Ohne Hürden

Teil 2: WCAG 2.0 - Neue Standards für Barrierefreiheit

Wahrnehmung

1.1 Textliche Alternativen: Jeder Inhalt sollte textliche Alternativen besitzen. Dies gilt für Bilder, Videos et cetera.

1.2 Zeitbasierte Medien: Für alle zeitbasierten Medien wie Animationen und Videos muss es entsprechende Alternativen geben, um die Wahrnehmung zu vereinfachen.

1.3 Adaptierbar: Der Inhalt soll auf verschiedene Arten präsentiert werden können, ohne seine Struktur zu verlieren. Das bezieht sich beispielsweise auf die Strukturierung des Dokuments, sodass auch noch beim Vorlesen per Screenreader die Überschriftenstruktur klar wird und nicht nur, wenn der Nutzer den Inhalt sehen kann.

1.4 Unterscheidbar: Der Nutzer soll einfach Inhalt sehen und hören können. Vor allem soll er den Inhalt im Vordergrund einfach von dem im Hintergrund unterscheiden. Ein Anwendungsbeispiel sind Farbkontraste.

Bedienung

2.1 Bedienung per Tastatur: Alle Funktionalitäten sollten auch per Tastatur bedienbar sein. 2.2 Genug Zeit: Der Nutzer muss genug Zeit haben, Inhalt auch bedienen zu können. Hier gilt es, vor allem langsamere Reaktionszeiten durch Bedienproblematiken zu bedenken. 2.3 Keine Anfälle und Krämpfe erzeugen: Konkret ist hier häufiges Blinken zu vermeiden. 2.4 Navigation: Dem Nutzer sollte die Navigation so gut wie möglich gelingen.

Verständlichkeit

3.1 Lesbar: Alle Text sollten lesbar und verständlich sein. 3.2 Vorhersehbar: Der Nutzer sollte vorhersehen können, wie sich eine Webseite verhält. Die Webseite sollte also das vom Nutzer erwartete Verhalten zeigen. 3.3 Hilfe bei der Eingabe: Die Webseite sollte dem Nutzer helfen, Fehler und Fehleingaben zu vermeiden.

Beständigkeit

4.1 Maximale Kompatibilität mit aktuellen und zukünftigen Browsern, anderen User Agents und unterstützenden Technologien wie Screenreadern. Die Richtlinien sind selbst zwar auch im Erklärdokument abgelegt, entscheidend sind aber die Erfolgskriterien. Dort steht, wie der Webentwickler die Richtlinie erfüllen kann. Diese Erfolgskriterien sind in sogenannte Level geordnet. Das Level für die wichtigsten Punkte ist A, dies entspricht in der WCAG 1.0 der Priorität 1.

WCAG 2.0 - Neue Standards für Barrierefreiheit

© Archiv

Kontrahenten: Die kritische Diskussion rund um WCAG 2.0 uferte 2006 aus, gab aber auch wesentliche Impulse für die weitere Entwicklung des Standards.

Das heißt, eine Website sollte zumindest Level A erfüllen, um überhaupt dem Standard zu genügen. Die Richtlinie 1.1 besitzt gleich als Level A-Kriterum die Anforderung, dass jeder nicht textliche Inhalt eine Textalternative besitzt, die denselben (Informations-)Zweck erfüllt. Einige praxisnahe Ausnahmen zum Beispiel für Captchas oder Online-Tests sind allerdings auch berücksichtigt. Das Erfolgskriterium trägt logischerweise die Nummer 1.1.1 und in diesem Fall gibt es nur dieses Kriterium, um Richtlinie 1.1 zu erfüllen.

Etwas weniger bedeutsame Level sind AA und AAA. Im Standarddokument ist definiert, wie die jeweiligen Level erfüllt werden. Damit sich eine Webseite konform mit einem bestimmten Level bezeichnen darf, muss sie jeweils alle Erfolgskriterien des jeweiligen Levels erfüllen.

Bei Level AAA gibt es allerdings eine Einschränkung: Im Standarddokument selbst steht, dass dieses Level für manche Inhalte nur sehr schwer zu erreichen ist. Ein Beispiel aus dem Bereich Verständlichkeit: Die Verständlichkeit von Texten ist kaum zu bewerten und sicherlich bei wissenschaftlichen Websites eine Barriere für normale Nutzer.

Dennoch sollte das keine Hürde sein, um einen Leser mit Fachwissen und gleichzeitig zum Beispiel einer Sehbehinderung von der Website auszuschließen. Deswegen hat die Verständlichkeit von Texten in der WCAG 2.0 im Gegensatz zum Vorgänger nur Priorität AAA.

Alternativen und Tests

Wenn eine Website ein Level nicht erfüllt, kann es auch eine Alternativversion geben (). Dieser Punkt in der Spezifikation war und ist umstritten. Eine reine Textversion erfüllt die Anforderungen nach Meinung vieler Experten nur ungenügend. Außerdem ist es immanent wichtig, dass eine Alternativversion genauso aktuell ist und dieselben Informationen enthält wie das Original.

WCAG 2.0 - Neue Standards für Barrierefreiheit

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Kontrahenten: Die kritische Diskussion rund um WCAG 2.0 uferte 2006 aus, gab aber auch wesentliche Impulse für die weitere Entwicklung des Standards.

Im Endeffekt bleibt es eine Tatsache, dass Alternativversionen nur in seltenen Fällen eine optimale Lösung sind. Besser ist es, die Website an sich barrierefrei oder barrierearm zu gestalten.

Wie aber können Sie praktisch prüfen, ob Sie die Kriterien der WCAG 2.0 erfüllen? Einen umfassenden Test für WCAG 2.0 gibt es bis jetzt noch nicht. Der auf der BITV basierende Test () orientiert sich noch an den WCAG 1.0, bringt allerdings schon sehr viele neuere Themen mit ein. Er bügelt vor allem schwammige Teile in WCAG 1.0 aus und macht diese besser prüfbar. Im Endeffekt werden Sie, wenn Sie diesen Test bestehen, auch weitgehend WCAG-2.0-konform sein.

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