Alternative Apple

Teil 3: Apple-Computer im Test

Preis: 779 EuroCPU/Frequenz: Core Duo/1,83 GHzSpeicher/Festplatte: 512 MByte/80 GByteGrafikkarte/Bildschirm: Intel GMA950/-3DMark 2006/PCMark 2006:175/2935 PunkteCinebench Windows/Mac: 493/536 Punkte

Apple-Computer im Test

© Archiv

Klein, schick und modern. Der MacMini kommt sogar beim oftmals wenig computeraffinen, weiblichen Käufer gut an.

Den Anfang machte der Mac Mini. Dieser Knirps wurde noch zu Power-PC-Zeiten entwickelt und sorgte seinerzeit bei dem damaligen Prozessorkonkurrenten Intel für hektische Aktivität. Bereits auf dem nächsten IDF zeigte Intel einen auf dessen Prozessoren basierenden Klon, der sich allerdings als Attrappe herausstellte.

Der Mac Mini zielt auf ein Publikum ab, das auf die Leistung einer Workstation verzichten kann, dafür aber einen leisen und kleinen Wohnzimmer- oder Arbeitsrechner sucht. Die Preise sind recht moderat: Der kleinste Mac Mini ist auf der Apple Webseite bereits ab 599 Euro erhältlich. Dafür muss man allerdings einige Einbußen bezüglich der Ausstattung hinnehmen, die unserer Meinung nach für die meisten Anwender nicht hinnehmbar sind.

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Hauptsächlich das Fehlen eines DVD-Brenners erscheint uns für einen Rechner, dessen multimediale Fähigkeiten gerne gepriesen werden, als Manko. Wir bestellten daher das größere Modell, das mit 779 Euro knapp 200 teurer ist, dafür aber neben dem DVD-Brenner (anstelle eines Combo-Laufwerks) einen mit 1,83 statt 1,66 GHz getakteten Core-Duo-Prozessor und eine um 20 GByte größere 80-GByte- Festplatte mitbringt. Der Speicher ist mit 512 Klein, schick und modern. Der MacMini kommt sogar beim oftmals wenig computeraffinen, weiblichen Käufer gut an. MByte in beiden Fällen gleich groß, kann aber gegen Aufpreis ebenso erweitert werden wie die Festplatte, die bis zu 160 GByte fassen kann.

Die kleine Verpackung enthält neben einer Fernbedienung einen DVI/VGA-Adapter, sowie eine Dokumentation. Die ebenfalls beiliegenden Installations- bzw. Wiederherstellungs- DVD können erst einmal im Karton verbleiben, da das Betriebssystem vorinstalliert ist. Im Preis nicht inbegriffen sind Maus und Tastatur. Hier sollte man sich ohnehin vorher ein eigenes Bild machen, da vor allem die Maus für Windows-PC gewohnte Anwender ein Kulturschock sein dürfte. Die zweite Taste ist zwar bei den weißen Mäusen mittlerweile auch vorhanden, die zusätzlichen seitlichen Tasten und die mehr oder weniger nicht vorhandene Ergonomie der Standardmäuse sind aber mehr als gewöhnungsbedürftig.

Die Inbetriebnahme des Winzlings stellt keine hohen Ansprüche an den Benutzer. Sind alle Kabel angeschlossen, lässt sich der Mac über den an der Rückseite angebrachten Knopf einschalten. Horrorszenarien wie das Einschalten per Tastatur über eine für die meisten PC Anwender unidentifizierbare Taste gibt es beim Mini und auch den anderen gestesteten Modellen nicht.

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Nach rund 30 Sekunden heißt einen das Betriebssystem Willkommen. Unmittelbar loslegen kann man danach allerdings nicht. Zunächst möchte der Rechner einige Daten vom Benutzer wissen. Hier staunten wir zum ersten Mal: Haftet Microsoft der Ruf an, ein Datenkrake zu sein, scheint Apple dem in nichts nachzustehen. Einige der Informationen, wie etwa die Telefonnummer, sollten unserer Ansicht nach nur auf freiwilliger Basis abgefragt werden. Da tröstet es wenig, dass die ermittelten Daten vom Betriebssystem bzw. dem Adressbuch sehr sinnvoll für das Ergänzen von Formularen verwendet werden.

Als nächstes spricht der Mac die Einladung zu einer 60-tägigen Probemitgliedschaft bei ".Mac" aus, die man sofort oder auch später annehmen kann.

Wie Windows, wird auch das Apple Betriebssystem "Mac OS X" regelmäßig aktualisiert. Über die Zeit sammelt sich da so einiges an und so machte sich im Fall desMac Mini das Betriebssystem daran, die neusten Updates aus dem Internet herunterzuladen - immerhin stolze 345 MByte. Wohl dem, der über eine schnelle DSL-Verbindung verfügt. Nett ist allerdings, dass über die Software-Update- Funktion auch diverse Programme aus dem Lieferumfang und eventuellweitere installierte Apple-Software auf den neuesten Stand gebracht werden.

Im Betrieb zeigt der Mac Mini seine größte Stärke: Im normalen Umfeld agiert er mehr oder weniger unhörbar und eignet sich daher auch für das Wohnzimmer. Erreicht wird der geringe Lärmpegel unter anderem durch die Verlagerung des Netzteils außerhalb des Gehäuses, dessen Abwärme daher nicht zusätzlich abgeführt werden muss.

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Überhaupt macht sich der Mac Mini im Wohnzimmer gut. Dank der Software Frontrow und der Fernbedienung eignet sich der kleine Rechner sehr gut als schicker Multimedia- Spieler. Einziger Schwachpunkt: Weder von der Hardware, noch von der Software her eignet sich der Mac Mini als Videorekorder.

Diese Funktionalität lässt sich aber je nach Wunsch und Geldbeutel leicht nachrüsten. In der Mac-Szene ungeheuer beliebt sind hier die EyeTV-Produkte des Herstellers Elgato (www.elgato.com), die es als reine Software oder auch im Paket mit Empfänger-Hardware zu kaufen gibt.

Was die Leistungsfähigkeit der Hardware angeht, ist ein Urteil nicht so leicht zu fällen, wie bei normalen PCs. Im Gegensatz zu den Programmierern aus Redmond kennen die Apple- Entwickler die Hardware, auf der ihre Software laufen soll, genau und können den Code daraufhin optimieren. Subjektiv stimmt die Leistung des Mac Mini daher auf jeden Fall. Arbeitet man mit Mac OS X, läuft meist alles flüssig. Ein Zappeln, Hängenbleiben oder gar Abstürze hatten wir im Testzeitraum nicht zu verzeichnen. Auch der bei Windows öfter mal nötige zweite Klick auf eine Anwendung bis diese sich öffnet, scheint beim Mac nicht nötig zu sein.

Unter Windows lässt sich die Leistungsfähigkeit schon exakter bestimmen. Die Messungen zeigten erwartungsgemäß weder Wunder noch Katastrophen, sondern Werte, die im Rahmen dessen liegen, was man von der Hardware erwarten darf. Und das ist beim Mac Mini nicht allzu viel. Als Arbeitsgerät und zum Ausgeben von Musik, Bildern oder Filmen eignet sich der Rechner einwandfrei. Neueste Spiele mit anspruchsvoller Grafik scheitern am GMA-950-Grafikprozessor von Intel, der mit aktuellen Grafikchips von nVidia und ATI nicht mithalten kann und schlicht überfordert ist.

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