Markennamen auf dem Prüfstand

Teil 22: Billig gegen Marke

Systemleistung

Billig gegen Marke

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Deutliche Leistungsunterschiede sind zwischen den beiden Systemen zunächst nicht zu erwarten. Denn beide PCs sind mit einen AMD Athlon 64 3000+ und 1 GByte Arbeitsspeicher bestückt. Beides auf einem Mainboard mit nForce4-Chipsatz. Auch die Festplatte ist mit 160 GByte bei beiden gleich, und die Grafikkarte ist eine GeForce 6600. Dennoch zeigen sich in den Messwerten deutliche Unterschiede. Der Grund dafür ist in den einzelnen Komponenten zu suchen. Hauptverantwortlich für die Unterschiede im Test SYSMark 2004 sind der Arbeitsspeicher und die Harddisk. Im Ergebnis vom PCMark04 macht sich zusätzlich noch die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der Grafikkarten bemerkbar.

Billig gegen Marke

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Der Marken-PC erzielt in diesen Testreihen meist die besseren Ergebnisse aufgrund der besseren Speicher-Timings. Der günstige Arbeitsspeicher hat Timings von 2,5-3-3-10 und der Markenspeicher von G.E.I.L. 2,0-3-3-6. Hierbei handelt es sich um CAS Latency, RAS to CAS Delay, RAS Precharge Time und RAS Active Time. Grundsätzlich kann man zu diesen Werten sagen: Je geringer die Zahlen sind, desto schneller ist der Speicher. Voraussetzung für die Vergleichbarkeit von verschiedenen Modulen ist, dass es sich um den gleichen Typ handelt- wie in diesem Vergleich um DDR400 Speicher.

Billig gegen Marke

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Der Vorteil durch den schnelleren Speicher ist zwar mit Benchmarks deutlich zu messen, doch im täglichen Betrieb merkt man als Anwender keinen Unterschied. Lediglich bei intensiver Auslastung des Speichers wird der kleine Leistungsunterschied im direkten Vergleich bemerkt. Wenn zum Beispiel eine CD in MP3s konvertiert wird, ist das System mit dem schnelleren Speicher um etwa fünf Prozent schneller. Eine CD benötigt dann für die Umwandlung nicht zehn, sondern nur 9,5 Minuten. Doch der deutlich höhere Preis für selektierten Hochleistungsspeicher ist in diesem Vergleich nicht gerechtfertigt.

Grafikleistung

Die zum Teil enormen Leistungsunterschiede im Test mit synthetischen Grafik-Benchmarks und mit Spielen ergeben sich fast ausschließlich durch die Grafikkarte. Der Arbeitsspeicher hat einen marginalen Einfluss, der vernachlässigt werden kann.

Beide Grafikkarten in den konfigurierten Systemen basieren auf dem Grafikchip GeForce 6600. Nur im Marken-PC trägt die Karte die Erweiterung GT. Mit dieser Kennzeichnung definiert nVidia jedoch einen enormen Leistungsunterschied. Die beiden Grafikchips selbst sind zwar identisch. Die GT-Version wird aber mit 500 MHz getaktet; bei der Standardversion sind es nur 300 MHz, die an den Chip angelegt werden. Bereits beim Grafikprozessor ergibt sich damit rein rechnerisch ein Leistungsvorteil, den man mit Faktor 1,6 beziffern könnte. Zusätzlich zum höheren Prozessortakt ist auf der GT-Variante noch schneller DDR3-Speicher verbaut, der mit einem Speichertakt von 1000 MHz arbeitet. Die Standardversion muss sich mit billigerem DDR-Speicher begnügen, der nur mit einem Takt von 550 MHz betrieben wird.

Die Vorteile für die GT-Variante sind mit einem Blick auf die Details klar erkennbar. Die deutlich höheren Taktraten und der qualitativ hochwertige Speicher überzeugen mit sehr guten Leistungswerten. Vor allem bei höheren Auflösungen stößt die Standardkarte schnell an ihre Grenzen. Bei höheren wird der Abstand der GT-Version zur Standardkarte noch deutlicher als bei geringen Auflösungen.

Bei der Grafik lohnt es sich, etwas mehr Geld anzulegen, vor allem, wenn man aktuelle Spiele nutzen will. Wenn es dann auch noch eine andere Marke als Asus sein darf, reduzieren sich die Mehrkosten zu einer Standard-GeForce-6600 auf etwa 60 Euro.

Geräuschmessungen

Ein unerwartetes, aber sehr erfreuliches Ergebnis präsentieren die Messwerte der Geräuschmessung. Beide Systeme sind angenehm leise, und der PC mit Markenkomponenten verursacht sogar noch geringfügig weniger Lärm. Doch die Ergebnisse spiegeln nur einen Teil wieder. Die Geräuschkulisse des günstigeren Systems ist homogener und dadurch subjektiv deutlich angenehmer als die des teuren Systems. Hier nervt der Chipsatzlüfter. Ein unangenehmer Ton übertönt die gesamte Geräuschkulisse. Abhilfe schafft hier ein passiver Kühler von Zalman. Damit erreicht das System sogar einen Geräuschpegel von 28,4 dB(A) im Betrieb ohne Last.

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