ICM, ein aktuelles Ende der Nahrungskette

Teil 2: Wissensevolution

Ein Beispiel:

Heads-up am Turn, das Board zeigt Jh 8d 5c 2h.

Der Gegner announciert All-in, ich halte Ah Kh.

Im Wesentlichen gibt es folgende mögliche Szenarien:

Szenarian:

  • Ich bin vorne. Dann hätte der Gegner
  • stonecold geblufft.
  • Mir genügt jedes meiner Outs. Dann hätte
  • der Gegner bestenfalls QQ oder Toppair,
  • no Kicker.
  • Ein Ass hilft mir nicht, jeder König und
  • natürlich jeder Flush aber schon. Dann
  • hielte der Gegner Toppair mit Topkicker
  • (Analoges gilt mit Ass und König in vertauschten
  • Rollen, falls der Gegner z.B.
  • KJ hält).
  • Mir genügt jedes Herz. Dann hält der Gegner
  • AA (oder J2).
  • Mir genügt jedes Herz bis auf einen Wert.
  • Dann hält der Gegner z.B. Js5s, also Twopair
  • Mir genügt jedes Herz, das das Board
  • nicht pairt. Dann hält der Gegner bestenfalls
  • JJ, die aktuelle Nuts.

Muss ich meine Hand also verbessern um zu gewinnen, so halte ich zwischen 7 und 15 Outs, was mit Siegwahrscheinlichkeiten in der Größenordnung von von ca. 15% bis ca. 35% korrespondiert.

Je nach Einschätzung der gegnerischen Hand also, müssen die sich von der Höhe des Pots und des geleisteten gegnerischen All-ins abhängigen Odds in einem besseren Verhältnis anbieten als es für die jeweiligen Siegwahrscheinlichkeiten vonnöten ist.

Ist der Pot bereits 1.000 groß und das All-in beträgt 200, so kann 1.200 gewonnen werden bei einem Risikoinvestment von 200. Dieses Verhältnis arbeitet langfrisitg für den Caller, sobald er an mehr als 1/6 = 16,67% Siegwahrscheinlichkeit glaubt. Es würden also die reinen Nutouts gegen das aktuelle Nuts beim Gegner genügen, um in diesem Beispiel for Value callen zu dürfen.

Wissensevolution

© Archiv

Liegen weiterhin 1.000 im Pot und ich glaube zu wissen, dass der Gegner einen Jack hält und gebe ihm wahrscheinlich einen König oder ein Ass als Kicker, manchmal einen kleineren Kicker und eher selten Doublepair, so halte ich entweder 12, 15 oder aber 9 Outs. Im Mittel rechne ich hier mit guten 12 Outs, schreibe mir also etwa 25% Siegwahrscheinlichkeit auf lange Sicht zu. Damit dürfte ich bis zu einer All-in-Höhe von 500 fehlerfrei callen.

Denn dann wird das Verhältnis des möglichen Gewinns zum möglichen Verlust schlechter als 3:1, was nichts anderes bedeutet, als von vier Versuchen langfristig einen zu gewinnen, 25% eben. Ist nun der Pot 850 und der Gegner pusht mit 600, so kann ich bei einem 600er Risiko 1.450 hinzugewinnen, was knapp 5 : 2 Odds entspricht. Ich muss also daran glauben 2 von 7 solcher Situationen gewinnen zu können, was gut 28% benötigte Siegwahrscheinlichkeit ergibt. In diesem Fall müsste ich mir folglich recht sicher sein, dass der Gegner maximal einfach und ohne Kicker getroffen hat, also faktisch blufft, um profitabel callen zu können.

Beispiel:

Mit dem Team Pokerpro-Startup.net waren wir jüngst nach Berlin zur Betfair Foker Challenge geladen. Jan Schwarz erreichte den Finaltable aus 320 Teilnehmern. Die Preisstruktur bot jedem Finalisten ein $4.000 WSOPE Package, dem Sieger aber ein $24.000 Package. Faktisch handelte es sich also am Finaltisch um ein Winner-Takes-It-All-Format. Jan hatte vom Team die Marschrute erhalten, den Tisch zu überrollen, ehe allen klar wurde, dass es keinen Sinn machte "auf Platzierung" zu spielen. So konnte er über die konsequente Ausnützung jeder sich ihm bietenden Openpush-Gelegenheit seinen Averagestack showdownfrei auf das Niveau der beiden Chipleader aufstocken.

Das Risiko ertappt zu werden, wurde durch das Format und das damit folgende 1:1 Verhältnis von Chip- zu Cashvalue, adäquat durch die Chance den Stack anzureichern, aufgewogen. Bei einer anderen Payoutstruktur hätte der Zugewinn an Chips weniger Cashvalue erspielt und wir wären eine andere Strategie gefahren. So aber brachte ihn diese überaggressive Eröffnung des Finaltables in die Position, schlussendlich als Sieger hervorzugehen. Glückwunsch Jan!

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