Welche Distribution darf's denn sein?

Teil 2: Vergleich: Fedora, Mandriva und openSUSE

Die Mandriva-Live-CD erkennt die Hardware problemlos, der Zugang ins Internet steht über den angeschlossenen Router sofort. Bei der Installation auf Festplatte muss dennoch derselbe Internet-Zugang manuell abgeklickt werden. Dasselbe Prinzip beim Drucker: Er wird richtig erkannt, aber die Treiber müssen manuell ausgewählt werden. Den Scanner findet Mandriva und installiert xsane automatisch.

Vergleich: Fedora, Mandriva und openSUSE

© Archiv

Bei Fedora sind installierte Geräte über das Menü Orte zugänglich.

Fedora kann Hardware nicht automatisch suchen, sondern die Geräte müssen per Hand aus Listen ausgewählt werden. Bei openSUSE taucht der Drucker aus unerfindlichen Gründen auch in der Liste der Scanner auf, die übrige Hardware-Erkennung funktioniert einwandfrei. Die Treiberbasis ist umfangreicher als bei Fedora und Mandriva, weshalb nur openSUSE Audio-CDs auch in älteren Laufwerk abspielen kann.

Installation

Allein Fedora bietet neben dem grafischen auch einen textbasierten Installationsmodus, wobei auch der grafische Modus den Charme der 50er Jahre versprüht und das Design an YaST1 und Sysinstall erinnert. Bei allen Distributionen wird der Anwender durch eine Reihe von Bildschirmen geführt, die alle relevanten Informationen abfragen und weitgehend selbst erklärend sind.

Vergleich: Fedora, Mandriva und openSUSE

© Archiv

Fedoras Paketmanager bietet die Funktionen auflisten und suchen, zudem Infos zu den Programmen.

Nach der Software-Auswahl führt Fedora eine Abhängigkeitsprüfung durch, die auch bei den vordefinierten Programmzusammenstellungen sehr lange dauert.

Bei openSUSE laufen Installation wie Update problemlos durch. Ärgerlich ist lediglich, dass bei der Installation manche CDs mehrfach eingelegt werden müssen. Insgesamt dauert die Installation von openSUSE länger als die von Fedora und Mandriva, dafür werden aber auch mehr Programme installiert. Da openSUSE - im Unterschied zu Fedora - auch proprietäre Software enthält, müssen während der Installation mehrere Lizenzvereinbarungen bestätigt werden. Außerdem fragt openSUSE, ob Sie sich beim Novell Customer Care anmelden wollen. Mandriva möchte wissen, ob Sie an einer Clubmitgliedschaft interessiert sind. Die Installation verläuft problemlos, dauert aber sehr lange.

Platz schaffen

Die Partitionierungsprogramme bieten fast dieselben Standardfunktionen, die Tools von Fedora und openSUSE sind sich auch optisch ähnlich. Als Dateisysteme stehen ext2 und ext3 zur Wahl. Nur openSUSE schlägt beim automatischen Partitionieren eine separate Partition für das Home-Verzeichnis vor: Das ist sinnvoll, denn die Trennung von Programmdateien sowie Benutzerdaten erleichtert Backups und erhöht die Sicherheit bei Updates.

Fedoras Partitionierungstool bietet die Optionen alle Partitionen löschen; Linux-Partitionen löschen; freien Platz verwenden und maßgeschneidertes Layout. Das Anlegen einer Swap-Partition ist hier Pflicht. Bei openSUSE heißt das maßgeschneiderte Layout benutzerdefinierte Partitionierung.

Vergleich: Fedora, Mandriva und openSUSE

© Archiv

Wenn Sie bei der Mandriva-Installation neue Partitionen anlegen, müssen Sie den Rechner neu booten.

Mandriva stellt vergleichbare Möglichkeiten zur Wahl: ganze Platte verwenden und Standard einrichten; benutzerdefinierte Partitionierung; existierende Partitionen verwenden. Während SUSE und Fedora eine Partitionstabelle im laufenden Betrieb ändern, muss Mandriva neu gestartet werden, wenn Partitionen neu angelegt wurden.

