Das richtige CMS für den richtigen Zweck

Teil 2: Web-CMS vorgestellt

Funktionsumfang

Bei aller Begeisterung für CMS sollte man im Vorfeld den gebotenen Funktionsumfang sorgfältig auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen. Das Aufrüsten eines CMS scheidet in der Praxis sehr oft aus, denn man müsste beim Umstieg die Datenbestände auf das neue CMS migrieren - eine machbare, aber gewöhnlich sehr mühsame Aufgabe.

Hat man erst einmal eine bestimme CMS-Lösung in Betrieb genommen, fällt der Umstieg auf ein Konkurrenzprodukt meist nicht so leicht. Bei all den beeindruckenden Funktionen, die ein CMS bietet, fällt eines auf: Daten einlesen geht recht leicht, doch auf den Export von Daten wird so gut wie nie Wert gelegt. Damit könnte man bestehende Datenbestände leicht in ein Konkurrenzprodukt einlesen und darauf legen weder Anbieter von Open-Source-Lösungen noch Anbieter kommerzieller Closed- Source-Produkte einen gesteigerten Wert.

Die Spreu vom Weizen trennt sich nicht nur bei der Qualität des Codes, sondern auch bei der verfügbaren Dokumentation. Nicht minder relevant ist schlussendlich auch die Qualität der mitgelieferten Vorlagen. Diese nützen in der Praxis jedoch nur so viel, wie der Wysiwyg-Editor an Qualität möglich macht. Es kommt vor, dass an und für sich gute Vorlagen von einem eher bescheidenen Wysiwyg-Editor ruiniert werden. Im Einzelfall hilft es, die generierten Webseiten auf Standardkonformität und Barrierefreiheit zu prüfen. Manchmal besteht die Möglichkeit - wie zum Beispiel beim Blogsystem WordPress - den eingebauten Wysiwyg-Editor zu ersetzen.

Template-Engines

Um Inhalte und Layout sauber zu trennen, nutzen CMS Templates. Hierzu kommen meist serverseitige Template-Engines zum Einsatz, die die Vorlagen verwalten und ausliefern. Um Template-Engines für eine eigene Bastlerlösung sinnvoll nutzen zu können, sind gute Kenntnisse in PHP, Python und Perl Voraussetzung.

Ein interessantes Beispiel ist die kostenlose Template-Engine Mason. Bei Mason handelt es sich nicht um ein CMS im strengen Sinne, sondern um eine leistungsfähige, Perl-basierte Website-Entwicklungs- und Delivery-Engine. Mittels Mason können Sie Perl-Code in HTML einbinden und gemeinsam wieder- verwendbare Komponenten erstellen.

Die besonderen Stärken von Mason liegen im Lösen von Website-Entwicklungsproblemen wie beispielsweise Caching, Debugging, Templates und Instandhaltung von Development- und Production-Sites. Mason ist Open Source und ohne Lizenzgebühren zu verwenden. Es lässt sich in Kombination mit CGI oder auch standalone nutzen.

Es funktioniert besonders optimal mit zwei anderen Open-Source-Technologien: Apache und mod_perl. Nicht zuletzt kann man mit Mason auch ein komplettes CMS aufsetzen, wie es Entwickler der Open-Source-Lösung Mason CM bewiesen haben.

CMS light

Bei aller Begeisterung für CMS-Lösungen ist nicht immer der volle Umfang eines Content-Management-Systems gefragt. Manchmal ist weniger Funktionalität mit höherer Performance sinnvoller.

Serienstart: Web-CMS

© Archiv

Das Open-Source-CMS Typo 3 spielt in der Enterprise-Liga mit.

Kann man auf alle sonst üblichen Annehmlichkeiten eines CMS verzichten, das heißt ohne Benutzerverwaltung, ohne Wysiwyg-Editor, ohne Forums- oder RSS-Module arbeiten, dann liegt man mit einer Template- Engine genau richtig. Im Gegenzug hat man bei gleicher Hardwareausstattung nun Seiten, die dank Caching sehr performant ablaufen. Zur Auswahl stehen in dieser Kategorie unter anderem Smarty, php CMS, Cheetah, Template Toolkit und Mason.

Die Bezeichnung CMS light ist trotz des abgespeckten Funktionsumfangs dennoch gerechtfertigt, da zum Beispiel Smarty den Engine-Code zum Steuern der Abläufe strikt von den Vorlagen getrennt hält. Programmierung und Design der Smarty-CMS laufen somit klar voneinander getrennt ab, was das Betreiben des CMS vereinfacht, da so Kollisionen wie bei statischen Webseiten unwahrscheinlich sind.

Wenn es etwas mehr Komfort sein darf, dann liegt man mit php CMS richtig, denn hier gibt es etliche Plug-ins, automatisch generierte Sitemaps, Volltextsuche und auch nützliche Statistiken.

Wer jetzt nun meint, Template-Engines in Bausch und Bogen als zu leistungsschwach abzulehnen, den kann die Template-Engine Mason eines Besseren belehren. Immerhin steckt hinter mit Mason genau genommen auch nur eine Template Engine. Und gerade im Falle von Amazon ist die Performance nicht nur eine Frage umfangreicher Server-Cluster, sondern auch einer für die vorgesehene Belastung maßgeschneiderten Software, die wie ein Hochleistungssportler kein Gramm Fett zuviel hat.

Ob eine CMS-Software sich für einen gewünschten Zweck eignet, kann man zwar anhand theoretischer Kriterien auf dem Papier ermitteln, dennoch ist ein Praxistest oder zumindest eine Belastungssimulation oft sinnvoll. In der Praxis muss die benutzte Hardware nicht nur die nötige Performance bieten, sondern die CMS-Software muss mittels Load-Balancing auch das vorhandene Server-Cluster optimal ausnutzen.

Sicherheitsfragen sind bei einem CMS genauso ein Thema wie In Context Editing und der Preis. Mehr dazu auf Seite 3...

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