Steuerlust?

Teil 2: Vergleichstest: Universalfernbedienungen

  1. Vergleichstest: Universalfernbedienungen
  2. Teil 2: Vergleichstest: Universalfernbedienungen

Die Logitech-Modelle überzeugen auf ganzer Linie. Die Harmony 525 bietet mit ihrer nüchternen, gimmickfreien Ausstattung am meisten Fernbedienung pro Euro. Ihre Markenkollegin Harmony 895 wirft mit dem Farbbildschirm und der Reichweitenerweiterung mehr technischen Appeal in die Waagschale, der aber teuer bezahlt wird. Eine Alternative für rechnerfreie Haushalte stellt mit ihrer einfachen Handhabung trotz der Funktionsvielfalt die Philips SRU 9600 dar. Gilt es hingegen, nur eine TV-Sat-Kombi mit einem DVD-Player zu dirigieren, empfiehlt sich die One For All URC 3445 Robusto 4. Wer sein Haus indes mit Wireless- Technologie voll stopfen will, der hat mit der Philips 9800i alles im Griff.

goldene Fernbedienung

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Vergleichstest: Universalfernbedienungen
Übersicht der 14 Test-Fernbedienungen

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Die große Übersicht. Alle 14 Testgeräte im Überblick.

ENTSCHEIDUNGSHILFE

Neun Fragen, mit denen Sie sicher den Weg zur richtigen Fernbedienung Ihrer Wünsche finden.

  • Wie viele Geräte sollen bedient werden?
  • Sind alle Geräte via Infrarot steuerbar?
  • Sind Ihnen Bedienungsanleitungen ein Gräuel?
  • Befinden sich Exoten unter Ihren Komponenten?
  • Genügen Ihnen die Basisfunktionen oder möchten Sie den vollständigen Funktionsumfang steuern? Dann benötigen Sie gegebenenfalls eine Fernbedienung mit Lernfunktion.
  • Möchten Sie Zukunftssicherheit durch Updates?
  • Besitzen Sie einen PC?
  • Möchten Sie mit einem Tastendruck mehrere Funktionen ausführen? Dann muss der Geber Makros beherrschen.
  • Wie wichtig sind Ihnen Verarbeitung und Materialanmutung?

DAMIT HABEN WIR GETESTET

Philips 42PF9831D/10: Unser Referenzgerät für LCD-Fernseher mit einer 42-Zoll-Bildschirmdiagonale hat auf dem Markt eine große Verbreitung gefunden. Eine Pflichtübung für Universalfernbedienungen.

Frau mit Fernbedienung

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Vergleichstest: Universalfernbedienungen

Panasonic DVD-S99: Da Panasonic nicht gerade zu den Kleinserienherstellern zählt, sollte die Steuerung des DVD-Players keinen Universalgeber vor ein Rätsel stellen. Schwächelt hier die Fernbedienung, heißt es: Finger weg.

Yamaha CDR-HD 1500: Die Herausforderung dieses CD-Players besteht darin, dass er neben einem normalen Laufwerk auch eine Festplatte beherbergt, die von einer Fernbedienung dirigiert werden will.

NAD M15 und Krell Showcase: Die beiden Mehrkanal-Vorstufen aus elitären Kreisen genießen in dieser Runde schon Exotenstatus und stellen für Universal-Fernbedienungen eine harte Nuss dar.

Neben diesen Komponenten untersuchte die Redaktion die Geber auch an: JVC HR-D 530; Sony MDS-JA 50 ES; Sony DTC-2000 ES; Marantz CD-16; Technisat HD-Vision 32; Nubert AW-441.

DIE TESTKANDIDATEN

WISSEN

WIE FUNKTIONIERT DIE SIGNALÜBERTRAGUNG MIT INFRAROT?

Infrarotstrahlung bewegt sich mit einer Wellenlänge von 780 bis 950 Nanometern außerhalb des Spektralbereichs sichtbaren Lichts und wird von jeder Wärmequelle emittiert. Um eine versehentliche Bedienung des Fernsehers durch die Heizung zu vermeiden, wird das Infrarotsignal der Fernbedienung mit einer Trägerfrequenz von 20 bis 70 kHz moduliert. Der Empfänger akzeptiert also nur IR-Signale, die beispielsweise 40000-mal pro Sekunde ein- und ausgeschaltet werden. Eine Signaleinheit – auch Burst genannt – hat eine Dauer von circa 560 Millisekunden. In Verbindung mit den darauf folgenden Pausen bildet sie die Grundlage einer Kodierung. Eine gleich lange Pause nach einem Burst könnte beispielsweise den Wert 1 darstellen und eine Pause doppelter Länge den Wert 0 einer Signalfolge. Der Sender schnürt aus einer festen Anzahl von Nullen und Einsen ein Signalpaket, welches der Empfänger zu dem Befehl decodiert.

