Steinmetzarbeit

Teil 3: Bilder freistellen

Jede aktuelle Bildbearbeitungssoftware, beispielsweise Eclipse, Fireworks, Paint Shop Pro (PSP), Photo-Paint oder Photoshop, verfügt über ein Freistellwerkzeug. Damit ziehen Sie ein Rechteck über dem Bereich auf, den Sie erhalten wollen.

Bilder freistellen

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Klarsteller: Mit einer passenden Abdeckfarbe sehen Sie auf den ersten Blick, welche Bereiche wegfallen.

Je nach Programm - etwa bei Photoshop - gibt es dann noch die Option, für den abzudeckenden Bereich eine Farbe einzustellen und/oder die Deckkraft zu bestimmen. Die einzelnen Optionen starten Sie z.B. mit einem Doppelklick auf die entsprechende Fläche.

TIPP: Decken Sie den freizustellenden Bereich mit einer Farbe ab, die sich deutlich vom Motiv unterscheidet. Die Deckkraft sollte etwa 20 bis 30 Prozent betragen, damit der Hintergrund hinter der Abdeckung noch klar sichtbar bleibt.

Die farbige Abdeckung erleichtert vor allem bei schwierigen Motiven die Auswahl. Praktisch ist zudem, wenn das Freistellungswerkzeug - wie bei Photoshop - zusätzlich eine perspektivische Anpassung gestattet, die Sie gleich am Anfang vornehmen sollten.

Wählen Sie den Befehl Auswahl/Auswahl transformieren. Die gestrichelte Linie verwandelt sich in eine geschlossene mit Greifern an den Ecken sowie in der Linienmitte. Bewegen Sie den Mauszeiger neben eine Ecke der Auswahl, können Sie die Objekt-Auswahl drehen. Photoshop erlaubt sogar, den Rotationspunkt beliebig per Maus zu verschieben, der voreingestellt in der Mitte liegt. So können Sie das Objekt genau über eine Ecke drehen.

Wenn Sie die Freistellung bestätigen, schneiden Sie den Bereich außerhalb weg, die Bildbearbeitung passt die Bildgröße dann automatisch an.

TIPP: Verwenden Sie das Freistellungswerkzeug, um den freizustellenden Bereich einzugrenzen - insbesondere bei großen Bilddatenmengen.

Neben dem eigentlichen Freistellungswerkzeug können Sie jedes beliebige Auswahlwerkzeug verwenden.

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Farbverwandtschaft: das Farbbereich-auswählen-Werkzeug im Maskierungsmodus.

Für gleichmäßige Objekte bietet sich das Auswahlrechteck bzw. die Auswahlellipse an. Drücken Sie, um ein Quadrat bzw. einen Kreis zu erhalten, die dazu nötige Taste, beispielsweise die [Umschalt]-Taste in Photoshop. Es gibt zudem weitere Auswahlwerkzeuge, etwa für eine Zeile oder Spalte. Deren Bedeutung ist gering. Würfel und Ellipse genügen selten, da die wenigsten Objekte exakt die gewünschte Form aufweisen.

Auswahlrechteck und -ellipse machen vor allem Sinn, um eine erste, noch recht grobe Auswahl zu erstellen oder um Bereiche vor der versehentlichen Änderung zu schützen. Ein sinnvoller Anwendungsfall ist etwa die Markierung des Himmels in einem Landschaftsbild mit dem Auswahlrechteck.

Als weitere "manuelle" Auswahlwerkzeuge gibt es in jedem Bildbearbeitungsprogramm das Lassowerkzeug, mit dem sich unregelmäßige Bereiche umfahren lassen. Oft ist es gerade für das Lassowerkzeug sinnvoll, stark ins Bild hineinzuzoomen.

Besonders für das Lassowerkzeug bietet sich ein digitaler Zeichenstift an, der für Präzisionsarbeit besser geeignet ist als die Maus .

Ein Abkömmling des Lassowerkzeugs ist das Polygonlasso, mit dem Sie rasch Gegenstände mit geraden Linien markieren: Um eine Linie zu ziehen, klicken Sie an den Anfangs- und den Endpunkt.

Das Magnetische-Lasso-Werkzeug funktioniert ähnlich wie das Lassowerkzeug, es bietet sich an für farblich klar unterscheidbare Kanten. Leider ist dieses praktische Werkzeug nicht in jedem Bildbearbeitungsprogramm enthalten. Es funktioniert um so besser, je weiter Sie ins Bild hineinzoomen.

Der Zauberstab markiert innerhalb eines frei wählbaren Toleranzbereichs gleich/ähnlich eingefärbte Pixel. Häufig ist die voreingestellte Toleranz (Photoshop: 32) zu hoch, meist ist es besser, wenn Sie die Toleranz auf etwa 15 bis 20 verringern und lieber mehrfach klicken, um die Auswahl zu erweitern (Photoshop: mit gedrückter [Umschalt-]Taste). Viele Bildbearbeitungsprogramme erlauben Ihnen mit einer Option, die z.B. Benachbart heißt, nur die aneinander grenzenden Pixel aufzunehmen. Wer will, kann zugleich die Auswahl glätten, um einen "Treppcheneffekt" zu vermeiden. Das macht vor allem bei runden Auswahlen Sinn.

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Überlagert: Die rötliche Maske deckt im Maskierungsmodus die Bereiche ab, die der eingestellte Toleranzbereich nicht erfasst. Wer will, kann die Auswahl per Klick umdrehen.

TIPP: Verwenden Sie den Zauberstab vor allem dann, wenn sich die zu markierende Fläche farblich deutlich abhebt. Mit gedrückter [Umschalt]-Taste fügen Sie zur vorhandenen Auswahl weitere Flächen hinzu.

Ähnlich wie der Zauberstab, markiert auch das Werkzeug Farbbereich auswählen Bereiche des Bilds auf Grund der Farbähnlichkeit. Daher ist die genaue Auswahl per Farbwähler bei eng verwandten Farbtönen schwierig.

Für den Farbwähler gibt es, abhängig vom jeweiligen Programm, unterschiedliche Einstelloptionen. Meist macht der Maskierungsmodus in Verbindung mit der getroffenen Auswahl Sinn: Über dem maskierten abgedeckten) Bereich erscheint eine Maske, die der Micrografx Picture Publisher als Rubinschicht bezeichnet. Die Toleranz lässt sich per Schieberegler optimieren.

Enthält der Bereich, den Sie abdecken wollen, Farben, die sich kaum von der Maske unterscheiden, macht die Auswahlvorschau Graustufen mehr Sinn.

Eine Funktion, die nur wenige Programme bieten, ist das Extrahieren: Er findet sich in Photoshop unter Filter/Extrahieren. Dazu überpinseln Sie mit dem entsprechenden Werkzeug die Kanten der Bereiche, die Sie voneinander trennen wollen. Achten Sie darauf, dass Sie den zu extrahierenden Bereich vollständig umschließen (= geschlossener Pfad). Im abgebildeten Beispiel erscheint dieser Bereich grün. Füllen Sie den umschlossenen Bereich mit einem Füllwerkzeug - das Programm füllt ihn mit einer weiteren, teilweise durchsichtigen Farbe, hier: blau. Ähnlich funktionieren Zusatzprogramme wie KnockOut.

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