Design

Blau ist als Hintergrundfarbe groß in Mode - einzig Mandriva One verwendet hellrot. openSUSE hat die Splash-Screens radikal vereinheitlicht, sodass auch ein Programm wie Gimp mit dem openSUSE-Hintergrund startet. Bei Mandriva verwenden alle Windowmanager das gleiche Hintergrundbild; nur die Menüs unterscheiden sich. Mandriva und openSUSE haben bei KDE alle Gimmicks eingeschaltet: Musik, hüpfende Symbole und vieles mehr. Um das Design etwa des Mauszeigers zu verändern, muss unter openSUSE den KDE neu gestartet werden. Bei Mandriva lässt sich die Bildschirmauflösung nur ändern, wenn sich der Benutzer ab- und wieder anmeldet.

Vergleich: Fedora, Mandriva und openSUSE

© Archiv

Konkurrenten im farblichen Einheitslook: links openSUSE, rechts Fedora.

Benutzerfragen

Bei den Verwaltungstools fällt auf, wie ähnlich sich die Distributionen inzwischen sind. Sie bestehen bei allen Distributionen aus folgenden Modulen: Hardware, Software, Benutzerverwaltung, Systemdienste, Sicherheit, Netzwerk. Die Unterschiede sind häufig eher kosmetischer Natur: Bei openSUSE ist Software installieren und deinstallieren ein Unterpunkt, bei Mandriva sind es zwei. Alle Tools bieten eine alphabetische und eine nach Funktionsgruppen geordnete Auflistung der verfügbaren Programme sowie eine Suchfunktion und kurze Beschreibungen der jeweiligen Programme. openSUSE fasst die gesamte Systemadministration in YaST zusammen, bei Fedora sind die einzelnen Unterpunkte bequem über den Punkt System in der Taskleiste am oberen Bildschirmrand erreichbar.

Gewöhnungsbedürftig sind die Kick-off-Menüs von openSUSEs KDE: Unterpunkte klappen nicht auf, sondern bei Klick auf ein Untermenü verschwindet das Hauptmenü nach links vom Bildschirm. Statt aus einer senkrechten Liste der Programme besteht das K-Menü aus mehreren, nebeneinander angeordneten Listen zu verschiedenen Bereichen. Die zuletzt benutzten Programme stehen nicht mehr ganz oben, sondern im Kasten Verlauf.

Vergleich: Fedora, Mandriva und openSUSE

© Archiv

Bei openSUSE verscheuchen Untermenüs das Hauptmenü vom Bildschirm.

Fedora und openSUSE legen bei der Installation neben dem Administrator root einen Benutzer an, lediglich mit Mandriva können Sie gleich mehrere Benutzer einrichten. openSUSE bootet in den Benutzer-Account, Mandriva und Fedora booten in einen Anmelde-Screen und fragen Benutzername sowie Passwort ab.

Das Konzept von Mandriva und Fedora, wonach Heimanwender sich nicht für Technik interessieren und deswegen auch nicht mit entsprechenden Informationen behelligt werden, stößt an seine Grenzen, wenn etwas nicht einwandfrei funktioniert: Bei Mandriva war uns einmal der Anmeldebildschirm abhanden gekommen und ließ sich nur durch einen Neustart des X-Servers mit der Tastenkombination STRG-ALT-Backspace wieder hervorzaubern, bei Fedora startet die grafische Oberfläche nur auf TTY 7. Wie erwähnt, muss Yum mit kill beendet werden, um per Hand Software nachinstallieren zu können.

Vergleich: Fedora, Mandriva und openSUSE

© Archiv

Die übersichtliche Systemverwaltung von Mandriva erinnert an YaST.

Mehr zum Thema

Netflix
Streaming

Preise, kompatible Geräte, Datenrate, Serien- und Filmangebot von Netflix: Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um den Streaming-Dienst.
Amazon Blitzangebote
Technik-Deals

Die Highlights der Amazon Blitzangebote - heute mit Weihnachts-Angebote-Woche, Netgear-NAS, 57 Prozent auf Heimkino-Produkte und mehr.
Tipps zum leisen PC
Tipps und Tricks

Die Komponenten eines PCs erzeugen Hitze. Lüfter sorgen meist für eine lästige Geräuschkulisse. Mit unseren Tricks wird Ihr PC flüsterleise.
SSD Mythen Tipps
Solid State Disk

SSD-Tuning - was ist wahr, was ist falsch? Wir verraten, welche SSD-Mythen Sie vergessen können und welche Tipps wirklich helfen.
Urlaubsbilder
Fotografieren im Sommer

Von Sommerlicht bis Sonnernuntergang: Unsere 7 Tipps verraten, wie Sie Urlaubsfotos richtig machen und schöne Bilder mit nachhause bringen.