Da Infrarotstrahlung wie sichtbares Licht ebenfalls von hellen Flächen reflektiert wird, muss die Fernbedienung nicht exakt auf den Empfänger gerichtet werden. Besitzer von Projektoren können diesen Effekt ausnützen, indem sie mit ihrem Geber die Leinwand anvisieren.

WISSEN

PROGRAMMIERUNG UND UPDATE

Die Einrichtung der Universalfernbedienung stellt die Weichen für die Funktion des Gebers. Die Vorgehenweise lässt sich in verschiedene Kategorien einteilen.

Befehlssätze mehrerer tausend Geräte schlummern in den Universalfernbedienungen. Die Programmierung per Zifferneingabe aktiviert diese Profile im Setup-Modus durch die Eingabe eines drei- bis vierstelligen Zifferncodes. Welcher Code zu welchem Gerät gehört, das lässt sich einer Liste entnehmen, die die verschiedenen Codes nach Gerätegattung und Hersteller geordnet aufführt (siehe Bild oben). Alternativ zu diesem Verfahren bieten die Geber einen automatischen Suchlauf an, in dem auf Tastendruck auf den nächsten Code gewechselt wird. Allerdings lässt sich diese Suche meistens nicht auf eine Untermenge einschränken.

Befehlssätze von Fernbedienungen

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Tausende von Befehlssätzen bringen die Fernbedienungen mit

Die lästige Suche nach dem richtigen Code entfällt, wenn die Einrichtung nach einer menügeführten Programmierung erfolgt. Über das Display (siehe rechts) und die Steuertasten wird der Fernbedienung nur noch mitgeteilt, welches Gerät zur Einrichtung ansteht. Die dann in Frage kommenden Profile werden durch Halten einer Taste nacheinander durchlaufen. Sobald die A/V-Komponente auf ein Signal reagiert, lässt der Benutzer die Taste los und kann den aktuellen Datensatz testen.

Display

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Das Display gibt Auskunft, welche Geräte noch zur Einrichtung anstehen

Eine Spezialität von Logitech ist bislang die Programmierung am PC. Die Software fragt in einer Eingabemaske alle notwendigen Angaben zur Multimedia-Ausstattung ab, stellt ein Datenpaket zusammen und übermittelt dieses dann per Datenkabel an die Fernbedienung. Über das Internet hält sie sich und die Firmware der Fernbedienung auf dem aktuellen Stand.

Logitech Programm

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Logitech erlaubt die Programmierung am PC

Die Update-Funktion von One For All beschränkt sich auf das Nachladen von Gerätecodes. Über Telefonhotline oder via das Internet lassen sich Audiofiles abrufen, in denen Daten als ziemlich schrill und kratzig klingendes Gezirpe codiert sind. In die Fernbedienung ist ein Mikrofon eingebaut, welches die Töne aufnimmt. Der Geber entschlüsselt die Daten und speichert die neuen Geräteprofile. Wegen der begrenzten Speicherkapazität gehen bei jedem Nachladevorgang die zuvor auf diese Weise gespeicherten Profile verloren.

Laden der Fernbedienungen via Telefon oder Internet

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Neue Codes lassen sich bei der One For All-Fernbedienung via Telefon oder Internet nachladen

RATGEBER

AKKUS FÜR DIE FERNBEDIENUNG

Varta und Sanyo schafften es, den Akkus ihren Hang zur Selbstentladung abzugewöhnen – ideal für Fernbedienungen und andere Geräten mit einer geringen Stromaufnahme. Laut Hersteller verfügen die "Ready2Use" genannten Energiespender von Varta nach einem halben Jahr in der Schublade noch über 80 Prozent ihrer ursprünglichen Ladung. Sanyo verspricht für ihre Eneloop sogar 90 Prozent. Die Zellen sind ab sofort im Handel in den Formaten AA und AAA erhältlich. Varta verlangt für ein 4er-Gebinde 14 Euro, während Sanyo Packungen zu zwei, vier oder acht Stück zu einem Preis von 8 bis 29 Euro anbietet.

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