/lib/vdr, Plug-in-Einstellungen dagegen in erster Linie unter /etc/vdr/plugins, deren Bedeutung sich aus dem VDR-Wiki sowie den Anleitungen unter /usr/share/doc erschließt.

Unter /etc/vdr/plugins gibt es jedoch zwei Typen von Einstellungsdateien: Files, die mit plugin. beginnen, enthalten lediglich Startparameter für die entsprechenden im Dateinamen genannten Plug-ins (siehe remote- Plug in oben). Das Streaming wird wiederum über die Datei streamdev.hosts.conf (im gleichen Ordner) geregelt, die alle IP-Adressen enthält, die auf den Videodatenstrom zugreifen dürfen. Unter Windows und MacOS ist das Streaming z.B. über das kostenlose Tool VLC möglich. Wählen Sie Datei/Netzwerkstream öffnen und als Protokoll HTTP. Als URL geben Sie ein: http://{IPAdresse des VDR}:3000/{Kanalnummer}. Haben Sie in Ihren VDR nur eine DVB-Karte eingebaut, wollen aber dennoch auf jeden beliebigen Kanal umschalten, müssen Sie im VDR-Hauptmenü den Punkt Live-TV pausieren wählen. Das Streaming-Plug-in wird u.a. auch für Hardware-Streaming-Clientswie dem Pinnacle-ShowCenter verwendet, mit dem vompserver-Plug-in steht eine hervorragende Lösung für Hauppauges MediaMVPs zur Verfügung, und D-Box- und Dreambox-User holen sich TV-Signal und OSD über das ffnetdev-Plug-in.

Mehr Futter

Wenn Sie mehr über den VDR und seine Einrichtung erfahren wollen, werfen Sie auch einen Blick in unser Artikelarchiv auf Heft-DVD. Sie finden dort nicht nur weitere Artikel rund um die Linux-Konfiguration, sondern auch unseren letzten VDR-Artikel von 2006, der damals ebenfalls auf Debian Sid und den e-tobi-Paketen basierte.

Profitipps zu den Themen Grafikproblemen, Firmware für DVB-T-Karten und dem Rekompilieren von Plug-ins finden Sie auf Seite 4

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